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Wissenschaft
Wie lässt sich biologische Vielfalt im Wald objektiv messen? Mit dem neuen Forschungsprojekt DendroBiom, das zum 1. Januar 2026 gestartet ist, entwickelt die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) praxisnahe Lösungen, um die strukturelle und biologische Vielfalt bayerischer Wälder erstmals vergleichbar in Zahlen darzustellen.
„Mit belastbaren Zahlen können wir Diskussionen über Waldnutzung und Biodiversität endlich auf eine sachliche Grundlage stellen“, betont Dr. Peter Pröbstle, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft.
Strukturvielfalt messbar machen
Ob Waldbestand, Forstbetrieb oder ganze Region: Es gibt viele Möglichkeiten, um die strukturelle Vielfalt von Wäldern zu bewerten. Allerdings fehlen einheitliche, praxistaugliche Werkzeuge zur Bewertung der Biodiversität. Genau hier setzt da neue Projekt DendoBiom an, das die LWF zum Jahresbeginn gestartet hat. Ziel ist es, bestehende wissenschaftliche Ansätze für die forstliche Praxis nutzbar zu machen und quantitative Aussagen zur Waldvielfalt zu ermöglichen.
Software als Schlüssel zur Bewertung
Im Rahmen von DendroBiom werden die von der LWF entwickelten, frei verfügbaren Softwarepakete ForestElementsR und FeNEU weiterentwickelt. Künftig sollen sie neben Standartauswertungen dendrometrischer Daten auch eine quantitative Bewertung der Waldstruktur ermöglichen.
Durch die Verknüpfung von Strukturinformationen mit Artvorkommensdaten von Tier- und Pflanzenarten lassen sich erstmals belastbare Aussagen darüber treffen, welche Arten oder Artengemeinschaften mit bestimmten Waldstrukturen verknüpft sind. Ein zentrales Instrument ist dabei der Artprofilindex, der die Schichtigkeit und Baumartenvielfalt eines Waldbestands beschreibt.
Grundlage für forstliche Entscheidungen
Mit den erweiterten Softwarelösungen wird es möglich sein, die strukturelle und biologische Diversität sowie deren Entwicklung in bewirtschafteten und unbewirtschafteten Waldflächen systematisch zu vergleichen. Damit erhält die Forstpraxis ein Werkzeug, mit dem sich Aspekte der Biodiversität effizienter in Planungsprozesse integrieren und Diskussionen über Bewirtschaftungsstrategien stärker datenbasiert führen lassen.
Projektorganisation und Ausblick
DendroBiom wird gemeinschaftlich von den Abteilungen „Waldbau, Waldwachstum, Inventuren“ sowie „Biodiversität und Naturschutz“ der LWF bearbeitet. Die Laufzeit beträgt drei Jahre. Finanziert wird das Projekt durch die Forschungsförderung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus.
Die Projektergebnisse werden zum Ende der Laufzeit sowohl wissenschaftlich als auch populärwissenschaftlich veröffentlicht. Das Softwarepaket ForestElementsR steht bereits jetzt frei zugänglich über das R-Netzwerk (CRAN) zur Verfügung.
Hans-Joachim Klemmt
A3: Waldbau, Waldwachstum, Inventuren
Hans-Joachim.Klemmt@lwf.bayern.de
Mehrschichtiger Buchenwald mit vielfältigen Strukturen
Quelle: M. Lauterbach, LWF
Copyright: M. Lauterbach, LWF
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Wissenschaftler
Biologie, Informationstechnik, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
Deutsch

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