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06.02.2026 10:38

Unith e.V. : Pauschale Honorarkürzungen bedrohen die Versorgung psychisch erkrankter Menschen

Anna Zreik Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
unith e. V. Universitäre Aus- und Weiterbildung für Psychotherapie

    Der Berufsverband unith e.V. kritisiert die Pläne des GKV-Spitzenverbands, psychotherapeutische Honorare pauschal um zehn Prozent zu kürzen. Angesichts steigender Nachfrage und bereits langer Wartezeiten gefährden solche Einschnitte die ambulante Versorgung und verschärfen regionale Ungleichheiten. „Wer die Honorare kürzt, kürzt keine Kosten, sondern Therapieplätze – die Leidtragenden sind die Patient*innen“, so unith e.V. Der Verband unterstützt die Petition „Keine Kürzung der psychotherapeutischen Honorare“ und fordert bedarfsgerechte, transparente Lösungen statt pauschaler Sparmaßnahmen.

    Frankfurt am Main, 06.02.2026 – Der Berufsverband unith e.V. kritisiert die Pläne des GKV-Spitzenverbands, die Honorare für psychotherapeutische Leistungen pauschal um zehn Prozent abzusenken, mit Nachdruck. Ein entsprechender Beschluss im Bewertungsausschuss steht nach aktuellen Berichten im Raum und soll noch im laufenden Jahr greifen. Aus Sicht von unith e.V. droht eine solche Maßnahme, die ambulante psychotherapeutische Versorgung nachhaltig zu schwächen.

    Psychotherapeutische Praxen stehen bereits heute unter erheblichem Druck: steigende Nachfrage, lange Wartezeiten, hohe administrative Anforderungen und wachsende Betriebskosten prägen den Arbeitsalltag. Eine pauschale Honorarkürzung würde diese Belastung weiter verschärfen und die wirtschaftliche Grundlage vieler Praxen gefährden.
    „Wer die Honorare kürzt, kürzt keine Kosten, sondern Therapieplätze. Die Leidtragenden sind nicht die Therapeut*innen, sondern die Menschen, die monatelang auf Hilfe warten oder gar keine mehr bekommen“, erklärt Prof. Dr. Rudolf Stark, Vorstandsvorsitzender von unith e.V.. Mit pauschalen, inhaltlich nicht begründbaren Einschnitten lasse sich weder Versorgungsqualität sichern noch der steigende Bedarf auffangen.

    unith e.V. betont zugleich, dass es sich bei dem Vorstoß nicht um eine rein technische Anpassung handelt, sondern um eine politische Weichenstellung mit weitreichenden Folgen. Psychische Erkrankungen nehmen seit Jahren zu, gleichzeitig wird der Zugang zu Therapieangeboten immer schwieriger. Eine undifferenzierte Abwertung psychotherapeutischer Leistungen sende in diesem Kontext ein fatales Signal – sowohl an die Berufsgruppe als auch an die Betroffenen.
    Besonders problematisch sei, dass die geplanten Kürzungen ohne erkennbare Bedarfsanalyse oder differenzierte Steuerung erfolgen sollen. Statt gezielter Lösungen drohe eine pauschale Kürzungsstrategie, die funktionierende Versorgungsstrukturen schwächt und regionale Ungleichheiten weiter verschärft.

    Gegen die geplanten Honorarkürzungen hat sich inzwischen breiter Widerstand formiert. Unter dem Titel „Keine Kürzung der psychotherapeutischen Honorare“ fordert eine Petition auf Change.org den Erhalt einer auskömmlichen Vergütung und warnt vor einer weiteren Verschlechterung der Versorgung psychisch erkrankter Menschen.

    Zur Petition:
    https://www.change.org/p/keine-k%C3%BCrzung-der-psychotherapeutischen-honorare

    unith e.V. schließt sich dieser Forderung ausdrücklich an und ruft dazu auf, von pauschalen Sparmaßnahmen Abstand zu nehmen. Erforderlich seien stattdessen transparente, differenzierte und zukunftsorientierte Lösungen, die sowohl die Arbeitsbedingungen der Psychotherapeutinnen als auch die Versorgungssicherheit für Patientinnen in den Blick nehmen. Die Kürzungen würden darüber hinaus die Finanzierung von ambulanten Weiterbildungsstellen für zukünftige Fachpsychotherapeut*innen schwächen.

    ________________________________________

    Pressekontakt
    Anna Zreik
    Pressereferentin unith e.V.
    presse@unith.de

    Über unith e.V.
    unith e.V. setzt sich bundesweit für eine faire und qualitativ hochwertige Aus- und Weiterbildung in der Psychotherapie sowie für eine bessere Versorgung von Patient:innen ein. Der Verein vertritt die Interessen von Psychotherapeut:innen in Aus- bzw. Weiterbildung und engagiert sich für gerechte Arbeitsbedingungen, moderne Aus- und Weiterbildung und eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung.


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter
    Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Politik, Psychologie
    überregional
    Studium und Lehre, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


     

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