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22.01.2026 11:38

Produktiver Austausch zum Start der neuen Quantencomputing-Test- und Beratungszentren für die Industrie

Dr. Thomas Otto Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen

    Die neuen vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Quantencomputing-Test- und Beratungszentren sind mit einem ersten gemeinsamen Workshop erfolgreich gestartet. Die GWDG ist hieran zusammen mit weiteren Einrichtungen beteiligt. Ziel der neuen Zentren ist es, Quantencomputing praxisnah in die Industrie zu bringen und insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nutzbar zu machen und damit die Innovationskraft des deutschen Mittelstands zu stärken.

    Mit dem ersten gemeinsamen Workshop der neuen vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Quantencomputing-Test- und Beratungszentren im November 2025 in Göttingen ist ein wichtiger Meilenstein für die industrielle Nutzung von Quantentechnologien erreicht worden. Gastgeber der Veranstaltung war die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG), die Vertreter*innen führender deutscher Forschungseinrichtungen und Industrieorganisationen im Göttinger Rechenzentrum begrüßte.

    An dem Workshop nahmen Expert*innen von vier Fraunhofer-Instituten (Fraunhofer IAF, IAO, IPA und ITWM), der GWDG, der Leibniz Universität Hannover (LUH), der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) sowie des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) als Projektträger teil. Im Mittelpunkt des Austausches stand die Frage, wie Quantencomputing gezielt für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) nutzbar gemacht und damit die Innovationskraft des deutschen Mittelstands gestärkt werden kann.

    Quantencomputing praxisnah in die Industrie bringen

    Ziel des Workshops war es, die Zusammenarbeit zwischen den neuen geförderten Zentren zu vertiefen, Synergien zu identifizieren und den Wissenstransfer in Richtung Industrie zu beschleunigen. Die Projektpartner der vom BMFTR geförderten Quantencomputing-Test- und Beratungszentren stellten dabei ihre jeweiligen Ansätze vor, mit denen Quantencomputing als praxistaugliches Werkzeug für industrielle Anwendungen etabliert werden soll.

    Die Fraunhofer-Institute präsentierten ihr Projekt „INQUBATOR“. Unternehmen können im Rahmen von INQUBATOR maßgeschneiderte Lösungen gemeinsam mit den vier beteiligten Fraunhofer-Instituten entwickeln und die Potenziale von Quantenalgorithmen testen, ohne selbst in teure Hardware investieren zu müssen. Das Projekt bietet insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen, die bislang an dieser relativ hohen Einstiegshürde gescheitert sind, eine einmalige Chance, das Potenzial des Quantencomputings für sich zu erschließen. Das Projekt startet mit vier initialen Use-Cases und im ersten Halbjahr 2026 wird eine offene Ausschreibung durchgeführt, um weitere Use-Cases aus verschiedenen Branchen zu integrieren und neue Industriepartner zu gewinnen.

    Die GWDG und die Leibniz Universität Hannover stellten ihr gemeinsames Projekt „QUICS“ vor, das auf Erfahrungen aus der erfolgreichen Zusammenarbeit im Bereich Künstliche Intelligenz aufbaut. Kernziel von QUICS ist es, domänenspezifische Anwendungsfälle zu identifizieren und zu entwickeln, bei denen Quantencomputer zukünftig einen nachweisbaren Vorteil gegenüber klassischen Rechenverfahren bieten können. Über ein Webportal sowie begleitende Beratung erhalten KMU einen niederschwelligen Zugang zu Quantenressourcen und Unterstützung bei der Entwicklung eigener Quantenanwendungen.

    Gemeinsame Themen und klare Perspektiven

    In den fachlichen Diskussionen des Workshops standen unter anderem relevante Problemklassen, Nutzeranforderungen aus der Industrie sowie geeignete Kooperationsmodelle im Fokus. Einigkeit bestand darüber, dass frühzeitige Investitionen in Quantentechnologien entscheidend sind, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität Deutschlands langfristig zu sichern.
    Die beteiligten Institute verständigten sich zudem darauf, den Austausch in einem jährlichen Format fortzuführen. Damit soll nicht nur der Fortschritt der Projekte begleitet, sondern auch der offene Dialog zwischen Forschung, Industrie und dem VDI weiter gestärkt werden.

    Stimmen aus den Projekten

    „KMU und der Mittelstand sind das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Ohne ihre aktive Beteiligung werden wir keine führende Rolle in der Quantentechnologie einnehmen können“, betont Dr. Christian Boehme (GWDG). „Unsere Test- und Beratungszentren bieten KMU einen geschützten Raum, um sich mit dieser aufstrebenden Technologie vertraut zu machen und sie aktiv mitzugestalten.“

    Auch Dr. Walter Hahn (Fraunhofer IAF) unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Offene Kommunikation ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Innovationen im Quantencomputing. Mit INQUBATOR fördern wir den intensiven Austausch mit unseren Partnern, um praxistaugliche Quantenlösungen für den Mittelstand schneller zur Anwendung zu bringen.“

    Fazit: Erfolgreicher und vielversprechender Start

    Der Workshop markiert einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur industriellen Nutzung von Quantencomputing in Deutschland. Durch die gezielte Ausrichtung auf KMU und die enge Vernetzung der beteiligten Akteure schaffen die neuen Test- und Beratungszentren eine solide Grundlage für anwendungsnahe Innovationen. Die Teilnehmenden waren sich einig: Die enge Zusammenarbeit mit dem Mittelstand ist entscheidend, um Fortschritte im Quantencomputing nachhaltig in wirtschaftliche Stärke und technologische Souveränität zu übersetzen.

    Über die GWDG

    Die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen (GWDG) ist eine gemeinsame Einrichtung der Georg-August-Universität Göttingen und der Max-Planck-Gesellschaft. Sie betreibt Hochleistungsrechner, entwickelt KI-Lösungen und ist seit über 50 Jahren verlässlicher Partner für die wissenschaftliche Datenverarbeitung. Mit ihrer Expertise verbindet sie Forschung und Anwendung – regional, national und international. Mit ihrer Beteiligung am nationalen KI-Servicezentrum „KISSKI“, der EU AI Factory „HammerHAI“ und verschiedensten Forschungsprojekten ist sie vielfältig in die Bereitstellung von KI-Diensten eingebunden sowie mit dem Projekt „GAIA“ zudem in der Hochschullehre.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Christian Boehme
    Stellvertretender Leiter der Arbeitsgruppe „Computing“
    Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen
    Burckhardtweg 4, 37077 Göttingen
    Telefon: (0551) 39-30102
    E-Mail: christian.boehme@gwdg.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Elektrotechnik, Informationstechnik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Kooperationen
    Deutsch


     

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