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Wissenschaft
In einer neuen Ausstellung zeigen Student*innen der TU Berlin, wie Sparpolitik und Finanzmärkte seit Jahrzehnten Wirtschaft und Alltag prägen
Wie verändert staatliche Sparpolitik den Sozialstaat? Und was passiert, wenn Finanzmärkte immer stärker bestimmen, wie Unternehmen handeln und wie Menschen wohnen, konsumieren oder fürs Alter vorsorgen? Antworten darauf liefert eine neue Ausstellung, die Student*innen der Technischen Universität Berlin im Rahmen des Masterseminars „Austerität & Finanzialisierung – Staatlicher und wirtschaftlicher Umbau seit den 1970ern“ am Institut für Soziologie entwickelt haben.
Im Fokus stehen zwei Entwicklungen, die Politik und Ökonomie seit Jahrzehnten prägen: Austerität – also staatliche Spar- und Kürzungspolitik, und Finanzialisierung – die wachsende Bedeutung finanzwirtschaftlicher Logiken für Unternehmen, Staat und Alltag.
Die Ausstellung verfolgt beide Prozesse auf mehreren Ebenen: Sie zeigt staatliche Reformen und wirtschaftliche Strukturverschiebungen, beleuchtet neue Unternehmensstrategien und macht die Folgen für Lebensrealitäten sichtbar – etwa in Form von Unsicherheit, Leistungsdruck oder veränderten Konsum- und Vorsorgepraktiken.
Interaktive Exponate aus studentischer Forschung
Die Student*innen übersetzen sozialwissenschaftliche Analysen für die Ausstellung bewusst in anschauliche Formate. Ein interaktives Lernspiel arbeitet mit Beispielen aus dem urbanen Alltag und zeigt, wie finanzwirtschaftliche Logiken zunehmend Bereiche wie Wohnen, Konsum und Altersvorsorge durchdringen. Ein weiteres Exponat inszeniert konkurrierende Leitbilder der Unternehmensführung – produktions-, konsum- oder finanzmarktgetrieben – als symbolischen Boxkampf. Dabei wird auch die Rolle des Staates thematisiert: als regulierende Instanz, die Ordnung schafft, oder als Akteur, der sich in zentralen Feldern zurückzieht.
Ziel der Ausstellung ist es, komplexe wirtschafts- und gesellschaftspolitische Entwicklungen verständlich aufzubereiten und eine öffentliche Debatte anzustoßen. Sie richtet sich ausdrücklich an ein breites Publikum.
Ausstellungstermin und Besuchsinformationen
Ausstellung „Transformationen zwischen Staat und Kapital – Effekte staatlicher Sparpolitik und wirtschaftliche Veränderungen seit 1970“
• Ort: Museum des Kapitalismus, Köpenicker Straße 172, 10997 Berlin
• Eröffnung: 5. März 2026, ab 17 Uhr
• Öffnungszeiten: Donnerstag 17–19 Uhr, Samstag 14–18 Uhr; die Ausstellung läuft bis Ende März
• Eintritt: frei
• Anmeldung: nicht erforderlich
Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Allan Sandham
Fachgebiet Organisations-, Arbeits- und Wirtschaftssoziologie
Fakultät VI Planen Bauen Umwelt
Tel.: +49 30 314-25456
E-Mail: sandham@tu-berlin.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Wirtschaft
überregional
Studium und Lehre, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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