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02.02.2026 09:20

DAAD trauert um Rita Süssmuth

Michael Flacke Pressestelle (SB03)
Deutscher Akademischer Austauschdienst e.V.

    Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) trauert um Prof. Dr. Rita Süssmuth, die am 1. Februar im Alter von 88 Jahren verstorben ist. Süssmuth war 15 Jahre lang Präsidentin des Konsortiums Türkisch-Deutsche Universität (K-TDU) und prägte die Gründung und den Aufbau der vom DAAD geförderten binationalen Hochschule maßgeblich.

    „Rita Süssmuth war nicht nur eine leidenschaftliche Kämpferin für die Gleichberechtigung der Frauen in unserem Land, sie war auch dem internationalen Wissenschaftsaustausch mit Herzblut verbunden. Ihrem beständigen Einsatz ist die Gründung der Türkisch-Deutschen Universität in Istanbul zu verdanken, die heute das Leuchtturmprojekt der türkisch-deutschen Wissenschaftskooperation ist. Deutschland und seine Hochschulen verlieren mit ihr eine großartige und engagierte Streiterin für die Internationalisierung und die internationale Verständigung. Wir werden Rita Süssmuth, ihr Können und ihr Engagement schmerzlich vermissen und ihr ein ehrendes Andenken bewahren“, sagte DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee.

    „Rita Süssmuth war dem wissenschaftlichen Austausch und den Beziehungen zur Türkei mit großer Leidenschaft verbunden. Sie hat entscheidend zum Auf- und Ausbau der Türkisch-Deutschen Universität beigetragen. Das Konsortium hat sie 15 Jahre lang gelenkt, zusammengehalten und durch herausfordernde Zeiten gesteuert. Sie wird uns sehr fehlen“, ergänzte Prof. Dr. Sabine Kunst, Präsidentin des Konsortiums Türkisch-Deutsche Universität (K-TDU) und Nachfolgerin von Süssmuth in diesem Amt.

    Einsatz für die Internationalisierung deutscher Hochschulen

    Die ehemalige Bundestagspräsidentin setzte sich nach ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag für den akademischen Austausch und die Internationalisierung der deutschen Hochschulen ein. Außenwissenschaftspolitisch war es Süssmuth ein besonderes Anliegen, die vielfältigen türkisch-deutschen Beziehungen auch in der Wissenschaft zu intensivieren. Eine der wichtigsten Errungenschaften ihres Einsatzes ist die 2008 beschlossene Gründung einer binationalen Universität in Istanbul. 2010 wurde der Grundstein für die Türkisch-Deutsche Universität (TDU) am Bosporus gelegt, 2014 fand die Eröffnung mit Staatspräsident Abdullah Gül und Bundespräsident Joachim Gauck als Ehrengästen statt.

    Darüber hinaus initiierte Süssmuth die Gründung eines Konsortiums von 38 deutschen Hochschulen, die sich gemeinsam für den Auf- und Ausbau der TDU einsetzen. Diesem Konsortium stand sie über viele Jahre als Präsidentin vor. In dem oftmals politisch geprägten und herausfordernden Wirkungsfeld zeigten sich ihre herausragenden Stärken: Sie einte und warb für einen gemeinsamen Geist der Kooperation auf deutscher wie auf türkischer Seite. Dabei scheute sie den Konflikt nicht, suchte aber stets nach verbindenden Elementen in der Zusammenarbeit. Aufgrund ihrer langjährigen Verdienste um den deutsch-türkischen Austausch erhielt Süssmuth 2022 die Ehrendoktorwürde der TDU.

    Türkisch-Deutsche Universität

    Die Türkisch-Deutsche Universität hat sich seit ihrer Gründung im Bildungssystem der Türkei fest etabliert und gilt als eine der besten Hochschulen des Landes. Sie ist eine Universität nach türkischem Recht, basierend auf einer Regierungsvereinbarung zwischen beiden Ländern. Derzeit bietet sie 39 Studiengänge an fünf Fakultäten an; Deutsch, Türkisch und Englisch sind die Unterrichtssprachen. Über 4.600 Studierende sind aktuell eingeschrieben.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Suad Shumareye
    Referatsleiterin – Referat P25 – Geschäftsstelle Konsortium TDU
    DAAD – Deutscher Akademischer Austauschdienst
    +49 228 882-453
    shumareye@daad.de


    Weitere Informationen:

    https://www.tau.edu.tr/de Webseite der TDU


    Bilder

    Prof. Dr. Rita Süssmuth, 17. Februar 1937 bis 1. Februar 2026
    Prof. Dr. Rita Süssmuth, 17. Februar 1937 bis 1. Februar 2026
    Quelle: Vera Loitzsch
    Copyright: DAAD/Loitzsch


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    fachunabhängig
    überregional
    Personalia
    Deutsch


     

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