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27.01.2026 09:00

Deutsche Innovationsausgaben so hoch wie nie

Pascal Ausäderer Presse und Redaktion
ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

    Die Innovationsausgaben der deutschen Wirtschaft sind im Jahr 2024 auf 213,3 Milliarden Euro gestiegen. Das entspricht einem Plus von 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Angesichts einer Inflationsrate von 3,1 Prozent bedeutet dies einen leichten realen Zuwachs. Die Innovationsplanung für die kommenden Jahre bleibt auf einem konstanten Niveau, wie der neue Bericht zur Innovationserhebung 2025 des ZEW Mannheim im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) zeigt.

    Die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt Dorothee Bär erklärt dazu: „Wir wollen als Bundesregierung unser Land mit der Hightech Agenda Deutschland zum Top-Technologieland machen - für internationale Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und technologische Souveränität. Dafür braucht es Unternehmen, die in Innovationen investieren. Das wollen wir als Regierung unterstützen. Der zunehmende Einsatz von KI stimmt mich optimistisch. KI ist ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Wir fördern die Schlüsseltechnologie KI gezielt und machen sie zu einem wichtigen Werkzeug in zentralen Forschungs- und Anwendungsfeldern.“

    „Die Resultate zeigen, dass Unternehmen in Deutschland auch unter schwierigen konjunkturellen Bedingungen weiterhin gezielt in Innovation investieren, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Auffällig ist vor allem die deutliche Zunahme der Innovationsausgaben im Dienstleistungsbereich, die den Strukturwandel hin zu neuen, innovativen Serviceangeboten deutlich macht“, erklärt Dr. Christian Rammer, stellvertretender Leiter des ZEW-Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“. „Trotz großer Unsicherheiten bei der Innovationsplanung setzen weiterhin viele Unternehmen auf Innovationen, um ihre Marktposition zu verbessern. Aufgabe der Politik ist es, die Rahmenbedingungen verlässlich und innovationsfreundlich zu gestalten. Dies beginnt beim Thema Bürokratieabbau und reicht bis zum Fachkräfteangebot, attraktiven Finanzierungsbedingungen und fairem Wettbewerb.“

    Dienstleistungssektor steigert Innovationsausgaben deutlich

    Wie in den Vorjahren setzt sich die Verschiebung der Innovationstätigkeit hin zu den Dienstleistungen fort. Vor allem der Dienstleistungssektor trägt mit einem Plus von 8,3 Prozent überdurchschnittlich zu dieser Entwicklung bei, während der Zuwachs in der Industrie mit 3,5 Prozent deutlich geringer ausfällt. Dabei ist das Niveau der Innovationsausgaben in der Industrie mit 150,1 Milliarden Euro allerdings mehr als doppelt so hoch wie in den Dienstleistungen mit 63,1 Milliarden Euro.

    Der größte Teil der Innovationsausgaben entfällt auf Großunternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten. Im Jahr 2024 haben sie 178,4 Milliarden Euro für Innovationen ausgegeben, was einem Anstieg von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) weisen im Jahr 2024 Innovationsausgaben in Höhe von 34,9 Milliarden Euro auf. Im Vergleich zum Vorjahr sind diese mit 7,1 Prozent stärker angestiegen als die der Großunternehmen.

    Nutzung von Künstlicher Intelligenz

    Die Verbreitung des Einsatzes von künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen in Deutschland schreitet voran. Gut ein Viertel der Unternehmen nutzen KI-Methoden aktiv in ihren Geschäftsprozessen oder Produkten. Die vermehrte Nutzung von KI setzte im Jahr 2023 ein, als bereits rund 14 Prozent KI verwendeten. Bis Ende des Jahres 2024 erhöhte sich der Anteilswert auf fast 24 Prozent. Die Verbreitung von KI ist in den Dienstleistungen mit 28 Prozent weiter vorangeschritten als in der Industrie mit 19 Prozent. Mehr als jedes zweite Großunternehmen setzte 2025 KI-Methoden ein, in der Gruppe der KMU lag diese Quote bei knapp 25 Prozent.

    Die Branche, in der KI am häufigsten eingesetzt wird, ist „Information und Kommunikation“, zu der die Bereiche Software und IT-Dienstleistungen zählen. 58 Prozent der Unternehmen dieser Branche setzen KI in Produkten oder Geschäftsprozessen ein. Die KI-Nutzung ist außerdem in der Beraterbranche (Rechts-, Wirtschafts-, Unternehmensberatung, Werbung) mit 53 Prozent und bei den Finanzdienstleistungen (Banken, Versicherungen, Finanzvermittlung) mit 37 Prozent hoch. Die Elektroindustrie liegt mit einem Anteil von 35 Prozent beim KI-Einsatz in Produkten oder Geschäftsprozessen bei den Industriebranchen vorne.

    Über die Innovationserhebung

    Das ZEW Mannheim untersucht im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) jedes Jahr das Innovationsgeschehen in der deutschen Wirtschaft – gemeinsam mit dem Institut für angewandte Sozialwissenschaften (infas) und dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI). Die Studie erfasst Unternehmen mit fünf oder mehr Beschäftigten. Im Jahr 2024 waren dies rund 369.000 Unternehmen.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Christian Rammer
    Stellvertrender Leiter des Forschungsbereichs „Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik“
    Telefon +49 (0)621 1235-184
    E-Mail christian.rammer@zew.de


    Originalpublikation:

    https://ftp.zew.de/pub/zew-docs/mip/25/mip_2025.pdf


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Gesellschaft, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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