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Mittels moderner Sensorik und KI gipshaltige Abfälle in Echtzeit analysieren: Erfolgreicher Abschluss des Drittmittelprojekts „GIPScycle“
Erfolgreich abgeschlossenes Drittmittelprojekt: Das Institut für Digital Engineering (IDEE) der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) hat das über Drittmittel finanzierte Forschungsprojekt „Ressourceneffiziente Recycling-Trockenbauplatten – GIPScycle“ im Rahmen des bayerischen Projektverbunds „ForCYCLE Technikum“ erfolgreich abgeschlossen. Im Zentrum der Forschungsarbeit stand die Entwicklung eines auf künstlicher Intelligenz (KI) gestützten Charakterisierungsverfahrens, das die automatisierte Erkennung von Störstoffen in Bauabfällen ermöglicht und damit eine wesentliche Hürde für die Kreislaufwirtschaft im Bausektor nimmt.
Präzise Analytik durch künstliche Intelligenz
Gipsabfälle aus dem Rückbau enthalten oft Verunreinigungen, die den Recyclingprozess stören oder die Qualität des Endprodukts mindern. Mit „GIPScycle“ entwickelten die Forschenden ein System, das mittels moderner Sensorik und KI gipshaltige Abfälle in Echtzeit analysiert. Durch dieses Verfahren können Störstoffe wie siloxanbasierte Additive (Silikonverbindungen auf Basis von Silicium und Sauerstoff, z. B. Silikonöle), oder kritische Verunreinigungen wie Asbest zuverlässig identifiziert werden.
„Durch den Einsatz von KI können wir Störstoffe heute wesentlich schneller detektieren als mit konventionellen Labormethoden“, erklärt Prof. Dr.-Ing. Bastian Engelmann. „Diese exakte und schnelle Charakterisierung ist die Grundvoraussetzung, um Gipsabfälle sicher als hochwertigen Rohstoff in den Produktionskreislauf zurückzuführen.“
Effiziente Prozesssteuerung und Datensicherheit
Die wissenschaftliche Validierung der Messmethoden erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Center for Applied Energy Research e. V. (CAE) in Würzburg, während die Knauf Gips KG aus Iphofen als Praxispartner die industrielle Relevanz sicherstellte. Die Projektergebnisse wurden in einer Webapplikation gebündelt, die eine direkte Auswertung der Daten vor Ort erlaubt.
„Die schnelle Detektion der Materialzusammensetzung ermöglicht eine unmittelbare Anpassung des Produktionsprozesses oder den Ausschluss von Material. Dies führt in der Produktion zu weniger Ausschuss und sichert eine gleichbleibende Qualität des Endprodukts“, erläutert Markus Wilhelm, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Projekts, den Vorteil für die Praxis. „Dabei bietet das System volle Datensouveränität, da die Anwendung abgeschlossen auf eigenen Servern betrieben werden kann.“
Förderung und Nachhaltigkeit
Das Projekt lief vom 1. Oktober 2022 bis 31. Dezember 2025 und wurde vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit über 700.000 Euro gefördert. Das Ressourceneffizienz-Zentrum Bayern (REZ) am Bayerischen Landesamt für Umwelt befasste sich mit der Koordination. Die entwickelte Technologie leiste einen wichtigen Beitrag dazu, Primärressourcen zu schonen und die bayerische Wirtschaft auf dem Weg zu einer klimafreundlicheren Kreislaufwirtschaft zu unterstützen, erklären Prof. Dr.-Ing. Engelmann und Vizepräsident Prof. Dr. Jan Schmitt, die das Projekt vom 1. Juli 2024 bis 31. Dezember 2025 bzw. vom 1. Oktober 2022 bis 30. Juni 2024 geleitet haben.
Projektvideo Imagefilm ForCycle
(Quelle: REZ)
Zur Website des IDEE
Über die THWS
Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung. Mit rund 9.100 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWS ist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.
Kontakt:
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt
Institut für Digital Engineering (IDEE)
Prof. Dr.-Ing. Bastian Engelmann
Ignaz-Schön-Straße 11
97421 Schweinfurt
bastian.engelmann@thws.de
09721 940-8772
Pressekontakt:
Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt
Angela Kreipl
Münzstraße
97070 Würzburg
angela.kreipl@thws.de
0931 3511-8354
Prof. Dr.-Ing. Bastian Engelmann und Markus Wilhelm sowie Projektbeteiligte von ForCYCLE Technikum t ...
Quelle: Ralf Rödel
Copyright: Ralf Rödel
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
Bauwesen / Architektur, Geowissenschaften, Umwelt / Ökologie, Werkstoffwissenschaften
überregional
Forschungsprojekte, Kooperationen
Deutsch

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