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26.02.2026 10:30

400 gemeinwohlorientierte Unternehmen im Land Bremen: Studie erfasst erstmals Alternativwirtschaft eines Bundeslandes

Antonia Sladek Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung GmbH, gemeinnützig

    Gemeinsame Pressemitteilung Der Senatorin der Freien Hansestadt Bremen für Wirtschaft, Häfen und Transformation und des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) ► Erstmals in Deutschland wurde die Alternativwirtschaft für ein Bundesland vermessen: Für das Land Bremen hat das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) die Wirtschafts- und Transformationskraft gemeinwohlorientierter Unternehmen erhoben. Die rund 400 Unternehmen sichern mindestens 8.600 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze und bieten großes Potenzial für die sozial-ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft.

    Bremen / Berlin, 26. Februar 2026 – Erstmals in Deutschland wurde die Alternativwirtschaft für ein Bundesland vermessen: Für das Land Bremen hat das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) die Wirtschafts- und Transformationskraft gemeinwohlorientierter Unternehmen erhoben.

    Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation Kristina Vogt kommentiert die Ergebnisse: „Erstmals liegen belastbare Zahlen zur Alternativwirtschaft in einem Bundesland vor. Die Zahlen zeigen: Gemeinwohlorientierte Unternehmen sind ein relevanter Wirtschaftsfaktor im Land Bremen. Rund 400 Unternehmen sichern mindestens 8.600 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, das ist eine Hausnummer. Und sie sind mehr als Beschäftigung: Viele erproben alternative, zukunftsweisende Themen und Wirtschaftsformen, sie entwickeln neue Lösungen, wo es bislang Lücken gibt. Diese Vielfalt stärkt die Innovationskraft am Standort, sie macht unsere Wirtschaft widerstandsfähiger.“

    Von Sozialunternehmen und Inklusionsbetrieben über Quartierszentren und offene Werkstätten bis hin zu Wohn- und Energiegenossenschaften: Die Studie macht die Bandbreite der Akteure im Land Bremen sichtbar. Sie sichern damit tausende sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Damit liegt das Beschäftigungsniveau in der Größenordnung zum Beispiel der Bremer Finanz- und Versicherungsdienstleistungsbranche (circa 7.700 Arbeitsplätze).

    Über den rein ökonomischen Beitrag hinaus beschreibt die Studie die Transformationskraft dieser Unternehmen. Sie entwickeln neue Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und Organisationsformen, die auf vernachlässigte Bedarfe, etwa von vulnerablen Gruppen, ausgerichtet sind und neue Umweltstandards setzen. So verbessern Sozialunternehmen im Land Bremen etwa die Chancen von Kindern aus benachteiligten Stadtteilen oder unterstützen straffällig gewordene Menschen bei der Resozialisierung. Sie arbeiten an einer solidarischen Energiewende und entwickeln Alternativen für unabhängigen Qualitätsjournalismus sowie touristische Angebote mit sozialem oder ökologischem Anspruch.

    Studienautor Christian Lautermann, Wirtschaftswissenschaftler am IÖW, ergänzt: „Im Land Bremen gibt es eine beeindruckende Vielfalt alternativwirtschaftlicher Akteure. Darin liegt ein enormes Potenzial für die sozial-ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft. Die Studienergebnisse zeigen nicht nur den Menschen in Bremen und Bremerhaven auf, welchen Schatz für eine zukunftsfähige Entwicklung sie vor ihrer Haustür haben. Auch andere Städte und Regionen können wertvolle Einblicke und Anregungen bekommen, ihre eigene Wirtschaft anders zu betrachten.“

    Und diese Modelle machen Schule: Fast jedes zweite der in der Studie befragten Unternehmen gibt an, dass es soziale Innovationen oder weitere innovative Lösungen entwickelt hat, die andere Unternehmen, auch über das Land Bremen hinaus, übernommen haben. Beispiele für Erfolgsideen, die sich von Bremen aus verbreitet haben, sind etwa Fahr- oder Lastenräder im Einsatz bei Handwerksbetrieben, das Solar-Selbstbau-Handbuch oder die Mädchenhäuser.

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    Weitere Informationen:

    • Studie „Die Alternativwirtschaft im Land Bremen. Empirische Vermessung der wirtschaftlich-gesellschaftlichen Relevanz“ von Christian Lautermann und Gesa Marken. IÖW 2026 https://www.ioew.de/publikation/die_alternativwirtschaft_im_land_bremen
    • Diskussionspapier „Was ist Alternativwirtschaft? Vorschlag einer Definition für empirische Untersuchungen“ von Christian Lautermann, IÖW 2026 https://www.ioew.de/publikation/was_ist_alternativwirtschaft
    • Infografik „Wirtschaftsfaktor fürs Gemeinwohl: Die Alternativwirtschaft im Land Bremen“. Bildquelle: IÖW 2025 https://www.ioew.de/fileadmin/user_upload/DOKUMENTE/Publikationen/2025/IOEW-2025...
    • Bilderreihe Alternativwirtschaft als Wirtschaftsfaktor in Bremen https://www.ioew.de/fileadmin/user_upload/DOKUMENTE/Publikationen/2025/IOEW-2025...
    • Bilderreihe Wirkung der Alternativwirtschaft https://www.ioew.de/fileadmin/user_upload/DOKUMENTE/Publikationen/2025/IOEW-2025...


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Christian Lautermann
    Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
    Tel.: +49–30–884 594-31
    christian.lautermann@ioew.de


    Originalpublikation:

    Christian Lautermann, Gesa Marken (2026): Die Alternativwirtschaft im Land Bremen. Empirische Vermessung der wirtschaftlich-gesellschaftlichen Relevanz. Schriftenreihe des IÖW 232/26 https://www.ioew.de/fileadmin/user_upload/DOKUMENTE/Publikationen/2026/IOEW_SR_2...


    Bilder

    Vielfalt alternativwirtschaftlicher Akteure in Bremen und Bremerhaven, Grafik: IÖW 2026.
    Vielfalt alternativwirtschaftlicher Akteure in Bremen und Bremerhaven, Grafik: IÖW 2026.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter, jedermann
    Gesellschaft, Umwelt / Ökologie, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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