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Parasiten haben ein schlechtes Image. Dabei könnten sie helfen, Umweltprobleme sichtbar zu machen. Eine aktuelle Studie von Forschenden der Universität Duisburg-Essen zeigt, dass sie wertvolle Hinweise auf Schadstoffbelastungen in den Meeren liefern können. Untersucht wurde, wie sich Spurenelemente wie Cadmium, Arsen, Blei, Zink und Eisen in Schweinswalen und ihren Parasiten anreichern.
„Im Mittelpunkt unserer Untersuchung standen Schweinswale aus Nord- und Ostsee. Sie sind wichtige Indikatoren für den Zustand mariner Ökosysteme“, so Prof. Dr. Bernd Sures von der Fakultät für Biologie an der Universität Duisburg-Essen (UDE).
Die dabei untersuchten Proben stammen von gestrandeten Schweinswalen, die von Mitarbeitenden des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover im Rahmen des offiziellen Gesundheitsmonitorings geborgen und obduziert wurden. Neben verschiedenen Gewebeproben der Meeressäuger analysierte das Forschungsteam auch parasitische Würmer, sogenannte Helminthen.
Dabei zeigte sich ein bemerkenswertes Muster: Mehrere Spurenelemente wurden in den Parasiten teilweise in deutlich höheren Konzentrationen nachgewiesen als im Gewebe ihrer Wirte.
„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Parasiten Schadstoffe wie Kobalt, Cadmium und Arsen besonders effektiv anreichern können“, erklärt Michelle Musiol von der UDE. Die Studie ist Teil ihres Promotionsvorhabens. Die Anreicherungsmuster hängen dabei stark von Parasitenart und Region ab. Eine entscheidende Rolle spielen außerdem Ernährungsweise und Lebensraum der Parasiten im Körper ihres Wirts.
Obwohl Parasiten Spurenelemente anreichern können, beeinflussen sie die Gesamtbelastung der Schweinswale jedoch nur gering. Die Säuger verfügen selbst über wirksame Mechanismen, um Schadstoffe zu regulieren und auszuscheiden.
Die Studie erweitert damit etablierte Methoden des Biomonitorings, bei denen Organismen genutzt werden, um Umweltbelastungen messbar zu machen. Während parasitenbasierte Ansätze bislang vor allem bei Fischen untersucht wurden, zeigen die aktuellen Ergebnisse, dass dieses Konzept auch bei marinen Spitzenprädatoren neue Erkenntnisse liefern kann.
Die Forschenden sehen darin einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der komplexen Wechselwirkungen zwischen Umweltverschmutzung, Tiergesundheit und Ökosystemen und betonen das Potenzial von Parasiten als ergänzendes Instrument im Umweltmonitoring.
Prof. Dr. Bernd Sures, Fakultät für Biologie, Universität Duisburg-Essen, Tel. 0201 183 2617, bernd.sures@uni-due.de
https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0269749126000540?via%3Dihub
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Biologie, Meer / Klima
überregional
Forschungsergebnisse
Deutsch

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