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Das Lamarr-Institut für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz, die Universität Bonn und die Nara Institute of Science and Technology (NAIST) in Japan haben eine langfristige Forschungskooperation vereinbart. Grundlage sind ein Memorandum of Understanding, ein Studierendenaustausch sowie ein internationales Cross Appointment. Die Zusammenarbeit fokussiert KI-gestützte Forschung in den Life Sciences, der Bio- und Chemieinformatik, Data Science und den Materialwissenschaften und zielt darauf ab, datengetriebene Methoden international weiterzuentwickeln sowie den wissenschaftlichen Nachwuchs frühzeitig in internationale Forschungsprojekte einzubinden.
Bonn/ Nara, 28. Januar 2026. Das Lamarr-Institut für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz, die Rheinische Wilhelms-Universität Bonn und das Nara Institute of Science and Technology (NAIST) in Japan haben ein Memorandum of Understanding und ein Agreement of Student Exchange unterzeichnet. Die Vereinbarung bildet den Rahmen für eine langfristige Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und wissenschaftlichem Austausch an der Schnittstelle von KI-gestützten Life Sciences, Bio- und Chemieinformatik, Data Science und Materialwissenschaft. Die Kooperation steht exemplarisch für zielgerichtete internationale Forschung, die weit über symbolische Zusammenarbeit hinausgeht.
Japan als strategischer Partner im globalen Forschungskontext
Japan zählt zu den technologisch führenden Ländern in den Bereichen Robotik, Materialwissenschaft und angewandte KI in der Medizin. Mit dem Regierungsprogramm Society 5.0 verfolgt das Land das Ziel, wissenschaftliche Innovation mit gesellschaftlichem Nutzen zu verbinden – insbesondere in einer alternden Gesellschaft, in der digitale Technologien und Künstliche Intelligenz die Lebensqualität verbessern sollen. Das Nara Institute of Science and Technology ist Teil des japanischen Exzellenzprogramms J-PEAKS, das den Aufbau forschungsintensiver Universitätskonsortien und die internationale Vernetzung führender Hochschulen fördert.
Diese forschungsnahe technologische Exzellenz macht Japan zu einem idealen Partner, um datengetriebene Forschung methodisch weiterzuentwickeln. Initiiert wurde die Kooperation vom Data Science Center NAIST und dem Bereich Life Sciences & Health des Lamarr-Instituts, die bereits langjährige Beziehungen verbindet.
Fortschritte in naturwissenschaftlich und medizinisch orientierter KI-Forschung erfordern heute nicht nur große Datenmengen, sondern auch die Kombination unterschiedlicher Modellierungsansätze und interdisziplinärer Forschungskonzepte „Die größten Fortschritte entstehen dort, wo Entwicklung von KI-Methoden, datengetriebene Modellierung und experimentelle Forschung ineinandergreifen“, sagt Prof. Dr. Jürgen Bajorath, Leiter des Bereichs Life Sciences & Health am Lamarr-Institut. „Internationale Kooperationen wie diese fördern exzellente, wirkungsvolle und gesellschaftlich relevante Forschung in besonderem Maße.“
Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses
Als eine der führenden japanischen Exzellenzuniversitäten in Informations-, Bio- und Materialwissenschaften bringt NAIST diese Forschungsstärke gezielt in die Partnerschaft ein. Gemeinsam mit der Universität Bonn und dem Lamarr-Institut entsteht so ein Verbund, der methodische Ansätze, Datenkompetenz und experimentelle Forschung systematisch zusammenführt. Die Vereinbarungen schaffen die Grundlage für gemeinsame Forschungsprojekte, Lehrformate und einen strukturierten Studierendenaustausch. Studierende und Promovierende sollen frühzeitig in internationale Forschungsprojekte eingebunden werden und Einblicke in wissenschaftliche Arbeitsweisen unterschiedlicher Kulturkreise erhalten. Der Studierendenaustausch ermöglicht Master- und Promotionsstudierenden beider Institutionen Forschungsaufenthalte von bis zu einem akademischen Jahr.
Zum Ausbau der wissenschaftlichen Zusammenarbeit hat Dr. Andrea Mastropietro zum Jahresbeginn eine neue Position angetreten: Er wird als Junior Research Group Leader an der Universität Bonn und am Lamarr-Institut tätig sein und zugleich eine Cross Appointment als Assistant Professor an der NAIST übernehmen. In seiner Forschungsgruppe arbeitet er an graphbasierten Lernverfahren, generativer KI und erklärbarer KI für Anwendungen in den Life Sciences. „Ich freue mich sehr darauf, Forschung und Lehre künftig über Ländergrenzen hinweg zu verbinden und gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen in Bonn und Japan neue wissenschaftliche Impulse zu setzen“, sagt Mastropietro.
Mit der neuen Partnerschaft entsteht eine wertebasierte Allianz zweier Forschungssysteme, die auf Transparenz, Verantwortung und nachhaltigen Erkenntnisgewinn setzen – und damit eine Alternative zu den etablierten Forschungsachsen mit den USA und China bilden. Die Kooperation steht für eine forschungspraktisch gelebte internationale Zusammenarbeit, in der KI-Methoden gezielt dort weiterentwickelt werden, wo sie gesellschaftliche Wirkung entfalten können – etwa in der Gesundheitsforschung und im Kontext des demografischen Wandels.
Caroline Winter
Lamarr-Institut für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz
caroline.winter@uni-bonn.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Chemie, Informationstechnik, Medizin
überregional
Kooperationen, Studium und Lehre
Deutsch

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