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Wissenschaft
Für eine sichere und klimaneutrale Energieversorgung sind effiziente und umweltverträgliche Speichertechnologien wie die lithiumfreie Aluminium-Ionen-Batterie (AIB) essenziell. Im Forschungsprojekt SALSA (Entwicklung applikationsspezifischer Aluminium-Ionen-Batterien unter Nutzung innovativer Passiv- und Aktivmaterialien) steht die Validierung und Weiterentwicklung der AIB im Fokus. Die Einsatzmöglichkeiten dieser neuen Zellchemie zur Netzstabilisierung wer-den in SALSA anhand von genormten Batterieprüfverfahren praktisch erprobt.
Zum Ausbau einer nachhaltigen Stromversorgung bei zunehmender Elektrifizierung von Verkehr, Industrieprozessen und Gebäudeheizungen bedarf es effizienter Stromspeicher. Neben dem Speichern großer Energiemengen, beispielsweise für einen Tag-/Nacht- oder Jahreszeitenausgleich, ist eine Stabilisierung des Stromnetzes durch die hochdynamische Glättung von Lastspitzen unerlässlich. Sensible Bereiche in Industrie, Gewerbe und Infrastruktur profitieren insbesondere von unterbrechungsfreien Stromversorgungen (USV). Für derartige wartungsarme stationäre Anwendungen eignet sich die neue Aluminium-Ionen-Batterie aufgrund ihrer hervorragenden Zyklenfestigkeit und Leistungsdichte. Verglichen mit den derzeit kommerziell verfügbaren Batterietechnologien, z.B. auf Lithium- oder Bleibasis, ist die AIB eine zukunftsfähige Alternative: sie bietet klare Vorteile hinsichtlich der Kosten, Rohstoffverfügbarkeit und Umweltbilanz.
Von der Forschung zur Praxis und wieder zurück: Anforderungsgetriebene Materialentwicklung
Im 2025 erfolgreich beendeten Projekt INNOBATT wurden kleinformatige AIB-Zellen im Pouchzellformat gefertigt und in einen Systemdemonstrator integriert. Dieser wichtige Schritt des Demonstratorbetriebs ermöglicht Rückschlüsse auf die tatsächliche Performance der neuen Zelltechnologie, denn erst die Skalierung auf Batteriemodule legt Verbesserungspotenziale für die Pouchzellen auf Materialebene offen. Daraus ergibt sich das Gesamtziel des Folgeprojekts SALSA: Die Entwicklung neuer skalierbarer Materialien für wiederaufladbare AIB mit Fokus auf Verbesserung der Leistungsdichte, Energieeffizienz und Zyklenfestigkeit. Der Einsatz von operando-Analytik sorgt hierbei für das nötige Grundlagenverständnis der Mechanismen. Anhand genormter Batterieprüfverfahren sollen insbesondere die spezifischen Einsatzmöglichkeiten der AIB für eine USV praxisnah erprobt werden. Auch aus diesen Tests ergibt sich eine Feedbackschleife aus der Anwendung direkt zurück zur Materialentwicklung.
Das Projekt SALSA kann direkt auf die Erkenntnisse aus Vorgängerprojekten wie INNOBATT aufbauen. So sind bereits zum Projektauftakt AIB-Zellen bzw. Module mit Standarlebensdauer verfügbar. Diese Module werden unter anwendungsnahen Belastungs- und Umgebungsbedingungen getestet. Im Projektverlauf kommen mindestens drei unterschiedliche Entwicklungsstufen der Module auf den Prüfstand, um die Aktiv- und Passivmaterialien fortlaufend in einem iterativen Prozess zu verbessern. Das ermöglicht die Weiterentwicklung der Aktiv- und Passivmaterialien parallel zur Validierung. Die Zusammensetzung des Konsortiums mit Kompetenzen aus den Bereichen Materialentwicklung und Oberflächenmodifikation, Testzellentwicklung sowie Batterieherstellung und Evaluation erlaubt sowohl die Weiterentwicklung der AIB-Zellchemie durch wissensbasierte Materialforschung als auch die Validierung dieser Technologie in konkreten anwendungsnahen Prüfverfahren.
Dr. Franziska Jach
Gruppenleitung Batteriematerialien, Abteilung Energiematerialien und Testbauelemente
Tel. +49 3731 2033 - 105
franziska.jach@iisb.fraunhofer.de
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Raman-Mikroskop am Fraunhofer THM, das im Projekt SALSA zur operando-Analytik von Elektroden und Ele ...
Quelle: Daniel Karmann
Copyright: Daniel Karmann / Fraunhofer IISB
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
Chemie, Energie, Umwelt / Ökologie, Werkstoffwissenschaften
überregional
Forschungsprojekte, Kooperationen
Deutsch

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