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20.01.2026 09:53

Das Akademienprogramm startet mit zehn neuen Vorhaben ins Jahr 2026

Dr. Annette Schaefgen Büro Berlin - Informations-, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Union der deutschen Akademien der Wissenschaften

    Von antiken Krokodil- und Menschenmumien, alevitischen Lebenswelten in Anatolien und arabischen Überlieferungen des Alten Testaments über archäologische Untersuchungen Westgermaniens, das Werk des Philosophen Rudolf Carnap, die christliche Bewegung des Sozinianismus, Quellen zum Vatikan und der Verfolgung der Juden in Europa und die Erarbeitung einer Mittelniederdeutschen Grammatik bis hin zur digitalen Bereitstellung von Grundwortschätzen für bis zu 1.500 Sprachen und einer Edition wissenschaftlicher Software: Mit dieser thematischen Vielfalt bereichern zehn neue Projekte seit diesem Jahr das gemeinsame Forschungsprogramm der deutschen Wissenschaftsakademien.

    2026 umfasst das auf die Erschließung, Sicherung und Erforschung des weltweiten kulturellen Erbes ausgelegte Akademienprogramm damit 130 Vorhaben und hat ein Finanzvolumen von mehr als 82 Millionen Euro.

    „Ich bin schon jetzt neugierig auf die Ergebnisse aus diesen neu beginnenden Projekten“, so Professor Christoph Markschies, Präsident der Akademienunion. „Wenn ich als Historiker und Theologe einmal ganz unverfroren für meine eigenen Fächer Partei ergreifen darf, freut mich doch besonders, wie stark Religion in den neuen Vorhaben Thema ist. Das ist ganz sachgemäß, weil man natürlich auch die allermeisten Gesellschaften unserer Tage nicht ohne Kenntnis von Geschichte und Gegenwart versteht. ‚Vergangenheit verstehen. Zukunft gestalten‘ lautet das Motto der Akademienunion. Wer Religion in der Vergangenheit versteht, weiß, wie mit Religion in Zukunft so umzugehen ist, dass wir in einer menschenwürdigen Welt leben, die nicht zur Räuberhöhle verkommt.“

    Folgende zehn neue Vorhaben setzten sich mit ihrer exzellenten wissenschaftlichen Qualität und ihren innovativen Forschungsmethoden in einem mehrstufigen Auswahlverfahren gegen eine Vielzahl weiterer Projekte durch:

    • „Alevitisches Archiv: Ethnohistorie alevitischer Gemeinschaften in Anatolien, 16.–20. Jh.“ (Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig)

    • „Biblia Arabica: Kritische Edition und digitaler Gesamtkatalog der arabischen Handschriften des Alten Testaments und ihrer Paratexte“ (Bayerische Akademie der Wissenschaften / Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz)

    • „Edition Wissenschaftliche Software (EWS). Wissenschaftshistorische und wissenschaftsphilosophische Forschung und Edition zur Softwaregeschichte der Digitalen Wissenschaften von 1950 bis 2010“ (Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste / Bayerische Akademie der Wissenschaften / Nationale Akademie der Wissenschaften – Leopoldina)

    • „Global Basic Lexicon (GloBasLex)“ (Heidelberger Akademie der Wissenschaften)

    • „Die Krokodil- und Menschenmumien von Tebtynis: KI-gestützte Zusammenführung und editorische Erschließung hellenistischer Papyri der Bancroft Library (Berkeley)“ (Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste)

    • „Mittelniederdeutsche Grammatik (MndGram)“ (Akademie der Wissenschaften in Hamburg)

    • „Rudolf Carnap Digital (RCD). Erarbeitung des Gesamtwerks in den Kontexten der Moderne: Wiener Kreis, Formale Philosophie, Emigration, Kalter Krieg“ (Bayerische Akademie der Wissenschaften)

    • „Religion und Naturwissenschaft im Umbruch: Sozinianische Briefwechsel und Inedita Digital“ (Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz / Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen)

    • „Der Vatikan und die Verfolgung der Juden in Europa (VVJE). Bittschreiben an den Papst und ihr Weg durch die vatikanischen Instanzen. Digitale Edition und Auswertung eines der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Quellenkorpus“ (Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften / Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste)

    • „Westgermanien im Wandel – Edition und multidisziplinäre Erforschung der nordwestdeutschen Kulturlandschaft während der römischen Kaiserzeit (1.¬–4. Jh.)“ (Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen / Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste)

    Das Akademienprogramm ist das derzeit größte Langzeitforschungsprogramm für die Geistes- und Sozialwissenschaften in Deutschland und weltweit einzigartig. Seit 1979/80 wird es von Bund und Ländern gemeinsam gefördert und von der Akademienunion koordiniert. Träger des Programms und zuständig für die Bearbeitung der Projekte sind die acht Mitgliedsakademien der Akademienunion und die Leopoldina. Das Akademienprogramm wird jährlich neu ausgeschrieben – noch bis zum 31. Januar können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für das Akademienprogramm 2028 bewerben: https://www.akademienunion.de/presse/nachricht/ausschreibung-fuer-das-akademienp...


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Kulturwissenschaften, Religion, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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