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gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) zum Weltkrebstag 2026
Neue Krebstherapien entstehen nicht im Labor allein. Sie müssen sich in klinischen Studien bewähren, bevor sie Patientinnen und Patienten zugutekommen. Anlässlich des Weltkrebstags macht das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) gemeinsam mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) auf die zentrale Bedeutung klinischer Studien aufmerksam – und auf die zahlreichen Hürden, die ihren Weg in die klinische Anwendung bremsen.
„Klinische Studien sind der Motor des medizinischen Fortschritts“, sagt Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des DKFZ und Sprecher des Lenkungsausschusses des NCT. „Damit Innovationen bei den Patientinnen und Patienten ankommen, müssen Studien schneller und einfacher umsetzbar werden.“
Michael Hallek, ebenfalls Sprecher des Lenkungsausschusses des NCT, ergänzt: „Im Vergleich mit zehn anderen westlichen Industrienationen liegt Deutschland bei der Zahl umgesetzter Studien* auf dem letzten Platz. Strukturen wie das NCT sind entscheidend, um diese bundesweit zu bündeln und zu beschleunigen.“
Genau hier setze auch das NCT an. Das 2023 erweiterte NCT mit seinen nunmehr sechs Standorten bietet eine optimale Infrastruktur, um onkologische klinische Studien zu planen und durchzuführen und Menschen in ganz Deutschland einen gerechteren Zugang zu ermöglichen – unabhängig von Bildungsgrad, Wohnort oder sozialem Hintergrund.
Die Erweiterung des NCT wird durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs gefördert. Das DKFZ ist Träger an allen NCT Standorten und schafft gemeinsam mit weiteren 27 Partnern, darunter 11 Universitätsklinika, die strukturellen Voraussetzungen für eine starke klinische Krebsforschung in ganz Deutschland.
Ein Marathon mit vielen Hürden
Die Planung und Umsetzung klinischer Studien ist ein langwieriger Prozess. „Das ist kein Sprint, sondern ein Marathon mit vielen Hürden“, sagt Julia Ritzerfeld, Leiterin des Clinical Trial Office am DKFZ. Zu diesen Hürden zählen viele bürokratische und juristische Anforderungen sowie die oft schwierige Finanzierung – das alles unter Einhaltung sowohl internationaler, nationaler als auch föderaler Regularien. Daher brauche es Menschen mit Ausdauer: „Klinische Studien erfordern Wissenschaftler mit großem Durchhaltevermögen und hoher Frustrationstoleranz.“
Klinische Forschung aus ärztlicher Sicht
Wie stark klinische Forschung von verlässlichen Strukturen profitiert, bestätigt auch Mirco Friedrich, Leiter der Nachwuchsgruppe Hämatologie und Immune Engineering am DKFZ und Leiter der klin. Prüfung einer NCT Brückenstudie: „Klinische Studien sind sehr aufwendig und kostenintensiv. Noch dazu ist der regulatorische Aufwand in Deutschland im Vergleich zu den USA oder auch zu europäischen Nachbarn besonders hoch.“ Strukturen wie das NCT erleichterten die Planung, Koordination und Durchführung klinischer Studien erheblich, betonte der Wissenschaftler und Arzt.
Patientenperspektive: Zwischen Hoffnung und Vorbehalten
Welche Bedeutung klinische Studien für Betroffene haben, macht Max Heller vom Patientenforschungsrat NCT West deutlich. „Eine Studienteilnahme kann helfen, aus der empfundenen Machtlosigkeit wieder in die eigene Entscheidungsfähigkeit zurückzukehren“, so Heller. Gleichzeitig gebe es bei vielen Patientinnen und Patienten Vorbehalte gegenüber einer Teilnahme an Studien, die häufig aus veralteten Vorstellungen von Krebs und Forschung resultierten.
Hinzu komme, dass insbesondere umfangreiche und schwer verständliche Datenschutzinformationen abschreckend wirkten. Klinische Studien müssten daher politisch höher priorisiert werden: „Sie brauchen ein Blaulicht – damit lebensrettende Forschung nicht an roten Ampeln wie dem Datenschutz stehen bleibt.“
Klinische Studien ermöglichen Fortschritt
Zum Weltkrebstag appellieren DKFZ und NCT weiter daran zu arbeiten, dass Deutschland als Standort für klinische Studien wieder attraktiver wird. Dazu ist ein konsequenter Bürokratieabbau, die weitere Verschlankung der Regulatorik und die Schaffung effizienter klinischer Infrastrukturen dringend erforderlich. Denn nur so kann medizinischer Fortschritt dort ankommen, wo er zählt – bei den Patientinnen und Patienten.
* gemessen an der Studienzahl pro Einwohner,
Quelle: Studie von vfa und Kearney „Pharma-Innovationsstandort Deutschland“, 2023
https://www.vfa.de/download/vfa-kearney-pharma-innovationsstandort-deutschland.p...
Über das DKFZ
Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist mit mehr als 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erforschen im DKFZ, wie Krebs entsteht, erfassen Krebsrisikofaktoren und suchen nach neuen Strategien, die verhindern, dass Menschen an Krebs erkranken. Sie entwickeln neue Methoden, mit denen Tumoren präziser diagnostiziert und Krebspatienten erfolgreicher behandelt werden können. Beim Krebsinformationsdienst (KID) des DKFZ erhalten Betroffene, Interessierte und Fachkreise individuelle Antworten auf alle Fragen zum Thema Krebs.
Um vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung in die Klinik zu übertragen und so die Chancen von Patientinnen und Patienten zu verbessern, betreibt das DKFZ gemeinsam mit exzellenten Universitätskliniken und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland Translationszentren:
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT, 6 Standorte)
Deutsches Konsortium für Translationale Krebsforschung (DKTK, 8 Standorte)
Hopp-Kindertumorzentrum (KiTZ) Heidelberg
Helmholtz-Institut für translationale Onkologie (HI-TRON) Mainz – ein Helmholtz-Institut des DKFZ
DKFZ-Hector Krebsinstitut an der Universitätsmedizin Mannheim
Nationales Krebspräventionszentrum (gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe)
Das DKFZ wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert und ist Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT)
Das NCT ist eine langfristig angelegte Kooperation zwischen dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), exzellenten Partnern in der Universitätsmedizin und weiteren herausragenden Forschungspartnern an verschiedenen Standorten in Deutschland: Berlin, Dresden, Heidelberg, SüdWest (Tübingen-Stuttgart/Ulm), WERA (Würzburg mit den Partnern Erlangen, Regensburg und Augsburg) und West (Essen/Köln). Der NCT Ausbau im Jahr 2023 von den ursprünglich zwei Standorten Heidelberg und Dresden auf sechs Standorte wurde durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Nationalen Dekade gegen Krebs angetrieben und durch die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen unterstützt.
Ziel des NCT ist, Innovationen in der Krebsforschung in Deutschland zielgerichtet und schnell in Studien zu überführen, um Krebs nach neuestem Stand der Forschung erfolgreich zu diagnostizieren und unter Beibehaltung einer hohen Lebensqualität zu behandeln. Patient:innen sind dabei Forschungspartner auf Augenhöhe.
Pressekontakt DKFZ:
Dr. Sibylle Kohlstädt
Pressesprecherin
Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Krebsforschungszentrum
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42 2843
E-Mail: S.Kohlstaedt@dkfz.de
E-Mail: presse@dkfz.de
www.dkfz.de
Pressekontakt NCT:
Janna von Greiffenstern
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
NCT Kommunikation
Im Neuenheimer Feld 280
69120 Heidelberg
T: +49 6221 42-2255
E-Mail: janna.vongreiffenstern@dkfz.de
www.nct.dkfz.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Biologie, Medizin
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch

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