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Mit dem Forschungsprojekt KoPaS (Kooperatives Parken in Städten) entwickelt und testet ein Projektkonsortium erstmals C-ITS-Dienste für das städtische Parken. Dabei werden standardisierte Parkinformationen in Echtzeit zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur ausgetauscht, etwa zu verfügbaren Parkmöglichkeiten und Nutzungsbedingungen. Feldversuche sowie eine ergänzende Laborstudie mit Datensimulationen sollen zeigen, wie sich Parksuchverkehr reduzieren und umweltsensitive Parkleitstrategien in Städten besser umsetzen lassen. Um die Parkinformationen bestmöglich an die Bedürfnisse der Autofahrenden anpassen zu können, bitten die Forschenden um Teilnahme an einer Umfrage.
Parkinformation dort, wo Entscheidungen fallen
Die Suche nach einem Parkplatz verursacht in vielen Städten zusätzlichen Verkehr. KoPaS setzt genau hier an und untersucht, wie vernetzte Parkinformationen Verkehrsteilnehmende frühzeitig und situationsgerecht unterstützen können. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche Informationen im Fahrzeug in welchem Moment tatsächlich hilfreich sind, damit die Anfahrt effizienter wird und weniger unnötige Routen zur Parkplatzsuche entstehen. Das soll nicht nur die Parkinformation in Städten verbessern, sondern auch dazu beitragen, belastete Bereiche gezielter zu entlasten.
„Wenn Parkinformationen verlässlich und in Echtzeit verfügbar sind, können Verkehrsteilnehmende früher entscheiden, wo sie sinnvoll parken. Das reduziert Umwege und kann Parksuchverkehr spürbar verringern“, sagt Projektleiter Karl Rehrl, Leiter des Forschungsbereichs Mobility & Transport Analytics bei Salzburg Research.
Was hinter C-ITS steckt und warum Standards entscheidend sind
KoPaS arbeitet mit sogenannten Cooperative Intelligent Transport Systems, kurz C-ITS. Gemeint sind kooperative, intelligente Verkehrssysteme, die standardisierte Nachrichten direkt zwischen C-ITS-fähigen Fahrzeugen oder zwischen straßenseitiger Infrastruktur und Fahrzeugen austauschen. Basis ist der Standard ETSI ITS-G5. Seit 2024 ist mit dem POIM-PA-Service (Point-of-Interest-Message – Parking Availability) ein Dienst zur Übertragung von Parkverfügbarkeiten standardisiert, der derzeit vor allem beim Parken auf Autobahnen angewandt wird. KoPaS entwickelt Anwendungsfälle für das städtische Parken, die anschließend getestet und bewertet werden.
„Für Städte ist entscheidend, dass Parkinformationen nicht nur vorhanden sind, sondern verständlich, vergleichbar und technisch kompatibel bereitgestellt werden. Standards schaffen dafür die Voraussetzung“, so Projektleiter Karl Rehrl weiter.
Von der digitalen Parkgrundlage zur verständlichen Darstellung im Fahrzeug
Damit Parkinformationen automatisiert genutzt werden können, braucht es zunächst eine digitale, maschinenlesbare Grundlage. KoPaS untersucht unterschiedliche Wege, einen Parkflächenkataster zu erstellen, etwa durch Ableitung aus bestehenden Verkehrszeichenkatastern oder aus Datensätzen, die bei Befahrungen mit einem Mobile-Mapping-Fahrzeug (teil-)automatisiert gewonnen werden. Zusätzlich werden Verfahren getestet, um Verfügbarkeiten dynamisch abzuleiten, darunter Ansätze mit fahrzeugseitiger Sensorik. Parallel dazu entwickelt das Konsortium Informations- und Visualisierungskonzepte, die Verkehrsteilnehmende schrittweise unterstützen sollen, von einer Übersicht zur Parksituation in der Stadt bis hin zu konkreten Hinweisen zu Nutzungsbedingungen an einzelnen Parkflächen.
Aufruf zur Teilnahme: Umfrage zur idealen Parkinformation im Fahrzeug
Ein zentrales Ziel von KoPaS ist, Parkinformation so zu gestalten, dass sie im Alltag wirklich hilft. Dafür lädt das Projekt zur Online-Umfrage: Im Fokus steht die Frage, welche Informationen Menschen bei der Parkplatzsuche im Fahrzeug benötigen, wann und wie diese Informationen bereitgestellt werden sollten und welche Kriterien ihre Entscheidung beeinflussen. Die Teilnahme dauert etwa 5 bis 10 Minuten und ist vollständig anonym.
Teilnahme unter: https://srfg.at/kopas-umfrage
Hintergrund, Konsortium und Förderung
KoPaS (Kooperatives Parken in Städten) entwickelt, testet und evaluiert erstmalig C-ITS-Dienste für städtisches Parken in Österreich und demonstriert Anwendungsfälle in Graz, Klagenfurt und Salzburg; ergänzend werden Informations- und Visualisierungskonzepte in einer Laborstudie mit realitätsnahen Datensimulationen untersucht und daraus Empfehlungen für die Umsetzung in Städten abgeleitet. Das Projekt wird im Programm Zero Emission Mobility der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG gefördert. Projektkoordinator ist die Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H.; Projektpartner sind der Österreichische Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC), Yunex Traffic Austria GmbH, JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH und PRISMA solutions EDV-Dienstleistungen GmbH.
Karl Rehrl, Projektleiter
Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH
karl.rehrl@salzburgresearch.at | +43.662.2288-416
https://srfg.at/kopas-umfrage Umfrage zur idealen Parkinformation im Fahrzeug
Weniger Parksuchverkehr durch vernetzte Echtzeit-Parkinformation © ÖAMTC
Copyright: © ÖAMTC
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Informationstechnik, Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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