idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
27.02.2026 10:48

Nutztier - Forum 2026: „Wer Tierhaltung will, muss Forschung stärken“

Jan Ostermayer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN)

    Beim Nutztierforum 2026 am Forschungsinstitut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf hat Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus ein klares Bekenntnis zur Zukunft der Nutztierhaltung abgegeben – und zugleich vor ideologischen Debatten gewarnt.

    „Nutztierhaltung ist ein tragender Pfeiler unserer Landwirtschaft, unserer Ernährungssicherheit und unserer ländlichen Räume. Sie sichert Wertschöpfung, Arbeitsplätze und eine verlässliche regionale Versorgung“, erklärte Backhaus zur Eröffnung der Veranstaltung.“

    Unter dem Titel „Der Tierhaltung eine Zukunft geben“ diskutieren am 26. und 27. Februar Expertinnen und Experten aktuelle Herausforderungen der tiergerechten Aufzucht von Rindern und Schweinen – von pränatalen Einflüssen über Fütterungsstrategien bis hin zu Zuchtzielen und Tiergesundheit. Auch Bundeslandwirtschaftsminister Rainer überbrachte Grüße und sendete eine Videobotschaft an die Teilnehmenden, in der die Relevanz der Nutztierforschung, vor allem aber auch des Standorts Dummerstorf betonte.

    Tierhaltung stärkt Stabilität und Versorgungssicherheit

    Backhaus verwies auf die ökonomische Dimension: Tiere und tierische Erzeugnisse erwirtschaften bundesweit 39,3 Milliarden Euro – mehr als die Hälfte des landwirtschaftlichen Produktionswertes. „In einer Welt voller Unsicherheiten können wir es uns nicht leisten, unsere eigene Lebensmittelproduktion leichtfertig zu schwächen. Ernährungssicherheit beginnt im Stall – und sie endet nicht an der Supermarktkasse.“ Mecklenburg-Vorpommern mit seinen modernen und leistungsfähigen Betriebsstrukturen übernehme hierbei eine besondere Verantwortung – und biete zugleich große Chancen für Innovation und nachhaltige Entwicklung.

    Nutztierstrategie: Umbau statt Abbau

    Mit der Nutztierstrategie Mecklenburg-Vorpommern hat das Land einen klaren Kurs eingeschlagen: Tierhaltung stärken und weiterentwickeln – statt abbauen. „Wir wollen mehr Tierwohl, bessere Haltungsbedingungen und resiliente Systeme. Aber wir wollen keine Politik, die Betriebe in die Knie zwingt und Produktion ins Ausland verlagert.“ Backhaus betonte, dass Klimaschutz, Tierwohl und Wirtschaftlichkeit zusammen gedacht werden müssten. Der Umbau der Tierhaltung soll planbar, praxisnah und wettbewerbsfähig gestaltet werden. So bleiben Wertschöpfung und Know-how in der Region – und zugleich werden hohe Standards bei Tierwohl und Umwelt gesichert.

    Forschung als Schlüssel zur Akzeptanz

    Der Minister unterstrich die herausragende Rolle des FBN in Dummerstorf: „Ohne wissenschaftlich fundierte Lösungen wird es keine gesellschaftliche Akzeptanz geben. Das FBN forscht vom Tier her – und genau das brauchen wir: Wissen statt Schlagworte.“

    Bund und Land investieren seit Jahren erhebliche Mittel in den Standort. Allein die baulichen Investitionen belaufen sich auf rund 45 Millionen Euro; hinzu kommen jährliche Haushaltsmittel von rund 22 Millionen Euro. Backhaus machte deutlich: „Wer Tierhaltung weiterentwickeln will, muss in Forschung investieren – in Innovation, Wissen und tragfähige Lösungen.“

    FBN-Vorstand Prof. Klaus Wimmers ergänzt: „Die tiergerechte Aufzucht von Kälbern und Ferkeln ist ein zentrales, wissenschaftlich belegtes Fundament für gesunde, leistungsfähige und resilientere Tiere. Beim Nutztier-Forum 2026 bündeln wir Erkenntnisse aus vorgeburtlichen Einflüssen, Fütterungsstrategien, Zuchtplanung und tiergerechter Praxis, um gemeinsam praktikable Wege zu entwickeln, die Tierwohl, Gesundheit und nachhaltige Produktion verbinden. Die Forschung am FBN liefert dafür evidenzbasierte Antworten – für eine zukunftsorientierte Nutztierhaltung.“

    Tiergerechte Aufzucht: Fundament der Zukunft

    Im Mittelpunkt des Forums steht die tiergerechte Aufzucht von Rindern und Schweinen. Gerade in der sensibelsten Lebensphase würden Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Resilienz geprägt. „Tiergerechtheit heißt, das Tier ernst zu nehmen – biologisch, physisch und ethisch. Das ist kein Gegensatz zur Wirtschaftlichkeit. Es ist die Voraussetzung für langfristigen Erfolg.“ Abschließend stellte Backhaus klar: „Wir brauchen eine sachliche Debatte über Tierhaltung – keine ideologischen Scheuklappen. Mecklenburg-Vorpommern steht für eine moderne, verantwortungsvolle und wirtschaftlich tragfähige Nutztierhaltung. Und wir werden alles dafür tun, dass sie auch in Zukunft eine Perspektive hat.“


    Weitere Informationen:

    https://www.fbn-dummerstorf.de/aktuelles/veranstaltungen/nutztier-forum-2026/


    Bilder

    Eröffnung des Nutzier-Forums am FBN
    Eröffnung des Nutzier-Forums am FBN

    Copyright: FBN

    Landwirtschaftsminister Backhaus eröffnet das Nutztier-Forum am FBN
    Landwirtschaftsminister Backhaus eröffnet das Nutztier-Forum am FBN

    Copyright: FBN


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Tier / Land / Forst
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).