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Wissenschaft
Staatssekretär Matthias Hauer überreicht einen Förderbescheid für das Projekt
InnoWaerm am Fraunhofer ILT. Das vom Bundesministerium für Forschung,
Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit rund 1,5 Millionen Euro geförderte
Vorhaben entwickelt hochtemperaturbeständige Leichtbau-Reaktoren aus
Titanaluminid, die sich mithilfe additiver Fertigung herstellen lassen. Sie sollen
einmal Wasserstoff direkt an Bord von Flugzeugen, Landmaschinen oder
Schwerlastfahrzeugen erzeugen.
Am 10. Februar 2026 überreichte der Parlamentarische Staatssekretär bei der
Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) Matthias Hauer
am Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Aachen persönlich den Förderbescheid für
das Projekt InnoWaerm an Projektleiter Andreas Vogelpoth und sein Team.
»Mit der Hightech Agenda Deutschland setzen wir klare forschungs- und
wirtschaftspolitische Impulse für den Innovationsstandort Deutschland. Ziel ist es,
wissenschaftliche Exzellenz systematisch in marktfähige Technologien und
gesellschaftliche Anwendungen zu überführen«, sagte Matthias Hauer. »Das BMFTR-Programm für die Validierungsförderung VIP+ schafft dafür eine verlässliche Brücke
zwischen Forschung und Wertschöpfung – und das themen- und verwertungsoffen.
Das VIP+-Förderprojekt InnoWaerm zeigt das eindrucksvoll und wird mit seinem
innovativen Fertigungsverfahren einen wichtigen Beitrag zu einer wettbewerbsfähigen
und nachhaltigen Mobilität der Zukunft leisten. Ich wünsche dem Projektteam
größtmöglichen Erfolg.«
Neben Vertretenden des Ministeriums nahmen auch Forschende beider beteiligten
Fraunhofer-Institute ILT und IMM an der Veranstaltung teil. Für das Fraunhofer ILT
waren unter anderem Institutsleiter Dr. Jochen Stollenwerk, Dr. Tim Lantzsch,
Abteilungsleiter Laser Powder Bed Fusion (LPBF), sowie Alexander Neuke anwesend,
der künftig die wissenschaftliche Leitung des Projekts übernimmt.
»Mit InnoWaerm entwickeln wir eine Lösung, um Wasserstoff kompakt, leicht und
robust für mobile Schwerlastanwendungen nutzbar zu machen. Mit unserer
Technologie schaffen wir die Grundlage für klimaneutrale Antriebe für Flugzeuge und
große landwirtschaftliche Maschinen, wo Batterien an ihre Grenzen stoßen«,
verdeutlicht Andreas Vogelpoth.
Anschließend besichtigte die Delegation das Labor, in dem das Projektteam die
neuartigen Leichtbau-Wärmetauscher und Reaktoren entwickelt.
Dr. Gunther Kolb vertrat das Fraunhofer-Institut für Mikrotechnik und Mikrosysteme
IMM aus Mainz, bei dem er stellvertretender Institutsleiter und Bereichsleiter für
dezentrale Wasserstofftechnik ist. Das Treffen bot Gelegenheit für einen direkten
Austausch über die technologischen Herausforderungen, die Chancen der additiven
Fertigung und die nächsten Schritte auf dem Weg zur industriellen Umsetzung.
Das Fraunhofer ILT in Aachen koordiniert das Vorhaben; die Projektlaufzeit beträgt 24
Monate. Das Fraunhofer IMM bringt seine langjährige Erfahrung im Bereich kompakter
Reaktorsysteme für die Wasserstofferzeugung ein. Beide Institute arbeiten eng
zusammen, um die neue Fertigungstechnologie mit konkreten
Anwendungsanforderungen aus der Energie- und Mobilitätsforschung zu verknüpfen.
»Mit unserer langjährigen Erfahrung in der Wasserstofftechnik bringen wir die
Perspektive der Systemintegration bei InnoWaerm ein, vom chemischen Prozess im
Mikroreaktor bis zur Anwendung«, erläutert Gunther Kolb.
Leicht, hitzebeständig, frei formbar
Ziel von InnoWaerm ist die Entwicklung hochtemperaturbeständiger LeichtbauWärmeübertrager und Reaktoren für mobile Anwendungen etwa in schweren
Nutzfahrzeugen oder der Luftfahrt. Dabei geht es nicht nur um klassische
Wärmetauscher zur effizienten Energienutzung, sondern auch um sogenannte
Mikroreaktoren, um aus Flüssigkeiten wie Methanol oder Ammoniak direkt Wasserstoff
zu erzeugen, der dann zum Antrieb genutzt werden kann.
Die Forschenden verwenden Titanaluminid, eine extrem leichte, hitzebeständige und
korrosionsresistente Legierung, die sie additiv verarbeiten. Das eingesetzte 3D-Druckverfahren LPBF wurde am Fraunhofer ILT gezielt weiterentwickelt, um die bislang
problematische Verarbeitung des besonders spröden Titanaluminids zu ermöglichen.
»Titanaluminid zählt zu den intermetallischen Phasen. Es verbindet Eigenschaften
metallischer und keramischer Werkstoffe. Die ungewöhnliche Legierung ist extrem
leicht, hitzebeständig, aber auch spröde und schwer zu verarbeiten«, erklärt
Vogelpoth. »Deshalb war es bisher kaum für komplexe Bauteile einsetzbar. Mit unserer
neuen Vorwärmtechnik im Laserschmelzprozess können wir das jetzt ändern. So wird
es möglich, mikrostrukturierte Reaktoren herzustellen, die leicht genug für den Einsatz
in mobilen Anwendungen sind, vom Flugzeug bis zur Landmaschine.«
Titanaluminid konnte bisher nur sehr aufwendig verarbeitet werden beispielsweise mit
Elektronenstrahlschmelzen oder Guss. Durch die additive Fertigung lassen sich nun
exakte Geometrien fertigen und an thermische sowie strömungstechnische
Anforderungen anpassen. »Was wir zeigen wollen: Es geht. Es ist machbar. Und es
lohnt sich«, fasst Vogelpoth zusammen.
Gemeinsam mit dem Fraunhofer IMM integrieren die Projektpartner die additiv
gefertigten Bauteile in mobile Reaktoreinheiten in Kombination mit Brennstoffzellen
und verbinden dabei geringes Gewicht mit hoher Temperaturbeständigkeit.
Reaktoren für die Reichweite
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Luftfahrt: Dort zählt jedes Kilogramm und
gleichzeitig steigen die Anforderungen an emissionsfreie Antriebe. Die im Projekt
entwickelten Reaktormodule sollen direkt an Bord Wasserstoff erzeugen, indem sie
flüssige Trägerstoffe umwandeln. Das vermeidet aufwendige Tanklösungen mit
gasförmigem Wasserstoff und schafft neue Spielräume für Reichweite und Sicherheit.
Die Technologie eignet sich besonders für hybride Antriebssysteme, bei denen
Brennstoffzellen im Zusammenspiel mit chemischen Energieträgern eine flexible und
emissionsarme Energieversorgung ermöglichen. Auch für andere mobile Anwendungen
mit hohen Belastungen, etwa landwirtschaftliche Maschinen oder Nutzfahrzeuge,
bietet das Konzept große Vorteile. Die Kombination aus geringem Gewicht, hoher
Temperaturbeständigkeit und kompakter Bauform ist besonders dort relevant, wo der
verfügbare Bauraum knapp und die Anforderungen an Effizienz hoch sind.
In der nächsten Projektphase liegt der Fokus auf der Validierung unter realen
Einsatzbedingungen. Das Projektteam plant, die Herstellbarkeit im industriellen
Maßstab zu demonstrieren und das Potenzial der neuen Fertigungstechnologie für
klimaneutrale Antriebssysteme in der Luftfahrt zu zeigen.
Fachlicher Kontakt
Andreas Vogelpoth M. Sc.
Gruppe Process & Systems Engineering
Telefon +49 241 8906-356
andreas.vogelpoth@ilt.fraunhofer.de
Niklas Prätzsch M. Sc.
Gruppenleiter Process & Systems Engineering
Telefon +49 241 8906-8174
niklas.praetzsch@ilt.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT
Steinbachstraße 15
52074 Aachen
www.ilt.fraunhofer.de
InnoWaerm verbindet neuartige Werkstoffe mit anwendungsnaher Forschung und leistet einen wichtigen B ...
Copyright: © Fraunhofer ILT, Aachen.
Dr. Gunther Kolb, Geschäftsbereichsleiter Dezentrale und Mobile Wasserstofftechnik am Fraunhofer IMM ...
Quelle: Andreas Steindl
Copyright: © Fraunhofer ILT, Aachen / Andreas Steindl.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
Chemie, Energie, Maschinenbau, Umwelt / Ökologie, Werkstoffwissenschaften
überregional
Forschungsprojekte, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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