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11.02.2026 13:45

KI-optimierte Einsatzkommunikation im Katastrophenfall

Birgit Strohmeier Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH

    Ob Naturkatastrophen, Großveranstaltungen oder andere sicherheitskritische Lagen: in Krisensituationen ist eine schnelle, zuverlässige Kommunikation entscheidend. Genau hier setzt das Forschungsprojekt AI4Emergency an: Ziel ist die Entwicklung und Erprobung KI-gestützter Kommunikationstechnologien auf Basis von 5G-Mobilfunknetzen, um Einsatzkräfte mit leistungsfähigen und ausfallsicheren Kommunikationsmitteln auszustatten.

    Im Einsatzgeschehen stehen Organisationen vor der Herausforderung, in kürzester Zeit ein präzises Lagebild zu erstellen und mehrere Einheiten – darunter Drohnen, Fahrzeuge und Einsatzkräfte – effektiv zu koordinieren. Eine verlässliche Kommunikation ist dabei essenziell, um Gefahren schnell zu erkennen, Entscheidungen fundiert zu treffen und Maßnahmen effizient umzusetzen. Verzögerungen oder Informationsverluste können unmittelbare Auswirkungen auf Menschenleben und Infrastruktur haben. Gleichzeitig müssen Alarmierungen rechtzeitig erfolgen und Informationen sicher an die richtigen Stellen weitergeleitet werden. Hinzu kommt der Bedarf, alle Vorgänge und Entscheidungen lückenlos zu dokumentieren, um sowohl die Einsatzsteuerung zu optimieren als auch die Nachbereitung zu ermöglichen – all das idealerweise in Echtzeit und unter widrigen Bedingungen.

    Digitale Resilienz für sicherheitskritische Einsätze

    Im Zentrum des Projekts steht die Vision, Einsatzkräfte mit einer digital resilienten Infrastruktur auszustatten, die auch in Gebieten ohne funktionierendes Netz leistungsfähig bleibt. Innovative Technologien wie mobile 5G-Lösungen, automatisierte Chatbot-Systeme oder intelligente Videokommunikation sollen die Informationsweitergabe skalierbar machen. Die Entwicklung erfolgt dabei auf Basis realistischer Einsatzszenarien, etwa bei Überschwemmungen, Unfällen oder Evakuierungen.

    Das Projekt reagiert auf konkrete Schwächen bestehender Systeme. In Katastrophengebieten fehlt es oft an stabilen Netzverbindungen, was zu Verzögerungen bei der Alarmierung oder zu fragmentierten Lagebildern führt. Die Abhängigkeit von konventionellen Infrastrukturen macht Einsatzkräfte in Krisen besonders verletzlich. AI4Emergency bietet einen Gegenentwurf: Durch intelligente Netzkonfigurationen wie Network Slicing oder garantierte Bandbreiten sollen datenintensive Anwendungen wie Drohnensteuerung, Sprachdialogsysteme oder Entscheidungsunterstützungssysteme zuverlässig funktionieren – auch dann, wenn das Netz an seine Grenzen stößt.

    Use Cases zu Einsatzmittel, Einsatztaktik und Infrastruktur

    Das Projekt AI4Emergency adressiert praxisnahe Anwendungsfälle entlang der gesamten Rettungskette – von der Erhebung über die taktische Koordination bis zur Infrastrukturabsicherung. Durch die Modellierung typischer Einsatzszenarien wird realitätsnah untersucht, wie sich Veränderungen in der Kommunikationsinfrastruktur – etwa Überlastungen, Störungen oder Ausfälle – auf den Ablauf von Einsätzen auswirken. Dabei werden sowohl unterschiedliche Rahmenbedingungen der Einsätze als auch die eingesetzten Unterstützungsfaktoren berücksichtigt, darunter KI-Systeme, menschliche Entscheidungsprozesse und technisches Equipment.

    Im Bereich Einsatzmittel könnten verschiedene Datenquellen, wie Datenbrillen und Bodycams oder eine automatisierte Analyse von Drohnenvideos die Erstellung eines detaillierten und aktuellen Lagebildes unterstützen. Im Bereich Einsatztaktik liegt der Fokus auf der intelligenten Unterstützung der Führungsebene. Im Bereich Infrastruktur schließlich geht es um die Absicherung der Kommunikationsnetze selbst – etwa durch den Aufbau lokaler 5G-Strukturen mittels mobiler Repeater, um auch in abgeschotteten oder beschädigten Gebieten eine stabile und leistungsfähige Verbindung zu garantieren.

    Beitrag zu Nachhaltigkeit und digitaler Souveränität

    AI4Emergency trägt zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen bei, insbesondere im Bereich widerstandsfähiger Infrastrukturen und Katastrophenvorsorge. Dabei wird bewusst auf eine ethisch reflektierte Gestaltung geachtet, insbesondere bei der Entwicklung und Integration von KI-Anwendungen. Durch die gezielte Verbreitung der Projektergebnisse sowie durch die anschließende wirtschaftliche Verwertung durch die beteiligten Unternehmen wird sichergestellt, dass das Projekt nicht nur technologisch innovativ ist, sondern auch langfristig Wirkung entfaltet.

    Über AI4Emergency

    AI4Emergency wird im Rahmen der Initiative „BBA2030: GigaApp“ durch die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und dem BMWKMS gefördert. Das Konsortium vereint Forschungseinrichtungen, Technologielieferanten und Einsatzorganisationen. Diese enge Verzahnung von Wissenschaft und Anwendung gewährleistet, dass die Lösungen sowohl technologisch innovativ als auch praxiserprobt sind.
    Projektkonsortium: BOC Products & Services AG; Johanniter Österreich Ausbildung und Forschung gemeinnützige GmbH; ONDEWO GmbH; Salzburg Research Forschungsgesellschaft m.b.H.; Salzburg AG für Energie, Verkehr und Telekommunikation; Arbeiter-Samariter-Bund Wien Rettung und Soziale Dienste gemeinnützige GmbH.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Felix Strohmeier
    Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH
    felix.strohmeier@salzburgresearch.at | +43 664 8142022


    Weitere Informationen:

    https://www.salzburgresearch.at/presseaussendung/ki-optimierte-einsatzkommunikat... Mehr Bildmaterial zum Download


    Bilder

    AI4Emergency: KI-optimierte Einsatzkommunikation im Katastrophenfall
    AI4Emergency: KI-optimierte Einsatzkommunikation im Katastrophenfall
    Quelle: © Arbeiter-Samariter-Bund
    Copyright: © Arbeiter-Samariter-Bund

    AI4Emergency: KI-optimierte Einsatzkommunikation im Katastrophenfall
    AI4Emergency: KI-optimierte Einsatzkommunikation im Katastrophenfall
    Quelle: © Johanniter
    Copyright: © Johanniter


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Gesellschaft, Informationstechnik
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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