idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
20.11.2023 15:15

Der kalte Drache: Ausstellung zu Salpeter in Alchemie, Büchsenmeisterei und Feuerwerkskunst

Michael Hallermayer Stabsstelle Kommunikation und Marketing
Universität Augsburg

    Eine neue Ausstellung in der Universitätsbibliothek Augsburg widmet sich in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Umwelt und dem Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit vom 22. November 2023 bis 25. Februar 2024 dem Stoff Salpeter. Dieser war für die ersten Feuerwaffen, die Alchemie und die Feuerwerkskunst von zentraler Bedeutung. Zu sehen sind Bücher und Druckgrafiken des 16. – 20. Jahrhunderts sowie Gegenstände, die das Handwerk des Salpeterers erlebbar machen.

    Salpeter ist auf den ersten Blick eine unscheinbare Substanz, die sich in Kellern und Ställen bildet. Wirft man sie aber auf glühende Kohlen, sieht man, was in ihr steckt. Aufgrund des in ihm enthaltenen Sauerstoffs ist Salpeter (Kaliumnitrat) wichtiger Bestandteil des ältesten Explosivstoffs, des Schwarzpulvers. Mit dem Ausgang des Mittelalters begann das Zeitalter der Feuerwaffen.

    Weil Schwarzpulver für die Kriegsführung unerlässlich wurde, war die Beschaffung von Salpeter bald ein vorrangiges Ziel von Regierungen. Die Tätigkeit der Salpeterer, die den Stoff sammelten und aufbereiteten, war daher von großer Bedeutung. Eine zentrale Rolle spielte Salpeter daneben in der Feuerwerkskunst, die in der Frühen Neuzeit häufig für Repräsentationszwecke genutzt wurde. Nicht zuletzt war Salpeter unverzichtbar für die meisten alchemistischen Operationen: Aus ihm ließ sich das sogenannte Scheidewasser (Salpetersäure) gewinnen, das Silber löst, aber Gold belässt. Auch für die Bereitung von Königswasser, mit dem sich auch Gold auflösen lässt, ist Salpetersäure notwendig. Für die Alchemisten hatte die Substanz daher einen enormen Nimbus und wurde umfangreich verrätselt und umschrieben.

    Ausstellung mit Büchern und Druckgrafiken des 16. – 20. Jahrhunderts

    Die Ausstellung in der Universitätsbibliothek Augsburg zeigt, wie man mit dieser strategisch höchst bedeutsamen Substanz umging und wie das rätselhafte, zugleich äußerst eindrucksvolle Verhalten des Salpeters gedeutet wurde. Zu sehen sind Bücher und Druckgrafiken des 16. – 20. Jahrhunderts, vorwiegend aus dem Altbestand der Universitätsbibliothek sowie einer Privatsammlung, aber auch einige Gegenstände, die das Handwerk des Salpeterers erlebbar machen. Daneben veranschaulicht ein Ausblick ins 20. Jahrhundert, dass der Salpeter, nunmehr vollsynthetisch und großindustriell hergestellt, seine Bedeutung keineswegs verloren hat.

    Die Ausstellung basiert auf Forschungsarbeiten zum Salpeter und zu Salpeternutzungen in der Frühen Neuzeit, die am Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit und am Wissenschaftszentrum Umwelt der Universität Augsburg durchgeführt wurden.

    Ort: Universitätsbibliothek Augsburg (Zentralbibliothek, Schatzkammer), Universitätsstraße 22
    Dauer: 22. November 2023 bis 25. Februar 2024
    Öffnungszeiten: Geöffnet Montag bis Freitag: 8:30 – 21:00 Uhr sowie Samstag: 9:30 - 16:00 Uhr
    Eintritt: kostenfrei


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. des. Marius Mutz, Geschichte der Frühen Neuzeit
    E-Mail: marius.mutz@uni-a.de

    Prof. Dr. Jens Soentgen, Wissenschaftszentrum Umwelt
    Telefon: +49 821 598 - 3560
    E-Mail: jens.soentgen@uni-a.de

    Dr. Peter Stoll, Universitätsbibliothek Augsburg
    Telefon: + 49 821 598-5372
    E-Mail: peter.stoll@bibliothek.uni-augsburg.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Geschichte / Archäologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).