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05.02.2026 15:22

Helga-Reifert-Preis für Dr. Dr. Johannes Falter und Dr. Benedikt Wagner

Matthias Dettenhofer Unternehmenskommunikation
Universitätsklinikum Regensburg (UKR)

    Für ihre Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Krebstherapie wurden Dr. Dr. Johannes Falter, Assistenzarzt der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie des Universitätsklinikums Regensburg (UKR), und Dr. Benedikt Wagner, Assistenzarzt der Klinik und Poliklinik für Chirurgie des UKR, mit dem renommierten Helga-Reifert-Preis ausgezeichnet. Der Preis ist jeweils mit 15.000 Euro dotiert.

    Dr. Dr. Johannes Falter erhält den Preis für seine wissenschaftliche Arbeit zur Verbesserung postoperativer systemischer Therapien bei bösartigen Hirntumoren, sogenannten Glioblastomen. „Das Glioblastom bleibt trotz maximaler multimodaler Therapie eine tödliche Diagnose mit hoher Symptomlast, frühem Rezidiv und sehr begrenzter Überlebenszeit“, erklärt Dr. Dr. Falter. Bisher ist die präoperative Gabe von Dexamethason (DEX) zur symptomatischen Behandlung des peritumoralen Ödems, des angeschwollenen Hirngewebes im Bereich des Tumors, klinischer Standard. Mehrere Metaanalysen zeigen jedoch einen möglichen Überlebensnachteil bei DEX-behandelten Patienten. „Leider konnten der Zusammenhang bisher noch nicht geklärt werden. Mit meiner Forschungsarbeit möchte ich hierzu meinen Beitrag leisten, um die Zusammenhänge verstehen zu können und neue Therapieoptionen eröffnen.“

    Von besonderer klinischer Bedeutung ist, dass das immunologische Mikromilieu - insbesondere in der postoperativ verbleibenden peritumoralen Zone am Rand der Resektionshöhle - durch die Tumorzellen des Glioblastoms entsprechend verändert ist, so dass Immunzellen den Tumor nicht bekämpfen können oder sogar das Tumorwachstum und die Tumorausbreitung fördern. Die meisten bisherigen Untersuchungen am immunologischen Mikromilieu konnten die tumor-assoziierten Veränderungen von den Dexamethason-verursachten immunologischen Veränderungen nicht differenzieren. Die Forschungsarbeit stellt sich also der Frage, welche immunologischen Mikromilieu-Veränderungen im Speziellen durch die präoperative DEX-Gabe entstanden sind, und auf welche Weise diese den weiteren Krankheitsverlauf relevant beeinflussen. Durch die Identifikation spezifischer pathomechanistischer Korrelate der perioperativen Kortikosteroidtherapie kann letztlich auch die weitere immunonkologische Forschung und die Optimierung postoperativer - insbesondere immunologischer - Systemtherapien gefördert werden.

    Dr. Benedikt Wagner für seine Forschungsarbeit zum Pankreaskarzinom ausgezeichnet

    Dr. Benedikt Wagner erhält die Auszeichnung für die Entwicklung eines innovativen Modells zur personalisierten Testung von Therapien bei Patienten mit Pankreaskarzinom. Im Fokus steht dabei die Isolierung zirkulierender Tumorstammzellen aus Patientenblut, die Generierung von Tumorsphären (dreidimensionale Zellaggregate aus diesen Tumorstammzellen) sowie die Etablierung von sogenannten CAM-Modellen, in denen diese Tumorsphären auf der Chorioallantoismembran (CAM) – einem 3D-in-vivo-Modell im Hühnerei – kultiviert wurden.

    Das Projekt entstand in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit zwischen Prof. Dr. Christian Hackl (Chirurgie) und Prof. Dr. Silke Härteis (Anatomie) und vereint chirurgische, zellbiologische und anatomische Expertise in einem translationalen Forschungsansatz.

    Das Modell ermöglicht eine rasche und patientennahe Testung individueller Chemotherapien und zielgerichteter Substanzen sowie die genauere Untersuchung der Tumorbiologie und Tumorigenese. Die Kombination aus einfacher Blutentnahme, ex vivo Kultivierung und in vivo-Testung erlaubt es, innerhalb weniger Tage erste Aussagen über das potenzielle Therapieansprechen sowie biologische Eigenschaften des Tumors zu treffen. „Unsere Erkenntnisse wollen wir perspektivisch in die Entscheidungsfindung in Tumorboards einfließen lassen und die Grundlage für eine individualisierte Therapieempfehlung bei Pankreaskarzinomen unterstützen“, so Dr. Wagner.

    Über den Helga-Reifert-Preis

    Die Helga-Reifert-Stiftung zeichnet 2025 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Regensburg im Bereich der experimentellen Krebsforschung aus, um diese langfristig zu unterstützen. Anliegen der Stiftung ist es, innovative Forschungsansätze in der Krebstherapie zu fördern, um die Ergebnisse zur klinischen Anwendung zu bringen. Die Stifterin Helga Reifert, eine gebürtige Leipzigerin, lebte seit den 1960er Jahren bis zu ihrem Tod im Jahr 2022 in Regensburg. Der diesjährig mit zweimal 15.000 Euro dotierte Preis wird seit 2002 alternierend an Wissenschaftler und Doktoranden der Universitäten Leipzig und Regensburg vergeben.


    Bilder

    Die beiden Preisträger Dr. Benedikt Wagner und Dr. Dr. Johannes Falter freuen sich sehr über ihre Auszeichnung. Dr. Bernward Gall (Vorsitzender der Helga Reifert-Stiftung) und die beiden Klinikdirektoren Prof. Dr. Schlitt und Prof. Dr. Schmidt.
    Die beiden Preisträger Dr. Benedikt Wagner und Dr. Dr. Johannes Falter freuen sich sehr über ihre Au ...
    Quelle: Martin Meyer
    Copyright: © UKR


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

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