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13.01.2026 10:13

Gesünder altern mit AR: Hammer Senior*innen an HSHL-Studie beteiligt

Marc Hidding Kommunikation und Marketing
Hochschule Hamm-Lippstadt

    Am Montag, 5. Januar 2026 haben sieben Senior*innen aus dem Hammer Stadtgebiet den Campus Hamm der Hochschule Hamm-Lippstadt besucht, um an einer Studie der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Katharina Meyer und von Prof. Dr.-Ing. Petra Rolfes-Gehrmann, Studiengangsleiterin "Product Development and Business Studies", teilzunehmen. In dieser geht es um den Einsatz von Augmented Reality (AR), einer Technologie, die digitale Informationen wie Bilder oder 3D-Modelle in Echtzeit in die reale Welt bringt, als spielerische Präventions- und Rehabilitationsanwendung für ältere Menschen.

    Durchgeführt wurde die Studie im digitalen Therapielabor der HSHL, in dem neuartige digitale Therapiemöglichkeiten speziell für die motorische Neurorehabilitation entwickelt werden. Nach einer kurzen Einführung konnten die Gäste mittels AR-Brille zwei Spiele ausprobieren, die von Katharina Meyer selbst entworfen wurden. Diese sind darauf ausgelegt, die körperliche und geistige Aktivität zu steigern. So mussten beispielsweise in einer gewissen Zeitspanne möglichst viele virtuelle Seifenblasen mit gezielten Handbewegungen und Schritten im Raum zum Platzen gebracht werden. Schnell zeigte sich, dass dieser spielerische Ansatz, die sogenannte "Gamification", auf positive Resonanz bei den Teilnehmenden stößt. "Das hat wirklich viel Spaß gemacht", so die einstimmige Meinung der Besucher*innen. Abschließend mussten sie dann noch einen Fragebogen zur Nutzer*innenakzeptanz ausfüllen, um die beiden Spiele im Hinblick auf Verständlichkeit, Bedienbarkeit, wahrgenommene körperliche Aktivierung und das Spielerlebnis zu bewerten. Die Gesamtbewertung erreichte im Mittel 9,3 von 10 Punkten.

    Augmented Reality als digitale Therapie im Alter

    Das Ziel der Studie ist die Entwicklung einer kostengünstigen, nutzer*innenzentrierten AR-Therapieanwendung für Senior*innen, die sich für den Heimgebrauch eignet. "Der demographische Wandel kann nur dann funktionieren, wenn wir möglichst gesund altern", sagt Prof. Rolfes-Gehrmann. "Unsere professionellen, aber auch sehr teuren, digitalen Therapiegeräte haben uns gezeigt, wie die Neuroplastizität, die dynamische Anpassungsfähigkeit unseres Gehirns, durch die Kombination aus visuellem, kognitivem und motorischem Training verbessert werden kann. Wir möchten mit unseren spielerischen Ansätzen, diese Fähigkeiten bis ins hohe Alter trainieren, um neurologische Erkrankungen vorzubeugen." Besonderes Augenmerk läge dabei auf der Berücksichtigung der Wünsche und Bedürfnisse potenzieller Anwender*innen.

    Die Ergebnisse der Untersuchung wird Katharina Meyer im März dieses Jahres auf der 15. World Conference of the International Society for Gerontechnology (ISG) in Vancouver, Kanada, mit ihrem Fachartikel "Playful Home-Based AR Applications: Increasing Physical Activity in the Elderly for Prevention and Rehabilitation" (dt. "Spielerische AR-Anwendungen für den häuslichen Bereich: Steigerung der körperlichen Aktivität älterer Menschen zur Prävention und Rehabilitation") vorstellen. Die Konferenz steht diesmal unter dem Motto "Empowering Aging with Gerontechnology" (dt. "Selbstbestimmtes Altern durch Gerontechnologie fördern").

    Kooperation von Stadt und HSHL

    Möglich gemacht hatte den Termin Laura Bisinger von der Fachstelle Leben im Alter der Stadt Hamm. Vorausgegangen war ihm eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Stadtverwaltung und der Hochschule, die im vergangenen Jahr geschlossen wurde und vorsieht, älterwerdenden Menschen einen besseren Zugang zu den Angeboten am Campus zu ermöglichen. Die Auftaktveranstaltung mit Laborführungen fand am 11. November 2025 am Campus Hamm statt. "Solche und ähnliche Experimente sollen auch zukünftig in Kooperation mit der HSHL stattfinden", heißt es seitens der Fachstelle. Der nächste Einsatz der AR-Brillen der HSHL soll bereits im Rahmen des Klön-Cafés der Hammer Senior*innen am 4. März 2026 stattfinden.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr.-Ing. Petra Rolfes-Gehrmann
    +49 (0)2381 8789-521
    petra.rolfes-gehrmann@hshl.de


    Bilder

    Mittels AR-Brillen konnten die Senior*innen im Rahmen der Studie ihre Geschicklichkeit testen
    Mittels AR-Brillen konnten die Senior*innen im Rahmen der Studie ihre Geschicklichkeit testen
    Quelle: Marc Hidding
    Copyright: HSHL


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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