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04.02.2026 13:42

DHBW Villingen-Schwenningen untersucht agentische KI in der Wirtschaftsprüfung

Guy Simon Hochschulkommunikation
Duale Hochschule Baden-Württemberg Villingen Schwenningen

    An der DHBW Villingen-Schwenningen wird das Potenzial agentischer Künstlicher Intelligenz für die Wirtschaftsprüfung erforscht. Im Fokus stehen KI-Agenten, die nicht nur automatisieren, sondern eigenständig Prüfungsprozesse analysieren, Handlungsschritte vorschlagen und miteinander interagieren. Ziel ist es, Effizienz, Prüfungsqualität und Skalierbarkeit zu steigern, ohne das professionelle Urteilsvermögen der Prüferinnen und Prüfer zu ersetzen. Die Forschung zeigt, wie eine hybride „Digital Audit Workforce“ aus Mensch und KI die Wirtschaftsprüfung nachhaltig verändern kann.

    Künstliche Intelligenz gilt als einer der zentralen Innovationstreiber unserer Zeit. Besonders die sogenannte agentische KI eröffnet neue Möglichkeiten, Prozesse nicht nur zu automatisieren, sondern eigenständig komplexe Aufgaben zu übernehmen. An der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Villingen-Schwenningen wird dieses Potenzial nun anhand praxisnaher Forschungsarbeiten im Bereich der Wirtschaftsprüfung untersucht. Ziel ist es, zu zeigen, wie KI-Agenten Effizienz, Prüfungsqualität und Skalierbarkeit steigern und gleichzeitig neue Perspektiven für die Rolle von Prüferinnen und Prüfern schaffen können.

    Der Studiengang „RSW – Wirtschaftsprüfung“ ist bundesweit renommiert. Bereits zum wiederholten Male wurde die DHBW VS vom Manager Magazin mit einem ersten Platz als beste Hochschule im Bereich Wirtschaftsprüfung ausgezeichnet. „Diese Erfolge belegen, dass unsere Studierenden von einer hervorragenden Lehre profitieren, die Theorie und Praxis optimal verbindet“, betont Prof. Dr.-Ing. Lars Meierling, Rektor der DHBW Villingen-Schwenningen.

    Doch worin unterscheidet sich eine agentische von einer herkömmlichen KI? Laut Prof. Dr. Michael Birk, Leiter des Studiengangs RSW – Wirtschaftsprüfung an der DHBW Villingen-Schwenningen, agieren dabei einzelne spezialisierte Agenten, die nicht nur Anweisungen ausführen, sondern auch proaktiv weitere Handlungsschritte vorschlagen und miteinander interagieren. Gemeinsam mit Cedric Kopp und Dr. Marco Schreyer veröffentlichte er dazu den Aufsatz „Agentische Künstliche Intelligenz in der Wirtschaftsprüfung“, der in der Fachzeitschrift WPg – Die Wirtschaftsprüfung erschienen ist.

    Besonders für große Wirtschaftsprüfungsgesellschaften mit umfangreichen Datenmengen bietet dies Vorteile. Ein Beispiel ist die Saldenbestätigung: Treten dort Differenzen auf, kann die KI erkennen, ob es sich um zeitliche Buchungsüberschneidungen handelt, und alternative Prüfungshandlungen vorschlagen. Diese Fähigkeit sei zwar nützlich, so Birk, doch bleibe die Wirtschaftsprüfung ein stark reguliertes Berufsfeld, in dem KI immer ein unterstützendes Hilfsmittel darstellt und durch menschliches Urteilsvermögen kritisch begleitet werden muss. Auch Aspekte der Kommunikation und subjektiven Wahrnehmung im Austausch mit Mandanten könnten nicht allein durch Technologie ersetzt werden.

    Wie Birk erläutert, ist der Einsatz von KI bei großen Gesellschaften in Teilbereichen bereits nahezu Alltag. Hier würden erhebliche Investitionen getätigt, die sich durch Skaleneffekte besonders lohnen. „Viele Lehrbeauftragte des Studiengangs kommen aus solchen Kanzleien und bringen ihre Praxiserfahrung direkt in die Lehre ein. Studierende erhalten so nicht nur das klassische Handwerkszeug der Wirtschaftsprüfung, sondern auch fundiertes Wissen über die Potenziale digitaler Technologien“, erklärt Birk. Entscheidend sei jedoch, dass der Einsatz von KI nicht bedeute, ihr die vollständige Steuerung zu überlassen.

    Die Forschung an der DHBW Villingen-Schwenningen zeigt eindrucksvoll: Agentische KI-Systeme besitzen das Potenzial, die Wirtschaftsprüfung grundlegend zu verändern. Sie steigern nicht nur Effizienz und Prüfungsqualität, sondern eröffnen auch völlig neue Ansätze für die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Während spezialisierte KI-Agenten zunehmend komplexe Aufgaben übernehmen können, bleibt die fachliche Verantwortung und das professionelle Urteilsvermögen der Prüferinnen und Prüfer unverzichtbar. In hybriden Teams – einer „Digital Audit Workforce“ – entsteht so eine zukunftsweisende Verbindung, die das Beste aus beiden Welten vereint und die Wirtschaftsprüfung nachhaltig stärkt.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr. Michael Birk
    Leiter des Studiengangs Studiengang RSW-Wirtschaftsprüfung
    Tel. +49 7720 3906-180
    michael.birk@dhbw.de


    Originalpublikation:

    „Agentische Künstliche Intelligenz in der Wirtschaftsprüfung“ in: WPg - Die Wirtschaftsprüfung 17/2025, IDW Verlag Düsseldorf, S. 895-903 [zusammen mit Cedric Kopp und Dr. Marco Schreyer]


    Bilder

    Prof. Dr. Michael Birk, Leiter des Studiengangs Studiengang RSW-Wirtschaftsprüfung an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Villingen-Schwenningen
    Prof. Dr. Michael Birk, Leiter des Studiengangs Studiengang RSW-Wirtschaftsprüfung an der Dualen Hoc ...
    Quelle: DHBW VS
    Copyright: DHBW VS


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    Wirtschaft
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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