idw - Informationsdienst
Wissenschaft
Die Corona-Pandemie ist vorbei, doch die psychischen Folgen bei jungen Menschen
sind bis heute deutlich spürbar. Das ist eines der Ergebnisse aus dem fünften
Durchlauf der Befragungsreihe zu Jugend und Corona (JuCo), die seit 2020 von
Wissenschaftler*innen der Universität Hildesheim durchgeführt wird.
„Die Befragung ist ein Instrument, um jungen Menschen Gehör zu verschaffen“, erklärt
Dr. Severine Thomas, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozial- und
Organisationspädagogik der Universität Hildesheim. Junge Menschen, das sind
Menschen zwischen 15 und 30 Jahren. JuCo war die erste Studie, die sich bereits im April
2020 mit den psychosozialen Folgen der Pandemie auf junge Menschen beschäftigte. Ziel
der mittlerweile fünf Durchläufe ist es, herauszufinden, wie sich junge Menschen unter
dem Einfluss gesellschaftlicher Krisen fühlen – und wie sie mit diesen umgehen.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus JuCo V: Weiterhin besteht eine hohe psychische
Belastung bei jungen Menschen in Deutschland. Die Zahlen junger Menschen mit
psychischer Erkrankungen gehen zwar langsam zurück, bleiben aber immer noch relativ hoch und über Vor-Pandemie-Niveau: „Viele junge Menschen haben die
Belastungssymptomatik nicht abgelegt,“ erklärt Thomas. Rund 30 Prozent mehr gaben
während der Pandemie an, sich einsam zu fühlen. Auch der Umgang der Politik mit der
Pandemie hat junge Menschen zutiefst verunsichert und ihr Vertrauen in den Staat
geschwächt. Dazu kommen wachsende Geldsorgen und Zukunftsängste.
Trotzdem: Die Mehrheit der Befragten werten ihre Lebenszufriedenheit als positiv. Eine
große Rolle bei der Bewältigung von Belastungen und Sorgen spielen Freund*innen und
enge Bezugspersonen.
Dass junge Menschen sich so belastet fühlen, führt Thomas aus, sei auch eine wichtige
Botschaft für alle Institutionen, die mit jungen Menschen arbeiten. Dazu gehörten
Jugendhilfe, Schulen, Sportvereine, aber eben auch die Universität. Die neuen Ergebnisse
aus der Studie sollen dazu einladen, mit jungen Menschen ins Gespräch zu gehen und
neue Konzepte zu entwickeln. Denn: Die Belastung junger Menschen durch Krisen wie
Klimawandel, Naturkatastrophen und Krieg wird „sich nicht ‚von selbst‘ regulieren“.
Stattdessen müssten Konzepte entwickelt werden, durch die junge Menschen auch in
Krisenzeiten gleichberechtigt am Leben teilhaben können.
Das Projekt wurde durch das COVID-19-Forschungsnetzwerk Niedersachsen (COFONI)
mit Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur gefördert.
Dr. Severine Thomas
thomass@uni-hildesheim.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Lehrer/Schüler, Wissenschaftler
Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Psychologie
überregional
Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
Deutsch

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).