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24.02.2026 11:45

Risikobewertung für Ammoniak-Bunkerung im Hafen

Nadine Metzler Hochschulkommunikation
Hochschule Bremerhaven

    Die Metropolregion Nordwest fördert ein gemeinsames Projekt von Bremerhaven und Wilhelmshaven zur Risikobewertung der Ammoniak-Bunkerung. Ziel ist es, präventive Sicherheitskonzepte für den zukünftigen Einsatz von Ammoniak als Schiffskraftstoff zu entwickeln.

    Hintergrund ist die zunehmende Bedeutung von Ammoniak als klimafreundliche Alternative zu fossilen Treibstoffen und die Erwartung, dass bis 2050 rund 30 Prozent aller Schiffe damit betrieben werden. Die Häfen wollen sich frühzeitig auf diese Entwicklung vorbereiten, um in zwei bis drei Jahren "ammoniak-ready" zu sein und gleichzeitig Mensch und Umwelt bestmöglich zu schützen.

    "Auf dem dringend notwendigen Weg zur Dekarbonisierung der Schifffahrt setzen Reedereien zunehmend auf Ammoniak als alternativen Treibstoff. Dies bedingt allerdings auch für Hafenstandorte eine umsichtige Vorbereitung, denn die Erarbeitung von Konzepten für das sichere Bunkern von Ammoniak ist ein komplexes Unterfangen. Mit diesem Projekt zur Risikobewertung können wir gemeinsam mit Wilhelmshaven Strukturen schaffen, die einerseits unsere Hafenstandorte zukunftssicher machen und die andererseits Umwelt und Menschen in der Region schützen. Wir bedanken uns bei der Metropolregion Nordwest für diese Förderung, sie unterstreicht die Wichtigkeit des Themas Energietransformation", sagt Kai Stührenberg, Staatsrat für Häfen bei der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation.

    Ammoniak gilt als wichtiger Baustein zur Dekarbonisierung der Schifffahrt. Der Energieträger ist kohlenstofffrei, besitzt eine hohe Energiedichte und lässt sich vergleichsweise kostengünstig synthetisch herstellen. Bei der Verbrennung entstehen weder CO2- noch Schwefelemissionen, auch andere Luftschadstoffe wie Kohlenmonoxid und Ruß werden weitgehend vermieden.

    Gleichzeitig ist Ammoniak giftig für Mensch und Umwelt, was besondere Sicherheitsanforderungen mit sich bringt. Während Ammoniak in Industrie, Transport und Umschlag seit Langem genutzt wird und hierfür bewährte Sicherheitskonzepte existieren, ist sein Einsatz als Schiffskraftstoff für Häfen, Reedereien und die Logistikbranche weitgehend Neuland. Spezifische regulatorische Vorgaben für das Bunkern von Ammoniak in Häfen befinden sich noch im Aufbau.

    Das Projekt konzentriert sich deshalb auf die Entwicklung präventiver Sicherheitskonzepte für die Häfen Bremerhaven und Wilhelmshaven. Untersucht werden unter anderem gesundheitliche und ökologische Gefährdungspotenziale, technische Anforderungen sowie die notwendige Infrastruktur für eine wirksame Notfallbekämpfung. Umfassende Risikobewertungen sollen die Grundlage für sichere Abläufe, transparente Kommunikation und verantwortungsvolle, nachhaltige Hafenstandorte bilden.

    "Neue Technologien verlangen eine Folgenabschätzung. Die Risikobeurteilung leistet nicht nur das, sondern ist gleichzeitig Grundlage für ein wirksames Maßnahmenkonzept. Dazu gehört auch die Notfallplanung. Das Projekt trägt damit zur Sicherheit der Mitarbeitenden und der Bevölkerung in unserer Region bei", sagt Prof. Dr.-Ing. Uwe Arens, Hochschule Bremerhaven, Smart Mobility Institute (SMI).

    Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit zwischen den Hafenstandorten Bremerhaven und Wilhelmshaven sowie wissenschaftlichen Partnern umgesetzt. Ziel ist es, frühzeitig belastbare Grundlagen zu schaffen, damit die Metropolregion Nordwest eine Vorreiterrolle beim sicheren Umgang mit alternativen Schiffskraftstoffen übernehmen kann.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Prof. Dr.-Ing. Uwe Arens
    Telefon: +49 4714823464
    Mail: uarens@hs-bremerhaven.de


    Weitere Informationen:

    https://www.senatspressestelle.bremen.de/pressemitteilungen/risikobewertung-fuer... Pressemitteilung der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation


    Bilder

    Projektgruppe bei der Übergabe des Förderbescheids durch die Metropolregion Nordwest
    Projektgruppe bei der Übergabe des Förderbescheids durch die Metropolregion Nordwest
    Quelle: Metropolregion Nordwest
    Copyright: Metropolregion Nordwest


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Umwelt / Ökologie, Verkehr / Transport
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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