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CSU und Freie Wähler bedienen sich im Kampf um die Wählergunst der Mittel des Populismus. Zu diesem Urteil kommt Dr. Jan Philipp Thomeczek, Parteienforscher an der Universität Potsdam, der untersucht hat, wie sich Regionalpopulismus auf der Wählerebene zeigt. Dieser unterscheide sich aber vom Populismus der AfD: „Kern des Regionalpopulismus in Bayern ist das Ausspielen ‚unserer bayerischen Heimat‘ gegen ‚Brüssel und Berlin‘ – das ist das, was CSU und Freie Wähler regelmäßig machen.“ Die Ergebnisse seiner Analyse hat Thomeczek in der Fachzeitschrift „German Politics“ veröffentlicht.
Die Studie zeigt erstmals empirisch, wie sich der Regionalpopulismus von CSU und Freien Wählern in Bayern vom klassischen Populismus unterscheidet. Dazu hat der Forscher die öffentliche Kommunikation der beiden Parteien und die Einstellung von Wahlberechtigten in Bayern auf Basis einer Umfrage, die nach der letzten bayerischen Landtagswahl durchgeführt wurde, ausgewertet. „Wer regionalpopulistische Einstellungen hat, tendiert zur Wahl von CSU und Freien Wählern.“ Bei allgemeinen populistischen Einstellungen, die wiederum stark von AfD-Wählern in Bayern unterstützt werden, stehe hingegen der Gegensatz von „Volk gegen Establishment“ im Vordergrund. Thomeczek warnt jedoch davor, dies als Strategie im Kampf gegen die AfD zu nutzen: „Regionalpopulismus macht CSU und Freie Wähler stark, aber schwächt nicht unbedingt die AfD. Bei der Bundestagswahl war die AfD in Bayern fast genauso stark wie im Bundesdurchschnitt.“
Die Studie online: Thomeczek, Jan Philipp (2026). Supply and Demand of Regional Populism in Bavaria: Explaining the Regional Success of the CSU and Free Voters, German Politics, 1–21. https://doi.org/10.1080/09644008.2026.2614966
Kontakt: Dr. Philipp Thomeczek, Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft
Telefon: 0331 977-4644
E-Mail: jan.philipp.thomeczek@uni-potsdam.de
Medieninformation 22-01-2026 / Nr. 009
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Politik
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch

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