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18.02.2026 14:41

Europäisches Patent für Energiespeichertechnologie: Hochschule Koblenz erzielt Durchbruch

Yvonne Dommermuth Kommunikation und Marketing
Hochschule Koblenz - University of Applied Sciences

    KOBLENZ. Großer Erfolg für die Forschungsgruppe Energietechnik der Hochschule Koblenz: Für ein neuartiges Verfahren zur Effizienzsteigerung von Kompressoren und Druckluftspeicherkraftwerken wurde dem Team um Prof. Dr. Marc Nadler und Prof. Dr. Willi Nieratschker ein europäisches Patent erteilt. Die patentierte Technologie verspricht, Druckluftspeicherkraftwerke als nachhaltige und ressourcenschonende Alternative zu batteriegestützten Stromspeichern zu etablieren. Mit dem neuen Verfahren können sie so effizient arbeiten wie Pumpspeicherkraftwerke.

    Patentierte Innovation für nachhaltige Energiespeicher

    Im Rahmen eines von der Carl-Zeiss-Stiftung geförderten Forschungsprojekts entwickelte die Forschungsgruppe ein Verfahren, mit dem die Kompression und Expansion von Gasen deutlich effizienter wird. Druckluftspeicherkraftwerke gelten als besonders ressourcenschonende Stromspeicherlösung, da sie ohne seltene Erden oder Lithium auskommen, auf bewährte Standardkomponenten setzen und gut skalierbar sind. „Mit unserem Verfahren bieten Druckluftspeicherkraftwerke ein bisher unterschätztes Stromspeicherpotenzial als Alternative zu Batterie-Speichersystemen unter ausschließlicher Verwendung von Standardkomponenten“, erklärt Prof. Dr. Willi Nieratschker, Professor im Fachbereich Ingenieurwesen.

    Effizienzsteigerung von Kompressoren nachgewiesen

    Mithilfe von zwei Prüfständen konnte das Team die technische Machbarkeit des Verfahrens nachweisen und weiter optimieren. Prof. Dr. Marc Nadler betont die Bedeutung der Entwicklung: „Wir sind sehr stolz auf die von uns erreichten Ziele und Wirkungsgradsteigerungen gegenüber dem aktuellen Stand der Technik und hoffen, dass dieses Potential bald auch kommerziell nutzbar wird.“

    Forschung mit internationaler Sichtbarkeit

    Der praktische Nachweis des Forschungsansatzes war für das Team ein besonderer Meilenstein. Christian Braasch, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Ingenieurwesen, ergänzt: „Es ist ein gutes Gefühl, die eigene Idee in den letzten drei Jahren in einem Demonstrator zu realisieren. Das EU-Patent bestätigt dabei unser Alleinstellungsmerkmal. Unser Vortrag auf der International Compressor Conference in London hat uns gezeigt, dass wir eine der führenden Forschungsgruppen auf dem Gebiet der isothermen Kompression sind.“

    Nächste Entwicklungsschritte und Partnerschaften geplant

    Um das Innovations- und Anwendungspotenzial weiter auszubauen, plant die Forschungsgruppe zusätzliche Prüfstandsuntersuchungen mit erweiterten Druckbereichen. Parallel werden derzeit Anschlussfinanzierungen sowie industrielle und institutionelle Partner für die nächsten Entwicklungsschritte gesucht. Der Anwendungsbereich des patentierten Verfahrens geht weit über die reine Druckluftspeicherung hinaus. Damit lassen sich auch andere technische Gase wie z. B. Wasserstoff energiesparend und sicher auf hohe Drücke verdichten.

    Mit dem erteilten EU-Patent und der Förderung durch die Carl-Zeiss-Stiftung unterstreicht die Hochschule Koblenz einmal mehr ihre Stärke in anwendungsnaher Forschung und ihren Beitrag zur Entwicklung nachhaltiger Energiespeicherlösungen für die Energiewende. Dies belegt auch die Bewertung der unabhängigen Plattform StudyCheck: Dort wurde die Hochschule Koblenz als besonders beliebte Hochschule ausgezeichnet und belegt unter den staatlichen Hochschulen in Rheinland-Pfalz den ersten Platz.

    Über die Hochschule Koblenz
    Die Hochschule Koblenz ist mit rund 9.000 Studierenden an den Standorten Koblenz, Remagen und Höhr-Grenzhausen die größte Hochschule für angewandte Wissenschaften in Rheinland-Pfalz. Sie bietet mehr als 80 praxisorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge, Fernstudiengänge und duale Studiengänge in sechs Fachrichtungen: Bauwesen und Architektur, Ingenieurwesen und Technik, Mathematik, Informatik und Künstliche Intelligenz, Wirtschaft, Freie Kunst sowie Sozialwissenschaften. Mit engen Kooperationen zu Unternehmen und Institutionen, anwendungsnaher Forschung und einer starken internationalen Ausrichtung bereitet die Hochschule Koblenz ihre Studierenden optimal auf die Herausforderungen einer globalisierten Arbeitswelt vor.

    Über die Carl-Zeiss-Stiftung
    Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert Wissenschaft und Lehre in den MINT-Disziplinen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Als Partnerin exzellenter Wissenschaft ermöglicht sie Freiräume für Grundlagen- und anwendungsorientierte Forschung. Die Stiftung wurde 1889 von Ernst Abbe in Jena gegründet und ist heute eine der ältesten und größten privaten wissenschaftsfördernden Stiftungen in Deutschland. Sie ist alleinige Eigentümerin der Carl Zeiss AG und der SCHOTT AG. Ihre Fördertätigkeit wird aus den Dividendenausschüttungen der beiden Stiftungsunternehmen finanziert.


    Bilder

    Prof. Dr. Willi Nieratschker, Diana Nett, Prof. Dr. Karl Stoffel (Präsident der Hochschule Koblenz), Christian Braasch, Bernard Lohmanns, Hans-Peter Müller, Prof. Dr. Marc Nadler (v.li.n.re.)
    Prof. Dr. Willi Nieratschker, Diana Nett, Prof. Dr. Karl Stoffel (Präsident der Hochschule Koblenz), ...
    Quelle: Martin Lisek
    Copyright: Hochschule Koblenz


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Elektrotechnik, Energie, Maschinenbau
    überregional
    Forschungsprojekte, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

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