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11.08.2023 10:00

Stifterverband: Hochschulen setzen auf freiwilligen Datenaustausch

Michael Sonnabend Kommunikation
Stifterverband

    Die Nutzung von Unternehmensdaten ist unter Hochschulen weitverbreitet. Dabei setzen sie vor allem auf freiwilliges Datenteilen. Die Nutzung der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) ist dagegen noch ausbaufähig.

    Die wissenschaftliche Forschung profitiert von einer vermehrten Nutzung von Daten aus der Wirtschaft, davon ist die große Mehrheit der Hochschulleitungen in Deutschland überzeugt. Durch einen intensiveren Datenaustausch können gesellschaftlich relevante Forschungsfragen erfolgreicher beantwortet werden. Das Policy Paper des Stifterverbandes „Forschungsdaten aus der Wirtschaft: Wie Hochschulen profitieren können“ gibt einen Einblick in aktuelle Positionen und Aktivitäten mit Forschungsdaten an Hochschulen.

    Die Ergebnisse einer Umfrage im Rahmen des Hochschul-Barometers 2023 des Stifterverbandes zeigen: Vertrauen und Partnerschaftlichkeit sind die Basis für Datenaustausch. Deshalb befürworten neun von zehn Hochschulen den freiwilligen Datenaustausch zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Forschungsdatenklauseln oder ähnliche regulatorische Eingriffe, die Unternehmen zwingen, Daten bereit zu stellen, werden von einer klaren Mehrheit der Hochschulen abgelehnt, auch wenn sie selbst davon profitieren könnten. Gleichzeitig sehen Hochschulen in der staatlichen Orchestrierung und Regulierung bei Fragen des Datenaustausches, wie dem Forschungsdatengesetz, Dateninstitut oder dem EU Data Act, eine hohe Relevanz vor allem für den Hochschulstandort Deutschland. Gefragt sind hier vor allem eine Klärung von Datenschutzaspekten, Zugänglichkeit und Fragen der Finanzierung von Datenbereitstellung, -nutzung und Infrastrukturen.

    Die Befragung zeigt auch: Die Nutzung von Unternehmensdaten in der Forschung ist an Hochschulen weit verbreitet: Zwei von drei befragten Hochschulen geben an, dass Forschungsprojekte an ihren Hochschulen mit Unternehmensdaten arbeiten. Spitzenreiter sind die staatlichen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW).

    Eher zurückhaltend sind die Hochschulen aktuell noch in der Zusammenarbeit mit der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Die NFDI hat das Ziel, Daten aus Wissenschaft und Forschung öffentlich zur Verfügung zu stellen, zu vernetzen und somit langfristig nutzbar zu machen. Von den befragten Hochschulleitungen sagen etwa ein Drittel, dass ihre Hochschule bereits Daten über die NFDI bereitstellt (29,4 Prozent) oder von der NFDI profitiert (35,6 Prozent). Ein knappes Drittel (30,6 Prozent) gab hingegen an, dass die Nutzung der NFDI für ihre Hochschule aktuell nicht relevant ist. Gleichzeitig sprachen sich über drei Viertel (76,4 Prozent) für die Weiterentwicklung der NFDI im Rahmen der hochschulpolitischen Reformen der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) aus.

    Die Ergebnisse zeigen, dass das Thema Datenaustausch für die Forschung an Hochschulen eine große Relevanz hat. Es ist davon auszugehen, dass Hochschulen ihre Aktivitäten in diesem Bereich weiter ausweiten werden. Auch politische Entscheidungen werden einen zunehmenden Einfluss auf die Verfügbarkeit und Nutzung von Forschungsdaten haben. Um das Potenzial heben zu können, ist es notwendig, die Bedürfnisse und Herausforderungen des Datenteilens genauer zu definieren.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Kai Hoff, Programmmanager im Stifterverband
    T 030 322982-339
    kai.hoff@stifterverband.de


    Originalpublikation:

    https://www.stifterverband.org/sites/default/files/2023-08/forschungsdaten_aus_d...


    Weitere Informationen:

    https://www.stifterverband.org/medien/forschungsdaten_aus_der_wirtschaft


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Kooperationen, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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