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Wissenschaft
Professorin Dr. Paola Bertucci, Yale University, New Haven, USA, erhält den Paul-Bunge-Preis 2024 für ihr Buch „In the Land of Marvels. Science, Fabricated Realities, and Industrial Espionage in the Age of the Grand Tour“. Darin wirft sie nicht nur neues Licht auf die Arbeit von Abbé Nollet, sondern auch auf die Bedeutung und den Stellenwert von elektrischen Geräten im 18. Jahrhundert. Die Preisverleihung erfolgt am 17. März im Rahmen der Bunsen-Tagung 2025 an der Universität Leipzig.
Der Preis der Hans-R.-Jenemann-Stiftung ist mit 7500 Euro dotiert und wird von der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) und der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für physikalische Chemie (DBG) gemeinsam vergeben. Er zeichnet herausragende Arbeiten zur Geschichte wissenschaftlicher Instrumente aus.
Paola Bertucci erhält den Paul-Bunge-Preis für ihre Monographie „In the Land of Marvels. Science, Fabricated Realities, and Industrial Espionage in the Age of the Grand Tour“ über Abbé Nollet, einen bedeutenden Experimentalwissenschaftler des 18. Jahrhunderts. Die Autorin beleuchtet Nollets wenig bekannte Reise nach Italien im Jahr 1749 und dessen geheime Mission zur Untersuchung automatisierter Seidenproduktion. Besonders relevant für den Paul-Bunge-Preis sind die Kapitel über Nollets Erforschung von „wundersamen“ Heilungen durch elektrische Instrumente, die er später als Schwindel entlarvte. Bertucci verknüpft geschickt wissenschaftliche Debatten über die Legitimität experimenteller Ergebnisse mit öffentlichen Kontroversen über elektrische Heilmethoden im 18. Jahrhundert. Mit ihrem Werk wirft sie ein neues Licht auf die wissenschaftliche und öffentliche Bedeutung elektrischer Geräte im 18. Jahrhundert.
Paola Bertucci studierte bis 1994 Physik an der Universität Bologna, IT, und erwarb 1997 einen Masterabschluss in Wissenschaftsgeschichte an der Universität Oxford, UK. 2001 promovierte sie dort in Wissenschaftsgeschichte. Von 2001-2008 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bologna. 2005 war sie Gastdozentin an der Fakultät für Design und Kunst, Abteilung Industriedesign, der IUAV Universität Venedig, Italien. Von 2008-2014 war Bertucci Assistant Professor und 2015-2022 Associate Professor für Wissenschafts- und Medizingeschichte an der Yale University, USA. Dort hat sie seit 2023 eine Professur für Wissenschafts- und Medizingeschichte inne. Bertucci ist zudem seit 2012 Kuratorin der Abteilung für Wissenschafts- und Technikgeschichte am Naturkundemuseum der Yale University. Bertucci ist in mehreren Fachgremien aktiv, so ist sie unter anderem Präsidentin der American Society for Eighteenth-Century Studies. Sie hat zahlreiche Publikationen veröffentlicht und bereits einige renommierte Auszeichnungen erhalten.
Der Paul-Bunge-Preis gilt weltweit als wichtigste Ehrung auf dem Gebiet der Geschichte wissenschaftlicher Instrumente und wird öffentlich und international ausgeschrieben. Über die Vergabe entscheidet der von der GDCh und der DBG getragene Beirat der Hans-R.-Jenemann-Stiftung. Hans R. Jenemann (1920–1996), Chemiker bei den Schott Glaswerken in Mainz, wurde bekannt durch seine Beiträge zur Geschichte wissenschaftlicher Geräte, vor allem historischer Waagen. Er selbst rief die Stiftung 1992 ins Leben. Benannt ist der Preis nach dem Hamburger Feinmechaniker Paul Bunge (1839–1888), einem der führenden Konstrukteure von Laborwaagen für die chemische Analyse.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört mit über 28 000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften weltweit. Sie unterhält zahlreiche Stiftungen, so die Hans-R.-Jenemann-Stiftung. Die Verleihung des Paul-Bunge-Preises der Hans-R.-Jenemann-Stiftung erfolgt jährlich, üblicherweise abwechselnd auf der Bunsen-Tagung und den Vortragstagungen der GDCh-Fachgruppe Geschichte der Chemie.
Paul-Bunge-Preisträgerin Paola Bertucci (Foto: Anne Ryan)
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
Chemie, Geschichte / Archäologie
überregional
Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch
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