idw - Informationsdienst
Wissenschaft
Daniel Kirschenbaum vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) entwickelt neue Methoden um herauszufinden, wie genau Immunzellen durch bösartige Hirntumoren ausgebremst werden. Dabei fördern ihn die EACR-Mark Foundation und die Pezcoller Foundation mit dem mit 100.000 Euro dotierten Rising Star Award.
Tumorzellen beherrschen ein ganzes Arsenal an Strategien, um das Immunsystem zu unterdrücken und sich so vor Eliminierung durch die Abwehrzellen zu schützen. Als besonders immunsuppressiv gilt das Glioblastom, ein sehr aggressiv wachsender Hirntumor: Bei dieser Krebsart kommt es oft schon in sehr frühen Stadien der Erkrankung zu einer Blockade der Abwehrzellen.
Was in den Immunzellen passiert, wenn sie in den dysfunktionalen Zustand übergehen, ist bereits gut bekannt. Forscher nutzen für solche Untersuchungen in der Regel die Einzelzell-mRNA-Sequenzierung. Diese Technik gibt Auskunft über die Aktivität aller Gene in den Immunzellen und liefert damit ein genaues Abbild des zellulären Zustands. Allerdings erlaubt die Technik nur eine Momentaufnahme und lässt keine Rückschlüsse darauf zu, wie sich die Immunsuppression über die Zeit entwickelt oder welche Bereiche des Tumors und seiner Umgebung besonders immunsuppressiv wirken.
Mit „Zman-seq“ hatte DKFZ-Immunologie Daniel Kirschenbaum bereits vor einigen Jahren eine innovative Technologie entwickelt, die den Daten der Einzelzell-Sequenzierung eine zeitliche Dimension hinzufügt. Dazu markiert er die Immunzellen im Blut mit „Zeitstempeln“, die später in Geweben, etwa in Tumoren, wiedererkannt werden können. Die Methode ermöglicht es, Zellveränderungen in Echtzeit zu beobachten und zu verstehen, wie Immunzellen im Verlauf von Krankheiten reagieren oder – wie im Fall von Glioblastomen – durch das Tumorumfeld funktionsunfähig gemacht werden. Damit lassen sich erstmals dynamische Entwicklungswege von Immunzellen im Tumor nachvollziehen.
Mit einem neu entwickelten Ansatz will Kirschenbaum nun auch räumlich erfassen, in welchen Bereichen des Tumors die Immunzellen blockiert werden. Langfristiges Ziel ist es, die zeitliche und räumliche Auflösung zu kombinieren. Eine solche kombinierte Analyse würde für die Immunologie und die Onkologie einen Fortschrittsschub bedeuten.
Der mit 100.000 Euro dotierte Rising Star Arward der EACR-Mark Foundation und der Pezcoller Foundation richtet sich an Mitglieder der European Association for Cancer Research (EARC) und wird jährlich an ein herausragendes Forschungsprojekt vergeben. Das Preisgeld dient dazu, vielversprechende Ansätze soweit voranzutreiben, dass sie als Grundlage eines Antrags für einen Starting Grant des Europäischen Forschungsrat ERC dienen können. Daniel Kirschenbaum wird das Preisgeld nutzen, um die Aussagekraft des Analyseverfahrens zu verbessern, seine räumliche Auflösung zu prüfen und am Ende eine Art Landkarte der immunsuppressiven Bereiche des Tumors erstellen zu können.
Die Mark Foundation for Cancer Research ist eine philanthropische Organisation, die sich dafür einsetzt, die Krebsforschung voranzutreiben und neue Erkenntnisse in eine verbesserte Patientenversorgung umzusetzen. Auch die Pezcoller Foundation fördert und unterstützt Forschung im Bereich der Onkologie und würdigt herausragende Beiträge auf diesem Gebiet.
Ein Bild von Daniel Kirschenbaum steht zum Download zur Verfügung unter:
https://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Skoe/Pressemitteilungen/2026/Kirschenb...
Nutzungshinweis für Bildmaterial zu Pressemitteilungen
Die Nutzung ist kostenlos. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) gestattet die einmalige Verwendung in Zusammenhang mit der Berichterstattung über das Thema der Pressemitteilung bzw. über das DKFZ allgemein. Bitte geben Sie als Bildnachweis an: „Quelle: M. Stark / DKFZ“.
Eine Weitergabe des Bildmaterials an Dritte ist nur nach vorheriger Rücksprache mit der DKFZ-Pressestelle (Tel. 06221 42 2854, E-Mail: presse@dkfz.de) gestattet. Eine Nutzung zu kommerziellen Zwecken ist untersagt.
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.
Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)
Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)
Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg
Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ
DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim
Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)
Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren.
Ansprechpartner für die Presse:
Dr. Sibylle Kohlstädt
Pressesprecherin
Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2843
E-Mail: S.Kohlstaedt@dkfz.de
E-Mail: presse@dkfz.de
www.dkfz.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Biologie, Medizin
überregional
Personalia, Wettbewerbe / Auszeichnungen
Deutsch

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).