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Wissenschaft
Ergebnisse aus mehr als zwanzigjähriger Forschung: Über 1.600 Objekte des belgischen Designers sind jetzt für alle zugänglich. Ab dem 29. August 2025 ist das digitale Werkverzeichnis der kunstgewerblichen und raumkünstlerischen Arbeiten Henry van de Veldes kostenlos und weltweit abrufbar. Unter www.wvz-henryvandevelde.de können Forschende ebenso wie Vertreter*innen musealer und privater Sammlungen, des Kunsthandels sowie der interessierten Öffentlichkeit auf 1.657 dokumentierte Modelle aus den Jahren 1891 bis 1941 zugreifen.
Das digitale Werkverzeichnis der Direktion Museen der Klassik Stiftung Weimar erschließt sämtliche bislang identifizierbare Entwürfe van de Veldes aus Metall, Textil, Keramik und Holz. Die Einträge enthalten Informationen zu Entwurfsjahr, Maßen, Technik, Materialien, Herstellern, Auftraggebern, Provenienzen und erhaltenen Exemplaren. Hochauflösende Abbildungen mit Zoomfunktion ergänzen die Objektdokumentation.
Ein besonderer Mehrwert der Online-Edition liegt in der erstmaligen Publikation von 377 Sitz-, Ruhe- und Korbmöbelmodellen. Die zugehörige Bild- und Quellenbasis umfasst rund 800 Abbildungen: historische Fotografien der Möbel z.T. aus dem Nachlass des Künstlers, Kataloge und ein Auftragsbuch für Korbmöbel. Diese Quellen sind für die häufig komplizierte Zuschreibung ausschlaggebend. Einführende Texte über die Möbel beantworten Fragen zu Material und Herstellung.
Das Projekt setzt das zwischen 2009 und 2016 im Auftrag der Klassik Stiftung Weimar in drei Buchbänden publizierte Werkverzeichnis von Thomas Föhl und Antje Neumann fort. Die in Buchform vorliegenden Katalogeinträge umfassten 825 Metallmodelle, 196 Textilarbeiten und 256 Keramiken mit insgesamt über 2.700 Abbildungen. 2022 wagte die Direktion Museen der Klassik Stiftung Weimar einen Neuanfang mit der Umstellung auf eine Online-Edition. Die digitale Neufassung ist eine Fortsetzung des Projekts in völlig neuer Form. Die Direktion Museen entschied sich für die vorläufige Einstellung der Printversion, um den Abschluss im finanzierten Rahmen zu garantieren und Ergänzungen auch nach der Publikation aufnehmen zu können. Die Fördermittelgeber trugen die Neuorientierung solidarisch mit. Auf dem gedruckten Werk basierend, wurde die digitale Publikation umfassend überarbeitet und erweitert. Die IT-Experten Marc Blechschmidt und Christiane Kümpel setzten das von Museumsmitarbeitenden entwickelte Layout im Rahmen der digitalen Transformation der Klassik Stiftung Weimar um.
Die Kontextualisierung des Werks erfolgt über vier ergänzende Verzeichnisse zu Personen (419 Einträge), Körperschaften (121), Aufträgen (243) und Ausstellungen (87), die mit insgesamt über 1.400 Abbildungen illustriert sind. Damit werden zentrale Akteur*innen, Institutionen und Netzwerke sichtbar, die van de Veldes Arbeit prägten. Berühmte Kund*innen Henry van de Veldes wie Harry Graf Kessler oder Helene Kröller-Müller sind hier ebenso zu finden wie die Kunstgewerblichen Werkstätten des Korbflechters Ernst Schmiedeknecht in Tannroda oder die Möbeltischlerei H. Scheidemantel in Weimar. Die Verzeichnisse leisten so auch einen substantiellen Beitrag zur Provenienz- und Sammlungsgeschichte und ermöglichen eine fundierte Einordnung in kunst-, sozial- und wirtschaftshistorische Kontexte.
Die von Bea Maybach und Manuel Schwarz erarbeitete Online-Edition versteht sich als dynamische Plattform, die die Recherche zu Henry van de Velde erleichtert und um neue Inhalte erweitert. Bis 2027 ist die Veröffentlichung weiterer ca. 700 Einträge zu Tischen, Aufbewahrungsmöbel und Kleinmöbel sowie von ergänzendem Quellenmaterial geplant.
Die Bremer Mäzenin Karin Hollweg gratulierte der Direktion Museen der Klassik Stiftung Weimar: „Es ist ein bedeuteter Meilenstein, der nicht nur ein wertvoller Beitrag zur Kunst- und Designgeschichte, sondern auch eine unverzichtbare Grundlage für die weitere wissenschaftliche Beschäftigung mit dem außergewöhnlichen Schaffen Henry van de Veldes darstellt. Das Engagement und die akribische Arbeit haben ein digitales Nachschlagewerk geschaffen, das Forscherinnen und Forscher, Studierende und Liebhaber der Kunst gleichermaßen begeistern wird.“
Dr. Annette Ludwig, Direktorin der Museen der Klassik Stiftung Weimar und steuernd für das Projekt verantwortlich, hebt die Bedeutung der Mittelakquise hervor: „Ohne die herausragende, kontinuierliche und großzügige Förderung der Karin und Uwe Hollweg Stiftung und der Henry van de Velde Family Foundation wäre die ambitionierte digitale Publikation nicht möglich gewesen. Ich bin sehr dankbar, dass wir dadurch – mit einem Mini-Team – nicht nur einen Meilenstein für die van de Velde-Forschung erarbeiten und auf den Weg bringen konnten. Wir setzen durch dieses Vertrauen auch im Hinblick auf die Gattung Werkverzeichnis Maßstäbe.“
Das Projekt wurde von 2001 bis 2016 durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Ernst von Siemens Kunststiftung sowie 2008 von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen gefördert. Seit 2022 unterstützen die Karin und Uwe Hollweg Stiftung aus Bremen und die Henry van de Velde Family Foundation das Forschungsvorhaben. Internationale Kooperationspartner sind die École nationale supérieure des arts visuels de La Cambre mit dem Fonds Henry van de Velde ASBL, Brüssel, die Archives et Musées de la Littérature und die Königliche Bibliothek Belgiens (KBR) in Brüssel, die Universitätsbibliothek Gent sowie das Museum für Gestaltung Zürich.
Bei Fragen und Interviewwünschen kontaktieren Sie uns gerne.
Sabine Walter Sabine.Walter@klassik-stiftung.de
www.wvz-henryvandevelde.de
Online-Werkverzeichnis, Katalogeintrag, »Leuring«-Hocker, online WVZ-Nr. 1895
Copyright: © Henry van de Velde Family Foundation
enry van de Velde (1863 – 1957), »Biart«-Sessel, 1895, benannt nach dem Schwager des Künstlers, dess ...
Quelle: A. Burzik
Copyright: © Henry van de Velde Family Foundation
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
Bauwesen / Architektur, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Kunst / Design
überregional
Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch
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