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23.02.2026 17:28

Klinikchef fordert weitere Kostenübernahme neuer Alzheimer-Medikamente

Anke Schlee Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Psychiatrie

    Der Gemeinsame Bundesausschuss sieht keinen Zusatznutzen für den neuen Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab im Vergleich zur Standardtherapie. Die Einschätzung könnte laut Klinikdirektor Prof. Dr. Peter Falkai voreilig sein, da die Argumente für neue Wirkstoffe zunehmen. Der zweite neue Wirkstoff Donanemab wird am 24. Februar erstmals einer Patientin in der Gedächtnisambulanz des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie verabreicht. Forschende des MPI untersuchen, ob die Pupillenerweiterung als Indikator für frühe kognitive Störungen dienen kann. Ziel ist es, diese Reaktion als diagnostisches Instrument zu nutzen.

    Der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Kliniken erkennt nach Sichtung der bisher verfügbaren Studien keinen Zusatznutzen für den Alzheimer-Wirkstoff Lecanemab gegenüber der Standardtherapie, das hat er jüngst mitgeteilt. „Ich befürchte, dass man beim zweiten neuen Wirkstoff dieser Klasse Donanemab die gleiche Diskussion haben wird“, sorgt sich der Direktor des Max-Planck-Institutes für Psychiatrie (MPI) Peter Falkai. „Die Argumente zu den neuen Wirkstoffen wurden nach Studienlage immer besser, somit halte ich es für wahrscheinlich, dass es zu einer Zuerkennung eines „Zusatznutzens“ kommt“, schätzt er ein. „Daher halte ich diese Einschätzung für verfrüht, sie darf nicht dazu führen, dass die Krankenkassen die Kosten für diese neuen Therapien nicht mehr übernehmen“, fordert Falkai.

    In der Gedächtnisambulanz der Forschungsklinik am MPI wird Donanemab am 24. Februar erstmals einer Patientin verabreicht. Wie Lecanemab kann der Wirkstoff den geistigen Abbau bei Alzheimer-Patient*innen im Frühstadium verzögern . Bei beiden Medikamenten handelt es sich um monoklonale Antikörper – Moleküle des Immunsystems, die normalerweise Bakterien oder Viren angreifen, sich in diesem Fall jedoch gegen die charakteristischen Eiweißablagerungen im Gehirn richten.

    Forschung in der Max-Planck-Gedächtnisambulanz

    Eine Herausforderung ist, zu erfassen, welche Patient*innen von einer Therapie mit einem der neuen Antikörper-Wirkstoffe profitieren. Forschende des MPI setzen dabei auf ihre Erkenntnisse zur Beziehung zwischen der Pupille und kognitiven Fähigkeiten. Sie nutzen die Pupillenerweiterung als möglichen Indikator für frühe kognitive Störungen. Ziel ihrer Studie ist herauszufinden, ob die Reaktion der Pupille perspektivisch auch als diagnostisches Früherkennungs- und Begleit-Instrument eingesetzt werden kann. Um zu diesem besseren Verständnis beizutragen, können Patient*innen der Gedächtnisambulanz an der Studie teilnehmen.


    Weitere Informationen:

    https://www.psych.mpg.de/2976609/alzheimer-antikoerper?c=25045


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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