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20.02.2026 10:37

Glatteis-Trauma: Interdisziplinäre Versorgung von älteren Patientinnen und Patienten

Annechristin Bonß Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

    Über die Hälfte aller Patientinnen und Patienten mit schweren Sturzverletzungen ist über 65 Jahre alt. Heilung und Regeneration von Knochenbrüchen hängt maßgeblich von abgestimmter Therapie ab. Dresdner setzen auf enge Zusammenarbeit von Altersmedizin, Orthopädie und Unfallchirurgie.

    Eisige Temperaturen, glatte Gehwege und rutschige Straßen: Das aktuell kalte und schwankende Winterwetter erhöht das Sturzrisiko erheblich. Besonders betroffen sind ältere Menschen. Mehr als die Hälfte aller Patientinnen und Patienten mit schweren Sturzverletzungen sind über 65 Jahre alt. Knochenbrüche – allen voran Hüftfrakturen – haben in dieser Altersgruppe oft gravierende Folgen für Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität. Am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden werden diese Patientinnen und Patienten mit einer bundesweit besonderen Expertise behandelt: Hier arbeiten Traumatologie und Altersmedizin eng und strukturiert zusammen. Ziel ist es, ältere Unfallpatientinnen und -patienten nicht nur operativ optimal zu versorgen, sondern sie so schnell und sicher wie möglich wieder mobil zu machen. Die besondere Dresdner Expertise in der Versorgung älterer Unfallpatientinnen und -patienten spiegelt sich beim Kongress Alterstraumatologie & Osteologie wider, der vom 26. bis 28. Februar in Frankfurt/Main stattfinden.

    Die anhaltend kalten Temperaturen und Glättephasen in der aktuellen Wintersaison bleiben nicht folgenlos – gerade für ältere Menschen. In den ersten Wochen des neuen Jahres bis Mitte Februar haben die Medizinerinnen und Mediziner am UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie (OUPC) des Universitätsklinikums Dresden allein 71 Patientinnen und Patienten mit Frakturen an Handgelenken, Ellenbogen, Schulter oder Schenkelhals behandelt, die älter als 65 Jahre sind. Insgesamt sind damit 78 Prozent dieser Verletzten älter als 65 Jahre. Bei den Handgelenksfrakturen verzeichnet das OUPC einen Anstieg um 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Verglichen mit dem Vorjahreswinter ist bereits jetzt ein Anstieg dieser Verletzungen um 19 Prozent zu verzeichnen – viele der Fälle sind bei Glätteunfällen passiert. „Bei der Versorgung von älteren Menschen müssen Medizinerinnen und Mediziner besonders auf die Bedürfnisse, körperlichen und psychischen Besonderheiten sowie Herausforderungen im Alltag der Patientinnen und Patienten achten. Dafür ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche wichtig. Genau das spiegelt sich in der Alterstraumatologie wider“, sagt Prof. Lorenz Hofbauer, Bereichsleiter Endokrinologie, Geriatrie und Knochenstoffwechselerkrankungen am Universitätsklinikum Dresden. Er ist einer der Präsidenten beim Alterstraumatologie Kongress 2026.

    Wie das funktionieren kann, zeigen die Medizinerinnen und Mediziner aus Dresden. Hier arbeitet die Geriatrie eng mit dem UniversitätsCentrum für Orthopädie, Unfall- & Plastische Chirurgie (OUPC) zusammen. „Bei älteren Menschen ist ein Knochenbruch nie nur eine Verletzung des Knochens“, sagt Prof. Klaus-Dieter Schaser, Ärztlicher Direktor des OUPC, „Vorerkrankungen, Begleitverletzungen und das erhöhte Risiko für Komplikationen müssen von Anfang an bei der Planung und Priorisierung der OP mitgedacht werden. Genau hier liegt die Stärke unseres interdisziplinären Ansatzes.“ Die enge Zusammenarbeit mit der Altersmedizin ist dabei entscheidend.

    Prof. Lorenz Hofbauer, der ebenfalls das UniversitätsCentrums für Gesundes Altern leitet, betont: „Unser Ziel ist es, Komplikationen wie Delir, Immobilität oder Infektionen zu vermeiden. Durch die gemeinsame Betreuung können wir Therapie, Pflege und Rehabilitation optimal aufeinander abstimmen.“ Dass dieser Ansatz wirkt, zeigt sich im klinischen Alltag. „Eine frühzeitige Mobilisation ist der Schlüssel“, sagt Prof. Lorenz Hofbauer. „Sie entscheidet maßgeblich darüber, ob Patientinnen und Patienten nach einem Sturz wieder in ihr gewohntes Leben zurückfinden.“

    „Eine der besonderen Stärken der Dresdner Universitätsmedizin ist die enge Verzahnung vieler Fachbereiche. Von der interdisziplinären Zusammenarbeit profitieren die Patientinnen und Patienten direkt – bei Diagnose, Therapie und Rehabilitation. Und das auch über die etablierten Klinikstrukturen hinweg“, sagt. Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums Dresden.

    Die besondere Dresdner Expertise in der Versorgung älterer Unfallpatientinnen und -patienten steht auch im Fokus des Alterstraumatologie & Osteologie Kongresses 2026. Vom 26. bis 28. Februar findet in Frankfurt am Main einer der wichtigsten Fachkongresse zur Knochengesundheit im deutschsprachigen Raum statt. Zum Osteologie Kongress werden rund tausend Ärztinnen und Ärzte sowie medizinische Fachkräfte erwartet, um sich über aktuelle Entwicklungen in Diagnostik, Therapie und Prävention von Osteoporose und Frakturerkrankungen auszutauschen. Ausrichtende Fachgesellschaften sind die Deutsche Gesellschaft für muskuloskelettale Radiologie (DGMSR), die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG). Kongresspräsidenten des Osteologie Kongresses 2026 sind Prof. Karl-Friedrich Kreitner und Prof. Ulrich Liener. Parallel dazu findet der Alterstraumatologie-Kongress unter der Leitung von Prof. Lorenz Hofbauer und Dr. Rüdiger Neef statt. Der interdisziplinäre Kongress bringt Expertinnen und Experten aus Orthopädie, Unfallchirurgie und Osteologie zusammen und setzt wichtige Impulse für die Versorgung einer immer älter werdenden Gesellschaft. Dresdner Klinikerinnen und Kliniker sind dort mit mehreren Vorträgen vertreten:
    • Dr. Clemens Roitzsch und PD Dr. Anne Postler (OUPC): Begleitverletzungen von Patienten mit proximaler Femurfraktur
    • PD Dr. Robert Haußmann (PSY und UCGA): Management des Delirs nach Hüftfrakturen
    • PD Dr. Elena Tsourdi (MK III und UCGA): Langzeittherapie der Osteoporose – was gibt es Neues?


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
    Professor Dr. med. Lorenz C. Hofbauer
    Direktor, UniversitätsCentrum für gesundes Altern & Bereich Endokrinologie/Diabetes/Knochenerkrankungen
    +49 351 458-3173
    E-Mail: lorenz.hofbauer@uniklinikum-dresden.de


    Weitere Informationen:

    https://ostak.de/kongress-osteologie-2026/


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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