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12.02.2026 09:52

Neue Jobsharing-Plattform ermöglicht Tandem-Bewerbungen

Juliane Segedi Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

    Fraunhofer IAO schafft Datenbasis für Matching-Algorithmus des HR-Tech-Start-ups »PairToShare«

    Wie kann man Künstliche Intelligenz und Algorithmen im Personalwesen nutzbar machen? Ein Umsetzungsbeispiel liefert die neue Jobsharing-Plattform des Unternehmens PairToShare. Der mit dem Fraunhofer IAO entwickelte Matching-Algorithmus macht Erfolg für Job-Tandems auf Basis von Daten planbar und schlägt die Brücke von der Forschung in die Anwendung.

    Aktuelle Debatten stellen Teilzeit häufig als Problem für Produktivität, Wachstumsfähigkeit und Fachkräftesicherung dar. Dabei zeigt Jobsharing, dass flexible Arbeitszeiten und leistungsfähige Teams kein Widerspruch sind. Die Recruiting- und Matching-Plattform »PairToShare« macht es Unternehmen nun so einfach wie nie zuvor, offene Stellen in dem Modell anzubieten. Sie können Ausschreibungen auf ihrer Karriereseite mit einer Matchingfunktion versehen oder einzelne Stellen auf der Plattform publizieren. Auch Vollzeitstellen können so durch zwei komplementäre Profile besetzt werden, die gemeinsam mehr Produktivität, Agilität und Belastbarkeit entfalten als eine Einzelperson. Interessierte Kandidatinnen und Kandidaten können sich über die Ausschreibung finden und gemeinsam bewerben. Interne Mitarbeitende können sich ebenfalls matchen und bewerben, sofern die Ausschreibung öffentlich publiziert wurde.

    Jobsharing leistet als einzige Diversity-Maßnahme wichtigen Beitrag zu mehr Gleichstellung

    Grundlage ist der PairToShare Matchmaker®-Algorithmus. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO hat die gelernte Psychologin Svenja Christen in einer Pionier-Studie mit mehr als 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erforscht, welche Faktoren matchingrelevant sind. In die Berechnung des Matching-Scores eines potenziellen Jobsharing-Tandems fließen zum Beispiel die Arbeitsweise, der Kommunikationsstil und die Arbeitswerte ein. Das große Potenzial von Jobsharing bestätigt auch eine Studie von PwC: 65 Prozent der Führungskräfte können sich die Arbeit im Jobsharing vorstellen. »Anstatt über vermeintliche ›Lifestyle-Teilzeit‹ zu diskutieren, sollten wir darüber sprechen, wie wir Verantwortung in modernen Arbeitswelten organisieren«, sagt CEO Christen. Jobsharing bietet eindeutig die Möglichkeit, Beruf und Privatleben besser miteinander zu vereinbaren. Sie und ihre Mitgründer, COO Yannic Franken und CTO Timo Herweg, sehen darin riesiges, ungenutztes Potenzial »für praktisch alle Branchen. Das muss gerade auf Führungsebenen Standard werden«, so Franken. Herweg ergänzt: »Mit dem Algorithmus als Rückgrat räumt unsere Lösung die bisherigen Hürden im Recruiting ab«. Zumal Jobsharing eine Chance nicht nur für junge Mütter, sondern auch für junge Väter oder ältere Angestellte ist. Eindeutig leistet das Modell einen wichtigen Beitrag zu mehr Gleichstellung im Job: In einer Studie des Fraunhofer IAO bei der rund 2500 Personalverantwortliche aus der Energiewirtschaft weltweit befragt wurden, war es die einzige Diversity-Maßnahme, die mit einem deutlich höheren Anteil von Frauen in Führungspositionen in Verbindung steht.

    Kein Potenzial verschenken

    »Das Beispiel PairToShare ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die Daten und KI im Bereich Human Resources bieten«, erklärt Dr. Clemens Striebing, Senior Researcher am Fraunhofer IAO. Er bemängelt, dass man sich bei Personalentscheidungen zu oft auf das reine Bauchgefühl verlasse. »Wir möchten zeigen, welche Potenziale in den Daten liegen, die Unternehmen vorliegen, aber noch nicht systematisch genutzt werden«, sagt Striebing. Wie gut passt eine Bewerbung auf die ausgeschriebene Stelle bei Einstellungsprozessen? Wie kann man mehr Machtbalance herstellen? Wie steht es um die Fehlerkultur? Welche Wirkung haben Personalentwicklungsprogramme? Mit den passenden sozialwissenschaftlichen Methoden und auf Basis realer Daten lassen sich auch in diesen gefühlt »weichen« Bereichen wissenschaftlich fundierte Entscheidungen treffen, die große Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und die Attraktivität von Unternehmen und Organisationen haben.

    Die Zusammenarbeit zwischen PairToShare und dem Fraunhofer IAO wurde durch die regionale KMU-Förderung »TransferBONUS« der Investitionsbank Berliner Brandenburg unterstützt und ist ein Paradebeispiel dafür, wie Forschung in die Anwendung kommen kann. Die Plattform finanziert sich über Gebühren der Unternehmenskunden. Für Bewerberinnen und Bewerber ist sie kostenfrei.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. rer. pol. Clemens Striebing
    Unternehmenskultur und Transformation

    Fraunhofer IAO
    Hardenbergstr. 20
    10623 Berlin, Deutschland

    Telefon: +49 30 6807969-115
    Mobil: +49 151 16327676
    E-Mail: clemens.striebing@iao.fraunhofer.de


    Weitere Informationen:

    https://www.pairtoshare.com/ Zur Jobsharing Plattform
    https://www.cerri.iao.fraunhofer.de/de/projekte/SmartMatch.html Zum Projekt SmartMatch
    https://www.cerri.iao.fraunhofer.de/de/projekte/recruitfair.html Zum Projekt recruitFAIR
    https://www.cerri.iao.fraunhofer.de/de/leistungsspektrum/diversity-and-change.ht... Zum Leistungsangebot


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Gesellschaft, Informationstechnik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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