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Wissenschaft
Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung holt internationale Spitzenforschung nach Niedersachsen
Mit einer Förderung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der VolkswagenStiftung hat das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig das Großprojekt HUMAN gestartet. Darin erforschen interdisziplinäre Teams die Wechselwirkungen zwischen Menschen sowie Bakterien und Viren. Sechs international rekrutierte Nachwuchsforschende bauen derzeit neue Forschungsgruppen mit innovativen Ansätzen auf und bringen Spitzenforschung unter anderem aus Stanford, Stockholm und Wien nach Niedersachsen. Für das von Prof. Josef Penninger, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI, geleitete Projekt stehen im Programm „zukunft.niedersachsen“ zunächst gut 32 Mio. Euro zur Verfügung, mit der Option auf eine Aufstockung auf bis zu 70 Mio. Euro nach erfolgreicher Zwischenevaluation. Heute wurden die etablierten Gruppen dem Niedersächsischen Wissenschaftsminister Falko Mohrs und dem Vorstand der VolkswagenStiftung, Dr. Georg Schütte, vorgestellt.
Das Forschungsprogramm HUMAN (Human Microbe Alliance for Universal Health) zielt darauf ab, das Zusammenspiel zwischen Menschen und Mikroorganismen zu entschlüsseln, um langfristig die Diagnostik, Prävention und Therapie von Infektionskrankheiten zu verbessern. Jeder Mensch ist während des gesamten Lebens einer Vielzahl ganz individueller Einflüsse ausgesetzt, die auf die gegenwärtige und künftige Gesundheit sowie die Anfälligkeit für Infektionskrankheiten einwirken. Zudem beeinflussen Alter, Lebensweise, genetische, epigenetische und soziale Faktoren, das individuelle Immunsystem und eingenommene Medikamente die Interaktion mit Mikroben.
Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs: „HUMAN zeigt: Niedersachsen ermöglicht Spitzenforschung nicht nur, sondern gestaltet sie aktiv. Die größte Einzelförderung aus zukunft.niedersachsen trägt wesentlich dazu bei, mit internationalen Nachwuchsforschenden herausragende Expertise ins Land zu holen und unsere Innovationskraft in der Infektionsforschung nachhaltig zu stärken. So kommen biomedizinische Entwicklungen und technologische Durchbrüche schneller aus der Forschung in das Gesundheitswesen. Davon profitieren die Menschen in Niedersachsen und weit darüber hinaus: HUMAN schafft neues Wissen, das hilft, Infektionskrankheiten früher zu erkennen, effizienter und mit geringeren Nebenwirkungen zu behandeln und unsere Gesundheitsversorgung widerstandsfähiger zu machen.“
„Mit HUMAN wollen wir die komplexe Allianz zwischen Menschen und Mikroben enträtseln, um akute Infektionskrankheiten, aber auch infektionsbedingte chronische Krankheiten und damit den menschlichen Gesundheitszustand insgesamt besser zu verstehen“, sagt Josef Penninger, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des HZI. „Die starke Unterstützung sowohl vom Land als auch vom Bund spiegelt das hohe Vertrauen in die wissenschaftliche Strategie des HZI und in unsere Fähigkeit wider, nachhaltige Fortschritte in der Infektionsforschung zu erzielen und die wissenschaftliche Exzellenz in Niedersachsen und Deutschland zu stärken. Daher sind wir für diese Unterstützung sehr dankbar, damit wir die nächste Generation von wissenschaftlichen Stars mitgestalten.“
Seit dem Start der ersten HUMAN-Nachwuchsgruppe im Mai 2025 hat das HZI bislang fünf weitere Forschungsgruppen einrichten und international herausragende Forschende für deren Leitung rekrutieren können. Zudem wurden Programme für forschende Ärztinnen und Ärzte integriert. Die Forschungsthemen der neuen Nachwuchsgruppen reichen von der Impfstoffentwicklung über die Pandemieprävention durch Zoonosenforschung bis hin zur Erforschung chronischer Schmerzen im Zusammenhang mit Infektionen.
„Im Programm zukunft.niedersachsen ist das Forschungsvorhaben HUMAN die bislang größte Einzelförderung. MWK und Stiftung etablieren hier gemeinsam einen Leuchtturm für Forschung mit nationaler und internationaler Sichtbarkeit – und einem unmittelbaren Nutzen für die Gesellschaft“, sagt Dr. Georg Schütte, Vorstand der VolkswagenStiftung.
„Das HZI ist ein besonderer Schmelztiegel der Infektionsforschung mit einer großartigen Ausstattung“, sagt Dr. Maren Schubert, die die Nachwuchsgruppe „Virus-like-particle basierte Technologien“ im HUMAN-Projekt leitet. „Durch die vielen neuen Nachwuchsgruppen in HUMAN ergeben sich viele Symbiosen in der Forschung. Wir haben die Freiheit, sehr kreative Forschungsansätze umzusetzen und auch unkonventionelle Ideen auszuprobieren.“
Im laufenden Jahr schreibt das HZI weitere Forschungspositionen im Rahmen von HUMAN aus, um die Bereiche der grundlagen- und anwendungsbezogenen Infektionsforschung sowie der künstlichen Intelligenz auszuweiten. Der Start einer weiteren Nachwuchsgruppe im Herbst 2026 steht bereits fest.
Über die Förderung:
„zukunft.niedersachsen“ ist das gemeinsame Wissenschaftsförderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der VolkswagenStiftung.
Digitale Pressemappe mit Videoporträts der neuen Nachwuchsforschenden:
https://www.helmholtz-hzi.de/pressemappe-human/
Diese Pressemitteilung und Bildmaterial finden Sie auch unter https://www.helmholtz-hzi.de/media-center/newsroom/news-detailseite/forschungsvo....
Ihre Ansprechpersonen am HZI:
Susanne Thiele, Pressesprecherin
susanne.thiele@helmholtz-hzi.de
0531 6181-1400
Dr. Andreas Fischer, Wissenschaftsredakteur
andreas.fischer@helmholtz-hzi.de
0531 6181-1405
Gruppenfoto zum HZI-Großprojekt HUMAN (v.l.n.r.): Falko Mohrs, Dr. Maren Schubert, Dr. Max Kellner, ...
Quelle: Marek Kruszewski
Copyright: HZI/Marek Kruszewski
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
Biologie, Chemie, Medizin
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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