idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
19.01.2026 11:54

Der Wohnort als Bildungsfaktor: Georeferenzierung macht NEPS-Daten für vielfältige kleinräumige Analysen nutzbar

Iris Meyer Stabsbereich Kommunikation
Leibniz-Institut für Bildungsverläufe

    Neue Möglichkeiten für räumliche Analysen mit dem NEPS: Mit einer neuen Georeferenzierung ist es möglich, Regionaldaten mit dem Datenangebot des Nationalen Bildungspanels (NEPS) zu verknüpfen. Damit können Auswirkungen des direkten Wohnumfelds auf Bildungschancen untersucht werden. Möglich macht das ein einheitliches Geodaten-Raster: Die Adressinformationen von Teilnehmenden der Startkohorten 1 bis 6 wurden in Geokoordinaten umgewandelt und in ein Raster von 100 qm-Zellen überführt. Damit ist es möglich, vielfältige Kontextinformationen aus Datenquellen mit der gleichen Rastergröße an die NEPS-Daten anzuspielen und so die Bedeutung des Wohnorts für Bildungsmöglichkeiten zu analysieren.

    Bildungschancen hängen in Deutschland von vielen Faktoren ab – etwa vom Geschlecht, vom familiären Hintergrund oder von der sozialen und ethnischen Herkunft. Doch auch das Wohnumfeld einer Person kann auf vielfältige Weise beeinflussen, welche Bildungsmöglichkeiten ihr offenstehen und wie sie diese wahrnimmt. Das wiederum wirkt sich auf den Arbeitsmarkterfolg, das Einkommen oder die Gesundheit eines Menschen aus. So sind etwa mit der sozialen Lage eines Wohnviertels unter Umständen unterschiedliche Bildungschancen für Schülerinnen und Schüler verbunden. Auch deshalb haben die Bund und Länder das sogenannte Startchancen-Programm beschlossen, dass seit dem Schuljahr 2024/25 Schulen in besonders benachteiligten Vierteln unterstützen soll. Mit den georeferenzierten NEPS-Daten lässt sich nun untersuchen, ob die soziale Lage der Wohnviertel tatsächlich die Kompetenzen und Bildungswege der Kinder beeinflusst. Auch die Folgen von Nähe oder Distanz zu bestimmten Arten von Bildungseinrichtungen können mit der neuen Verknüpfungsmöglichkeit analysiert werden.

    Um die NEPS-Daten für solche unterschiedlichen kleinräumigen Analysen nutzbar zu machen, wurden die Adressen von rund 52.000 Befragten der Langzeitstudie NEPS in ein einheitliches Geodaten-Raster des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG) übertragen. Die räumliche Auflösung des Rasters beträgt 100 x 100 Meter. In Deutschland gibt es weitere Datenquellen, die auf demselben Raster vielfältige Kontextinformationen anbieten, etwa zu Luftqualität, Verkehrslärm oder der Zusammensetzung der Nachbarschaft. Solche Regionaldaten können fortan auf Wunsch der Datennutzenden mit den NEPS-Daten kombiniert werden. Der entscheidende Vorteil dieses Verfahrens liegt darin, dass die verknüpften Informationen zeitstabil und vergleichbar ausgewertet werden können und ihre Entstehung und Aussagekraft wissenschaftlich überprüfbar sind.

    Aus Datenschutzgründen können die mit den Befragten-IDs verknüpften Raumdaten nicht direkt an Forschende weitergegeben werden. Datennutzende, die mit der neuen Georeferenzierung arbeiten wollen, können die von ihnen gewählten Kontextinformationen über das Forschungsdatenzentrum (FDZ) des LIfBi an die NEPS-Daten anspielen lassen und mit den so entstehenden Datensätzen im Datensicherheitsraum des LIfBi arbeiten. Im Anschluss können Analysen, Logfiles oder Grafiken durch das FDZ aus dem geschützten Bereich exportiert und mitgenommen werden. Detaillierte Informationen finden sich in einem neuen NEPS Survey Paper zum Projekt NEPSGeoDaten.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    https://www.lifbi.de/de-de/Start/Institut/Personen/Person/account/201?name=Helbi... Prof. Dr. Marcel Helbig, Projektleiter NEPSGeoDaten
    https://www.lifbi.de/de-de/Start/Institut/Personen/Person/account/1104?name=Fu%C... Dr. Daniel Fuß, Leiter Foschungsdatenzentrum des LIFBi


    Originalpublikation:

    Helbig, M., Karwath, C., Koberg, T. & Ruland, M. (2025). NEPSGeoDaten: Anreicherung der im Panel verfolgten Bestandskohorten des NEPS mit umfangreichen Raumdaten. (NEPS Survey Paper No. 125). Leibniz-Institut für Bildungsverläufe, Nationales Bildungspanel. https://doi.org/10.5157/NEPS:SP125:1.0


    Weitere Informationen:

    https://www.neps-data.de/Datenzentrum/%C3%9Cbersichten-und-Hilfen/Regionaldaten Informationen zu allen Regionaldaten


    Bilder

    Mehrparteienhaus in einer deutschen Kleinstadt
    Mehrparteienhaus in einer deutschen Kleinstadt
    Quelle: LIfBi / Iris Meyer
    Copyright: LIfBi


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Bauwesen / Architektur, Geowissenschaften, Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Politik
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).