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Zum europaweiten Tag des Notrufs am 11. Februar betonen der Deutsche Rat für Wiederbelebung und die Sepsis-Stiftung die lebensrettende Bedeutung der 112. Bei Herzstillstand, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Sepsis entscheidet schnelles Handeln über Leben und Tod. Frühzeitige Notfallbehandlung und telefonische Anleitung durch die Leitstelle, etwa zur Herzdruckmassage, erhöhen die Überlebenschancen deutlich. Auch bei Sepsis ist jede Verzögerung lebensgefährlich. Die Organisationen rufen dazu auf, Warnzeichen ernst zu nehmen und im Zweifel sofort die 112 zu wählen.
112 – Mehr als eine Nummer: Der Tag des Notrufs am 11. Februar rettet Leben bei Herzstillstand, Infarkt und Sepsis
Berlin/Ulm, 11. Februar – Der 11.2. ist der europaweite Tag des Notrufs. Die Botschaft des Deutschen Rates für
Wiederbelebung (GRC) und der Sepsis-Stiftung ist klar: Die 112 rettet Leben – vorausgesetzt, sie wird bei den ersten Anzeichen lebensbedrohlicher Zustände wie Herz-Kreislaufstillstand, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Sepsis sofort gewählt.
Plötzlicher Herz-Kreislaufstillstand, Herzinfarkt, Schlaganfall und Sepsis gehören weltweit zu den Haupttodesursachen und sind die häufigsten Auslöser für langfristiges Leiden und bleibende Behinderungen. Wissenschaftlich belegt ist: Eine schnellstmöglich eingeleitete, evidenzbasierte Notfallbehandlung entscheidet über Leben und Tod und kann die Folgen dieser Akuterkrankungen drastisch verringern.
Schnelle Hilfe am Telefon: Lebensrettung beginnt in der Leitstelle
Die Rettungskette beginnt bereits beim Telefonat. Die sofortige Einbindung der Anrufenden durch die Rettungsleitstelle via Telefon-Reanimation erhöht die Überlebenschancen beim plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand auf das Dreifache.
„Die 112 steht seit sieben Jahrzehnten für schnelle Hilfe, professionelle Rettung und verlässliche medizinische Versorgung. Bei einem Herz-Kreislaufstillstand ist die sofortige Herzdruckmassage lebensrettend. Durch die Anleitung am Telefon wird wertvolle Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes – im Mittel neun Minuten – effektiv genutzt, um den Sauerstofffluss zum Gehirn aufrechtzuerhalten und irreversible Schäden zu verhindern“, erklärt Professor Bernd Böttiger, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Rates für Wiederbelebung (GRC) und Bundesarzt des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).
Zeit ist Muskel, Zeit ist Hirn: Herzinfarkt und Schlaganfall
Bei einem Herzinfarkt oder Schlaganfall werden Teile des Herzmuskels bzw. des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt – meist verursacht durch ein Blutgerinnsel. Typische Warnzeichen sind plötzlich auftretende starke Schmerzen in der Brust, die in den Kiefer oder Arm ausstrahlen können sowie Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen. Werden diese Gerinnsel innerhalb der „Golden Hour“ (60 Minuten) in spezialisierten Kliniken behandelt, können die Erkrankungen oft ohne bleibende Folgen geheilt werden. Der schnelle Notruf 112 ist auch hier die entscheidende Weichenstellung.
Sepsis: Der unterschätzte Notfall
Sepsis, oft als „Blutvergiftung“ bezeichnet, ist die schwerste Komplikation von Infektionen. Sie entsteht, wenn zusätzlich die körpereigene Abwehrreaktion gegen eine Infektion die eigenen Organe schädigt. Ohne sofortige Notfallbehandlung endet sie oft tödlich oder führt zu schweren Langzeitfolgen. Auslöser sind meist bakterielle Infektionen, aber auch Viren wie Influenza und andere. „Mit jeder Verzögerung bei der Bekämpfung der Erreger und der intensivmedizinischen Behandlung der ausfallenden Organsysteme erhöht sich die Sterblichkeit im Stundentakt“, betont Professor Konrad Reinhart, Vorstandsvorsitzender der Sepsis-Stiftung. „Die gezielte Einbindung der Bevölkerung in die Rettungskette und die Schulung des medizinischen Personals in der Früherkennung hat in anderen Ländern zu einer Halbierung der Sepsissterblichkeit geführt. Sepsis ist ein medizinischer Notfall wie ein Herzinfarkt.“
„Aus der Perspektive der Patientensicherheit ist dieser organisationsübergreifende und interdisziplinäre Weg beispielgebend und ein wesentlicher Garant dafür, dieses Ziel schnellstmöglich zu erreichen“, betont der stellvertretende Vorsitzender des Aktionsbündnisses Patientensicherheit, Dr. med. Christian Deindl.
Gemeinsames Ziel: Aufklärung rettet Leben
Zum Tag des Notrufs rufen der GRC und die Sepsis-Stiftung dazu auf, die Symptome dieser Notfälle ernst zu nehmen. Zögern Sie nicht: Im Zweifelsfall rettet die 112 Leben.
Infobox zum plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand:
Die lebensrettende Herzdruckmassage ist sehr einfach. Alles, was Sie dafür benötigen sind zwei Hände und die Leitformel PRÜFEN – RUFEN – DRÜCKEN.
Die 112 hilft Ihnen dabei. Wie funktioniert das?
PRÜFEN Sie das Bewusstsein durch Ansprechen und vorsichtiges Rütteln an den Schultern und kontrollieren Sie die Atmung.
RUFEN: Rufen Sie sofort den Notruf 112 (in Deutschland und den meisten europäischen Ländern) und beschreiben Sie die Situation. Bleiben Sie am Telefon und folgen Sie den Anweisungen des Rettungsdienstes.
DRÜCKEN: Beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage (Herzdruckmassage) in der Mitte des Brustkorbs, 5 bis 6 cm tief und 100 bis 120 Mal pro Minute im Takt von z.B. "Atemlos" oder "Staying Alive". Nicht unterbrechen bis Hilfe kommt.
In Deutschland erleiden mehr als 120.000 Menschen jährlich einen plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand. 70.000 dieser Betroffenen werden vom Rettungsdienst versorgt, bisher überleben nur 10%.
Eine telefonische Anleitung zur Laienreanimation durch die Leitstelle hilft, bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes lebensrettende Maßnahmen durchzuführen. Die Überlebenschancen werden hierdurch verdreifacht (Link unten)).
Der Deutsche Rat für Wiederbelebung (German Resuscitation Council; GRC) wurde 2007 gegründet und zählt mittlerweile über 2.200 Mitglieder, 20 Mitgliedsorganisationen sowie mehr als 60 Fördermitglieder und zahlreiche Businesspartner. Ziel des GRC ist es, die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Organisationen und Personen, die sich mit den verschiedenen Aspekten der Wiederbelebung befassen, zu unterstützen und zu harmonisieren sowie die Laienreanimation und die Schülerausbildung in Wiederbelebung zu fördern.
Im Zweifel bietet der „Sepsis Quick Check“ (Link unten) weitere Hilfe
Zur Sepsis Stiftung: Die Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit haben wesentlich dazu beigetragen, dass Sepsis national und international stärkere Beachtung fand. Belege dafür sind: Der World Sepsis Day (2012), die WHO Sepsis Resolution (2017), das Qualitätssicherungsverfahren Sepsis des G-BA (2018), die Kampagne „Deutschland erkennt Sepsis“ (2021), die 2030 Global Agenda for Sepsis (2024).
Prof. Dr. Bernd Böttiger: bernd.boettiger@uk-koeln.de
Prof. Dr. Konrad Reinhart: konrad.reinhart@sepsis-stiftung.de
Pressekontakte:
GRC: Frau Nadine Rott Sepsis Stiftung: Heike Romeike
E-Mail: presse@grc-org.de E-Mail: presse@sepsis-stiftung.de
Mobil: 0162 4960 476 Mobil: 0176 45693666
https://www.grc-org.de/
https://sepsis-stiftung.de/check/sepsis-quick-check/
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Politik
überregional
Wissenschaftspolitik
Deutsch

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