idw - Informationsdienst
Wissenschaft
Neue Leitlinien für pädagogisches Handeln in Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege, Grundschule und Ganztag berücksichtigen unter anderem aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wie beispielsweise die wachsende Verbreitung von digitalen Medien im frühen Kindesalter und die zunehmende Bedrohung von Gemeinschaft und Demokratie.
Bielefeld (hsbi). Nach welchen Grundsätzen sollen Kinder in den nordrhein-westfälischen Kitas, in der Tagespflege, in Grundschulen und im schulischen Ganztag begleitet werden? Auf diese Frage geben die „Bildungsgrundsätze NRW“ Antworten. Sie wurden erstmals 2010 erarbeitet und orientieren sich am „Gemeinsamen Rahmen der Länder für Bildung in Kindertageseinrichtungen“, den die Kultusministerkonferenz und die Jugend- und Familienministerkonferenz bundesweit gesetzt haben.
Zehn Jahre nach der letzten Überarbeitung ist eine Aktualisierung der „Bildungsgrundsätze NRW“ nun auf der Zielgeraden. Aus diesem Anlass besuchte am 23. Januar dieses Jahres Josefine Paul, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, die Bildungswerkstatt der Hochschule Bielefeld (HSBI).
HSBI-Präsidentin begrüßt Ministerin – maßgebliche Unterstützung bei der Aktualisierung
Die Ministerin informierte sich vor Ort über mögliche Innovationen für Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in der Altersgruppe 0-10 Jahre und tauschte sich mit Lehrenden und Kindern aus dem Kindergarten St. Johannes in Beelen aus. Außerdem schlossen sich Beratungen mit HSBI-Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk an sowie mit Prof. Dr. Helen Knauf, die an der HSBI zuständig ist für das Lehrgebiet Bildung und Sozialisation im Kindesalter. Knauf und ihr Team hatten das Ministerium maßgeblich bei der Aktualisierung der „Bildungsgrundsätze NRW“ unterstützt.
Ministerin Paul: „Mit der Aktualisierung der ‚Bildungsgrundsätze NRW‘ machen wir deutlich: Frühkindliche Bildung ist vielfältig, aktiv und gemeinschaftlich. Die Bildungsgrundsätze wurden überarbeitet, um zentrale gesellschaftliche Entwicklungen und neue fachliche Diskurse zu berücksichtigen. Dabei ist klar: Kinder gestalten Bildung mit, und wir müssen sie entsprechend beteiligen und ihnen zuhören. Gute frühkindliche Bildung braucht Aufmerksamkeit, Qualität und verlässliche Rahmenbedingungen – dafür bieten die Bildungsgrundsätze eine wichtige Grundlage.“
HSBI-Präsidentin Prof. Dr. Ingeborg Schramm-Wölk sagte: „In der Bildungswerkstatt der Hochschule Bielefeld wird das Bildungsverständnis, das maßgeblich war für die Überarbeitung der ,Bildungsgrundsätze NRW‘, konkret erfahrbar. Hier geht es um die enge Verbindung von Theorie und Praxis und darum, Studierenden und Forschenden Raum zu geben für Kinderperspektiven, Bildungsprozesse und die Auseinandersetzung mit anregenden, kreativen und innovativen Bildungsumgebungen.“
Prof. Dr. Helen Knauf ergänzt: „Die Weiterentwicklung der ,Bildungsgrundsätze NRW‘ unterstreicht das Recht von Kindern auf Bildung und versteht seine Umsetzung als gemeinsame Aufgabe aller Bildungsorte. Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflege, Grundschule und Ganztag sind Lern- und Lebensräume, in denen Kinder sich die Welt aktiv und in wertschätzenden Beziehungen erschließen. Im Kern geht es darum, Bildung frühzeitig zu stärken und damit die Chancen aller Kinder auf Teilhabe und gelingende Bildungswege zu erhöhen.“
Der Dekan des Fachbereichs Sozialwesen an der HSBI, Prof. Dr. Michael Stricker, betonte: „Gut ausgebildete Kindheitspädagog:innen machen einen spürbaren Unterschied: Die Hochschulausbildung liefert das fachliche Fundament, auf dem qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit in Kitas und Grundschulen aufbauen kann.“
Veröffentlichung noch in diesem Jahr angestrebt – konkrete Tipps für pädagogisch Handelnde
Der neue Entwurf der „Bildungsgrundsätze NRW“ wird zurzeit vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration sowie vom Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen geprüft und soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Ziel ist es, dass die einschlägigen Fach- und Lehrkräfte Anregungen für ihr pädagogisches Handeln erhalten, Bildungschancen von Kindern in ihrem Alltag noch besser erkennen und den Status quo reflektieren.
Knauf: „Bildung in der frühen Kindheit ist ein ganzheitlicher sozialer und ko-konstruktiver Prozess. Kinder erschließen sich ihre Welt im Austausch mit anderen – handelnd, fragend, entdeckend und gestaltend. Körperliche, emotionale, sprachliche, soziale und kognitive Entwicklung greifen dabei ineinander. Bei der Überarbeitung der ,Bildungsgrundsätze NRW‘ ging es uns darum, die pädagogischen Grundlagen der kindheitspädagogischen Arbeit übersichtlicher und verständlicher zu machen, um die pädagogisch Handelnden möglichst konkret unterstützen zu können.“
Knauf ist Prodekanin am Fachbereich Sozialwesen der HSBI, lehrt im Studiengang Kindheitspädagogik und hat sich in der Vergangenheit als entschiedene Verfechterin hochwertiger und bildungsorientierter Arbeit im Elementarbereich profiliert.
https://www.hsbi.de/presse/pressemitteilungen/nrw-familienministerin-besucht-hsb... Pressemitteilung auf www.hsbi.de
NRW-Familienministerin Josefine Paul (im Vordergrund, 2.v.l.) mit den kleinen und großen Teilnehmer: ...
Copyright: P. Pollmeier/HSBI
NRW-Familienministerin Josefine Paul informierte sich in der HSBI über mögliche Innovationen für Bil ...
Copyright: P. Pollmeier/HSBI
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Lehrer/Schüler
Pädagogik / Bildung
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
Deutsch

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).