idw - Informationsdienst
Wissenschaft
Maria Rosenthal baut Forschungsgruppe aus
Dr. Maria Rosenthal hat ihre Professur für Strukturelle Virologie am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) und dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
angetreten. Die Professur wird im Rahmen des Leibniz-Professorinnenprogramms gefördert. Rosenthal und ihr Team erforschen neue Therapieansätze gegen Bunyaviren – eine Gruppe von RNA-Viren mit hohem Pandemiepotenzial.
Mit der neuen Professur stärkt das BNITM seine Expertise in der strukturbasierten Wirkstoffentwicklung. Rosenthal konzentriert sich in ihrer Forschung auf das Lassavirus und verwandte Erreger, für die es bislang keine zugelassenen Medikamente gibt. Ihr Ziel: Die virale Polymerase – ein zentrales Enzym der Virusvermehrung – soll mit präzisen Wirkstoffen gezielt blockiert werden.
Dafür kombiniert ihre Arbeitsgruppe Methoden der Virologie, Strukturbiologie, Biochemie und Wirkstoffentwicklung. In Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie (ITMP) testet das Team im Hochdurchsatzverfahren potenzielle Wirkstoffkandidaten. Im Hochsicherheitslabor des BNITM prüfen die Forschenden dann die antivirale Wirksamkeit in Zellkulturen. Strukturaufnahmen per Kryo-Elektronenmikroskopie und Röntgenkristallographie liefern atomgenaue Einblicke in die Angriffspunkte potenzieller Hemmstoffe.
Die Dekanin der Medizinischen Fakultät und Vorstandsmitglied des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), Prof. Dr. Schwappach-Pignataro: „Mit der Berufung von Maria Rosenthal gewinnen wir eine herausragende Wissenschaftlerin, die Grundlagenforschung und medizinische Anwendung eng miteinander verbindet. Ihre Arbeiten zur Struktur von Viren schaffen die Voraussetzungen für neue Behandlungsansätze gegen bislang kaum kontrollierbare Infektionen. Besonders begrüßen wir, dass sie ihre Expertise auch in die Lehre am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf einbringt und damit Studierende früh an aktuelle, forschungsnahe Fragestellungen heranführt.”
Die W3-Professur wird im Rahmen des Leibniz-Professorinnenprogramms aufgebaut und ist langfristig in die Strukturen beider beteiligter Institutionen eingebettet.
Prof. Dr. Jürgen May, Vorstandsvorsitzender des BNITM: „Maria Rosenthal steht für wissenschaftliche Exzellenz, innovative Ansätze und eine klare, zukunftsweisende Vision in der antiviralen Grundlagenforschung. Dass sie sich entschieden hat, ihre Karriere bei uns fortzusetzen, freut uns sehr und ist auch ein Verdienst des Leibniz-Professorinnenprogramms und unserer starken Vernetzung mit UKE, Universität Hamburg und CSSB.“
Die Gruppe wird in das Centre for Structural Systems Biology (CSSB) in der Science City Hamburg-Bahrenfeld einziehen. Die Wissenschaftler:innen des CSSB untersuchen die molekularen Mechanismen von Infektionen, um neue Interventionsziele zu finden. Rosenthals Forschung kann dort hervorragend anschließen und die hochmodernen Infrastrukturen am CSSB effizient nutzen.
Über das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM)
Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) ist Deutschlands größte Einrichtung für Forschung, Versorgung und Lehre auf dem Gebiet tropentypischer und neu auftretender Infektionskrankheiten. Seit jeher werden BNITM-Forschungsschwerpunkte unter dem Aspekt der Globalen Gesundheit/One Health betrachtet sowie unter dem Aspekt der Translation – des Transfers von Grundlagenforschung in die Anwendung. Dieser Forschungsansatz spiegelt sich auch in den fünf Sektionen des Instituts wider: Pathogen (Erreger) -> Interface (Immunologie, Wirt/Erreger) -> Patient (Klinik) -> Population (Epidemiologie) -> Implementation (erfolgreiche Etablierung des Wissens). Neu eingerichtet wurde gerade das Data Science Center.
Aktuelle thematische Schwerpunkte bilden Malaria, hämorrhagische Fieberviren, vernachlässigte Tropenerkrankungen (NTDs), Immunologie, Epidemiologie und die Klinik tropischer Infektionen sowie die Mechanismen der Übertragung von Viren durch Stechmücken. Für den Umgang mit hochpathogenen Viren und infizierten Insekten verfügt das Institut über Laboratorien der höchsten biologischen Sicherheitsstufe (BSL4) und ein Sicherheits-Insektarium (BSL3). Die mobilen Laboratorien des BNITM stehen für die globale Ausbruchsbekämpfung hochpathogener oder hochinfektiöser Viren bereit.
Das BNITM ist Nationales Referenzzentrum für den Nachweis aller tropischen Infektionserreger, Konsiliarlabor für Bornaviren, WHO-Kooperationszentrum für Arboviren und hämorrhagische Fieberviren, WHO-Kooperationszentrum für Verhaltensforschung zur Förderung Globaler Gesundheit und ein Institut in der Leibniz-Gemeinschaft.
Prof. Dr. Maria Rosenthal
Leiterin der Arbeitsgruppe Strukturelle Virologie
Telefon : +49 40 285380-420
E-Mail : rosenthal@bnitm.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
Biologie, Chemie, Medizin, Physik / Astronomie
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Personalia
Deutsch

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).