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Wissenschaft
Mobilitätsforscher der Uni rufen Bevölkerung zur Mitarbeit auf, um gemeinsam bessere Verkehrslösungen zu entwickeln
Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg startet eine Teilnahmeplattform, ein sogenanntes Panel, und ruft Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Magdeburg zur Mitarbeit auf. Ziel ist es, Verkehrslösungen gemeinsam mit den Menschen zu entwickeln, die sie täglich nutzen: vom Arbeitsweg bis zur Fahrt zum Arzt, vom Einkauf bis zum Weg zur Schule oder zum Kindergarten. Jede Teilnahme wird dabei finanziell entlohnt.
Die Teilnahmeplattform ist Teil des Projekts „Intelligenter Mobilitätsraum im Quartier“ (IMIQ) der Universität Magdeburg. Testfeld ist der Wissenschaftshafen, der als Reallabor ausgebaut wird. Anders als in einer reinen Simulation werden dort neue Angebote unter Alltagsbedingungen erprobt: mit digitaler Infrastruktur, eigener Leitstelle, smarter App, Echtzeit-Informationen zu Wetter und Verkehr sowie direktem Bürgerfeedback.
Ein vernetztes System aus Sensoren, Kameras und autonomen Fahrzeugen im Reallabor bildet die Grundlage für einen digitalen Zwilling, in dem Verkehrsflüsse, Nutzungsmuster und Szenarien analysiert werden können. So lassen sich Angebote flexibel planen, in Echtzeit anpassen und ressourcenschonend steuern. Ein konkretes Beispiel ist der ab 2027 geplante Einsatz eines autonom fahrenden E-Shuttlebuses der nächsten Generation, der das Quartier besser mit Uni-Campus und ÖPNV verbinden wird. Panelteilnehmende werden das neue Angebot bereits vor dem regulären Betrieb testen und ihre Erfahrungen in die Weiterentwicklung einbringen können.
„Eine große Zahl an Studien zeigt, dass weniger als die Hälfte der Menschen automatisierten Verkehrssystemen spontan vertraut. Genau deshalb dürfen wir neue Mobilität, zum Beispiel automatisierte Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr, nicht nur technisch denken", unterstreicht Projektkoordinator Dr. Leander Kauschke. Es gehe nicht um Sensoren und Software, sondern um Menschen, erklärt der Wissenschaftler weiter. „Manche sehen im autonomen Verkehr Chancen für mehr Sicherheit und bessere Anbindung, andere sorgen sich vor zu viel Technik." Gleichzeitig gebe es Unsicherheiten, was solche Veränderungen für den eigenen Alltag bedeuten. Das zeige, wie wichtig es sei, die Menschen von Anfang an einzubeziehen. „Deshalb haben wir das IMIQ-Panel ins Leben gerufen. Wir wollen zuhören, Erfahrungen ernst nehmen und Mobilität gemeinsam weiterentwickeln.“
Im Projekt arbeiten Expertinnen und Experten aus Umweltpsychologie, Informatik und Ingenieurwissenschaften interdisziplinär zusammen: Sie untersuchen Akzeptanz und Nutzerfreundlichkeit, entwickeln datenbasierte und KI-gestützte Anwendungen und setzen Sensorik sowie den Testbetrieb um. Die Erkenntnisse sollen über Magdeburg hinaus für Städte und ländliche Regionen nutzbar werden.
Die Teilnahme am Panel ist einfach: Nach einmaliger Online-Registrierung erhalten Teilnehmende in unregelmäßigen Abständen Einladungen zu kurzen Online-Umfragen, App-Tests oder Vor-Ort-Aktionen. Jede Teilnahme ist freiwillig. Je nach Aufwand gibt es in der Regel 5 bis 50 Euro Aufwandsentschädigung, zusätzlich einmal jährlich eine Verlosung über 1.000 Euro. Die Studien laufen in Phasen bis 2028.
Das Projekt wird mit 14,7 Millionen Euro aus dem europäischen EFRE-Förderprogramm und vom Land Sachsen-Anhalt gefördert. Es unterstützt das Ziel des Landes, bei der Entwicklung und Anwendung hochautomatisierter und autonomer Mobilitätstechnologien eine führende Rolle einzunehmen.
Dr. Leander Kauschke
IMIQ
0391 67 51047
leander.kauschke@ovgu.de
https://www.imiq.ovgu.de Weitere Informationen
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
Verkehr / Transport
überregional
Forschungsprojekte
Deutsch

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