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Wissenschaft
In Lehre und Forschung zur onkologischen Pflege hinkt Deutschland anderen Ländern hinterher. Dabei sind die Herausforderungen gerade in diesem Bereich immens: Die Anforderungen an das Pflegepersonal werden durch komplexere Therapien immer höher. Gleichzeitig steigen die Patientenzahlen und es mangelt an Fachkräften. Mit insgesamt 3 Millionen Euro fördert die Deutsche Krebshilfe daher nun zwei Pflege-Professuren in Halle (Saale) und Freiburg. Dies gibt die Organisation anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar bekannt. Forschung, Lehre und Versorgung der onkologischen Pflege sollen damit nachhaltig gestärkt werden – beispielsweise durch die Einrichtung von speziellen Master-Studiengängen.
Die heutigen Möglichkeiten der onkologischen Versorgung sind vielfältig: Mit molekularer Diagnostik und modernen Bildgebungsverfahren können Tumoren genauestens analysiert werden. Basierend darauf kommen neben Operation, Chemo- und Strahlentherapie unterschiedliche personalisierte Behandlungen sowie eine Vielzahl an supportiven und komplementären Methoden zur Anwendung. Dabei muss das Pflegepersonal einen Überblick über all diese Verfahren, ihre medizinischen Hintergründe und mögliche Nebenwirkungen behalten. Hinzu kommen weiteren spezifische Aufgaben der onkologischen Pflege wie die Unterstützung der Patienten bei psychoonkologischen Symptomen und die Begleitung der Angehörigen.
Mehr Lehre und Forschung für die onkologische Pflege
Um diesen vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, sind in einigen Ländern, beispielsweise der Schweiz oder Frankreich, bereits speziell qualifizierte Pflegeexpertinnen- und experten etabliert. Sie haben eine Zusatzausbildung durchlaufen oder einen Studiengang absolviert. In Deutschland gibt es dahingehend zwar vereinzelte Initiativen, allerdings: „Im internationalen Vergleich sind akademische Ausbildungen in der Pflege – und damit verbunden auch die onkologische Pflegeforschung – hierzulande eher unterentwickelt“, sagt Professorin Dr. h.c. Christel Bienstein, Pflegewissenschaftlerin, ehemaliges Mitglied des Fachausschusses „Krebs-Selbsthilfe/Patientenbeirat“ der Deutschen Krebshilfe und Mitinitiatorin der beiden Stiftungsprofessuren „Onkologische Pflege“. „Aus diesem Grund haben wir die beiden Stiftungsprofessuren eingerichtet. Besonders durch ihre direkte Einbindung in die Pflegepraxis sollen sie die onkologische Pflege in ihrer gesamten Breite in Forschung, Lehre und Versorgung voranbringen.“ So werden beispielsweise an den Standorten spezialisierte Masterstudiengänge etabliert, um Pflegeexpertinnen und -experten auszubilden.
Standorte der neuen Pflege-Professuren: Halle und Freiburg
Ausgeschrieben werden die Professuren an der Universitätsmedizin in Halle (Saale) und in Freiburg. Beide Standorte erhalten von der Deutschen Krebshilfe für Ausstattung der jeweiligen Professur 1,5 Millionen Euro (Personal- und Sachmittel) über einen Zeitraum von fünf Jahren im Sinne einer Anschub-/Strukturförderung. Bei Forschungsprojekten und der Ausarbeitung von Lehrplänen sollen die beiden künftigen Stelleninhaberinnen oder -inhaber eng zusammenarbeiten. „Diese beiden Professuren für onkologische Pflege sind in Deutschland bisher einzigartig“, so Gerd Nettekoven, Vorstand der Deutschen Krebshilfe. „Wir wollen damit zum einen den Bereich der onkologischen Pflege für die kommenden Herausforderungen wappnen. Wichtig ist uns aber auch, eine angemessene Wertschätzung für den Pflegeberuf zu schaffen, dem eine essenzielle Rolle in der Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten zukommt.“
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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