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21.01.2026 15:39

Naturbasierte Lösungen für Klimaanpassung im Mittelmeerraum

Stefanie Terp Stabsstelle Kommunikation, Events und Alumni
Technische Universität Berlin

    Forschungskonsortium unter Leitung der TU Berlin erhält 2,7 Millionen Euro EU-Förderung

    Ein Forschungskonsortium aus acht Institutionen unter Leitung des Teams von Prof. Dr. Boris Heinz am Fachgebiet „Community Energy and Adaptation to Climate Change“ der TU Berlin erhält insgesamt 2,7 Millionen Euro aus dem Förderprogramm Horizon Europe der Europäischen Union. Mit dem Projekt „FLOW4Med“ stärkt die TU Berlin ihre Forschung und Transferaktivitäten zu klimaresilientem Wasser- und Risikomanagement im Mittelmeerraum und erhält rund 574.000 Euro für ihren Forschungsbeitrag. Das 36-monatige Vorhaben demonstriert, bewertet und skaliert naturbasierte Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel in drei Demonstrationsstandorten – jeweils in einem urbanen, ländlichen und semi-ländlichen Gebiet. Dabei geht es um Wasserknappheit, Überflutungsrisiken und Hitze.

    Der Mittelmeerraum gilt als Klima-Hotspot, weil er sich deutlich schneller als der globale Durchschnitt erwärmt und dadurch Folgen wie extreme Hitze, häufigere Dürren, Wasserknappheit, Waldbrände sowie der Verlust der biologischen Vielfalt verstärkt auftreten. Diese Entwicklungen sind eng miteinander verknüpft und verschärfen die sozio-ökologischen Herausforderungen in der Region, wobei Wasserknappheit und Extremwetter zu übergeordneten Problemen werden. Sinkende Wasserverfügbarkeit und -qualität, steigender Bewässerungsbedarf in der Landwirtschaft sowie Biodiversitätsverluste gefährden die Stabilität der miteinander verflochtenen Systeme von Wasser, Energie, Ernährung und Ökosystemen.

    Projekte im Libanon, auf Kreta und in Kairo
    Naturbasierte Lösungen zur Klimawandelanpassung sind Maßnahmen zum Schutz, zur nachhaltigen Bewirtschaftung und zur Wiederherstellung von Ökosystemen. Das neugeförderte Projekt FLOW4Med (Fostering Landscape-scale Adoption of NBS for Water Security: Strengthening Mediterranean Ecosystem Resilience against Climate Extremes) realisiert und untersucht naturbasierte Lösungen an drei Standorten im Mittelmeerraum: In Akkar (Libanon) wird ein künstlich angelegtes Feuchtgebiet zur Wasserreinigung und zur Wassernutzung in der Landwirtschaft erprobt. Auf Kreta (Griechenland) steht die ganzheitliche Regeneration von Ökosystemen im Fokus, um Überflutungsrisiken zu reduzieren und Wasser in Agroforstsystemen zu speichern. In Kairo (Ägypten) werden Maßnahmen der grünen Infrastruktur und Landschaftsgestaltung umgesetzt, die zur städtischen Kühlung beitragen und die Wasserwiederverwendung unterstützen.

    Living Labs greifen konkrete Bedürfnisse, Nutzungskonflikte und Bedenken auf
    In FLOW4Med werden naturbasierte Lösungen dabei nicht als reine Infrastrukturmaßnahmen behandelt, sondern als soziale Innovationen. Naturbasierte Lösungen involvieren gemeinschaftlich getragene Veränderungsprozesse, die langfristig nur funktionieren, wenn sie unter realen Bedingungen erprobt und lokal verankert werden. Deshalb arbeitet das Projekt mit sogenannten Living Labs, in denen Zivilgesellschaft, Nutzer*innen, Verwaltung, Politik und Wissenschaft die Lösungen gemeinsam entwickeln, in der Praxis testen und iterativ verbessern. Partizipative Forschung verbindet dabei das Wissen nicht-wissenschaftlicher Akteur*innen mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und richtet die Entwicklung an konkreten Bedürfnissen, Nutzungskonflikten und Bedenken aus. Bürger*innen und Endnutzer*innen werden somit aktiv in den Ko-Kreationsprozess einbezogen. Das stärkt die Akzeptanz und Legitimität der Maßnahmen, erhöht die Effektivität und Umsetzbarkeit im Alltag und trägt dazu bei, dass naturbasierte Lösungen inklusiver, sozial gerechter und dauerhaft tragfähig werden.

    Zusätzliche Informationen:
    Konsortialpartner in dem Projekt sind neben der TU Berlin die Berliner Nichtregierungsorganisation Hudara (https://hudara.org/de/home-de/), die Universität Balamand (https://www.balamand.edu.lb/home/Pages/default.aspx) im Libanon, das Mediterranean Agronomic Institute of Chania (Maich) (https://www.iamc.ciheam.org/) und das Unternehmen Terratives auf Kreta, die Ain Shams Universität in Kairo (https://www.asu.edu.eg/ar), das Ägyptische Unternehmen Integrated Development Group (IDG) (https://idgmatrix.com/) sowie die Nichtregierungsorganisation Wadi for Sustainable Development (https://wadi-jordan.org/) in Jordanien. Es gibt drei weitere assoziierte Partner, die das Projekt begleiten, darunter das Umweltberatungsunternehmen Etifor aus Italien. Zwei weitere werden während der Projektlaufzeit identifiziert und einbezogen.

    Webseite des Fachgebiets: https://www.tu.berlin/ceacc

    Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
    Prof. Dr. Boris Heinz
    Fachgebiet „Community Energy and Adaptation to Climate Change“
    Fakultät III Prozesswissenschaften
    Technische Universität Berlin
    Tel.: 030 314-77039
    E-Mail: contact@ceacc.tu-berlin.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Bauwesen / Architektur, Geowissenschaften, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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