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04.04.2025 08:48

Mit Plasmatechnologien zu Leiterplatten mit Magnesiumkern

Susanne Frank Forschungsmarketing
INNOVENT e.V. Technologieentwicklung Jena

    Eine neue, bei INNOVENT e.V. entwickelte Beschichtungstechnologie ermöglicht es, Leiterbahnen auf Magnesiumsubstraten aufzubringen. Möglich wird dies durch eine Kombination von Plasmachemischer Oxidation (PCO), Sol-Gel-Verfahren und Kaltplasmaspritzen. Mit dieser Technologie sind die von Metallkernleiterplatten aus Aluminium bekannten guten Wärmeabführungseigenschaften auch für das noch leichtere Metall Magnesium zugänglich.

    Leiterplatten mit Metallkern – was ist das?
    Im Zuge der Digitalisierung steigt der Bedarf an leistungsfähigen Schaltungen und robuster Schaltungselektronik spürbar. Da Standardleiterplatten aus Verbundmaterialien nur eine unzureichende Wärmeabführung bieten, sind besonders bei Anwendungen mit Hochstrom oder beim Einsatz von Power-LEDs Alternativen mit besserer Wärmeableitung gefragt. An dieser Stelle kommen Metallkernleiterplatten zum Einsatz. Die Besonderheit ist, dass ein Kern aus wärmeleitfähigem Metall durch eine elektrisch dichte Sperrschicht von den Leiterbahnen aus Kupfer getrennt ist. Solche Leiterplatten sind bisher vor allem für Aluminium etabliert; Wissenschaftler:innen von INNOVENT untersuchten nun im Forschungsprojekt „SlimPCB“, ob solche Schaltungsträger auch auf Magnesiumbasis hergestellt werden können. Das Hauptaugenmerk lag dabei auf der Entwicklung der elektrisch dichten Sperrschicht zwischen dem Magnesiumkern und den Kupferleiterbahnen.

    Und wie soll das gehen?
    Gelungen ist es eine Schicht herzustellen durch eine Kombination aus Plasmachemischer Oxidation (PCO) und Sol-Gel-Verfahren. Das PCO-Verfahren ist ein besonderes elektrochemisches Verfahren, bei dem auf Leichtmetallen wie Aluminium oder Magnesium unter Ausnutzung von Plasmaprozessen in einem Elektrolytbad mehrere Mikrometer dicke Beschichtungen erzeugt werden können. Das nasschemische Sol-Gel-Verfahren hingegen bietet die Möglichkeit, die Eigenschaften der Beschichtung durch die variable Rezeptur zielgenau anzupassen. So konnte eine Schicht erzeugt werden, die Spannungen bis zu eintausend Volt aushält.

    Und die Leiterbahnen?
    Auf diese Schicht wurden die Leiterbahnen mittels Kupferkaltplasmaspritzens abgeschieden. Hierbei wird feinstes Kupferpulver in eine Plasmaquelle gegeben und dadurch auf die Probe geschleudert. Durch die hohe Energie des Plasmas schmilzt das Kupfer an und bleibt auf der Oberfläche quasi kleben. Unter Verwendung einer Maskierung konnte so eine einfache Schaltung mit zwei LEDs verwirklicht werden. Die Ergebnisse dieses Projekts sind zusammengefasst in der Zeitschrift „Produktion von Leiterplatten und Systemen (PLUS)“ in der Märzausgabe erschienen, der Artikel findet sich auch unter https://www.leuze-verlag.de/forschung-und-technologie/entwicklung-von-ims-schalt...

    Über INNOVENT:
    Die Industrieforschungseinrichtung INNOVENT e.V. analysiert, forscht und entwickelt seit 30 Jahren in den Bereichen Oberflächentechnik, Magnetisch-Optische Systeme, Primer & Chemische Oberflächenbehandlung und Biomaterialien. Das Institut aus Jena beschäftigt etwa 130 Mitarbeiter, leitet verschiedene Netzwerke und führt bundesweit Fachtagungen durch. INNOVENT ist Gründungsmitglied der Deutschen Industrieforschungsgemeinschaft Konrad Zuse.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    INNOVENT e. V. Technologienentwicklung Jena
    Dr. Andreas Pfuch
    Prüssingstraße 27B
    07745 Jena
    E-Mail: a.pfuch@innovent-jena.de


    Weitere Informationen:

    https://www.innovent-jena.de/oft/kompetenzen


    Bilder

    Funktionsfähiger Demonstrator mit Magnesiumkern
    Funktionsfähiger Demonstrator mit Magnesiumkern

    INNOVENT e.V.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Elektrotechnik, Informationstechnik, Maschinenbau, Werkstoffwissenschaften, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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