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Wissenschaft
Die Technische Hochschule Mannheim erhält eine Förderung von rund 1,48 Millionen Euro aus dem Programm „HAW-ForschungsPraxis 2024“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Gefördert wird das Forschungsprojekt „SAM3 – Smart Applications für Multimodale Molekulare Mustererkennung“, das von 2026 bis 2028 an der TH Mannheim umgesetzt wird.
Forschung mit direktem Praxisbezug
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Weiterentwicklung moderner biochemischer Analytik, wie sie in der Pharma-, Biotech-, Lebensmittel- und Chemieindustrie eingesetzt wird. Diese Analyseverfahren sind entscheidend für die Entwicklung neuer Produkte – bislang sind sie jedoch oft nur teilweise automatisiert und digitalisiert.
Das Projekt SAM3 will das ändern: Die Technische Hochschule Mannheim entwickelt gemeinsam mit Praxispartnern aus der Industrie neue, sogenannte smarte Analytik-Anwendungen, die Laborarbeit, digitale Datenverarbeitung und Künstliche Intelligenz enger miteinander verknüpfen.
Digitale Zwillinge für Laborgeräte
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz digitaler Zwillinge. Jedes beteiligte Analysegerät wird digital abgebildet und aktiv in die Forschungsprozesse eingebunden. So können Messungen, Simulationen und Optimierungen künftig besser automatisiert und intelligenter ablaufen. Dieser Ansatz kann bei der besseren Vergleichbarkeit von Analysengeräten an unterschiedlichen Standorten helfen – ein bislang noch ungelöstes Problem für die meisten Verfahren.
Die entstehenden Anwendungen sollen nicht nur in der Forschung, sondern perspektivisch auch in der industriellen Praxis eingesetzt werden. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Technologietransfer zwischen Hochschule und Wirtschaft.
„Mit SAM3 adressieren wir eine zentrale Herausforderung moderner biochemischer Analytik: die bislang begrenzte Automatisierung und Vergleichbarkeit komplexer Analyseverfahren“, sagt Prof. Dr. Mathias Hafner, Prorektor für Forschung, Technologietransfer und Internationalisierung. „Durch die Verbindung von Laborprozessen, digitaler Datenverarbeitung und KI schaffen wir Grundlagen, die unmittelbar für industrielle Anwendungen relevant sind. Besonders der Ansatz digitaler Zwillinge eröffnet neue Möglichkeiten für standardisierte, standortübergreifende Analytik. Das Projekt stärkt damit gezielt den Technologietransfer zwischen Hochschule und Industrie.“
Offene Plattform und nachhaltige Datennutzung
Alle im Projekt erzeugten Daten werden über das Forschungsdatenmanagement der Hochschule strukturiert und nachhaltig gespeichert. Zudem entsteht eine offene Plattform, die es auch externen Partnern ermöglicht, eigene Anwendungen zu entwickeln.
Projektleiter sind Prof. Dr. Philipp Weller, Leiter des Kompetenzzentrums für Chemometriegestützte Analyse und Optimierung von Prozessen und Materialien (CHARiSMA), in Kooperation mit Prof. Dr. Carsten Hopf, Leiter des Forschungszentrums CeMOS an der TH Mannheim und Prof. Dr. Julian Reichwald, Experte für digitale Zwillinge.
UPLC-Q-Orbitrap-System für Metabolomics und Nontarget-Screening unbekannter Substanzen
Quelle: Foto: Cordula Boll
Copyright: TH Mannheim
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
Deutsch

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