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Wissenschaft
Exzellenzkommission gab Entscheidung am Abend bekannt – Förderzeitraum beginnt 2027 und läuft sieben Jahre bis Ende 2033 – Rektorin: Fokus künftig noch stärker auf Exzellenz in der Lehre
Die Universität Tübingen bleibt Exzellenzuniversität. Dies hat eine Kommission aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Vertreterinnen und Vertretern von Bund und Ländern am Abend bekannt gegeben. Die Universität Tübingen wird damit als eine von maximal 15 Universitäten beziehungsweise Universitätsverbünden von 2027 an sieben Jahre lang als Exzellenzuniversität im Rahmen der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern gefördert. Auf welchen Betrag sich die jährliche Förderung beläuft, erfährt die Universität im Herbst.
„Für diesen Erfolg haben sehr viele Menschen sehr hart gearbeitet. Sie haben es gemeinsam geschafft, dass die Universität Tübingen weiterhin zu den besten Universitäten der Welt zählen kann“, sagt die Rektorin der Universität Tübingen, Professorin Dr. Karla Pollmann. Die finanzielle Förderung des Bundes und der Länder erlaube es, an das bislang Geleistete anzuknüpfen und die Universität entlang der innerhalb der Exzellenzstrategie selbstgesetzten Ziele weiterzuentwickeln.
Die Universität als gesellschaftliche Akteurin
„Umweltveränderungen, geopolitische Verschiebungen und technologischer Fortschritt transformieren die Welt und damit auch die Universität Tübingen. Angesichts dieser Umbrüche kommt der Universität als Ort der Wissenschaft eine umfassendere gesellschaftliche Verantwortung zu“, sagt die Rektorin. Die Universität Tübingen werde mit exzellenter, interdisziplinärer Forschung kontinuierlich daran arbeiten, einen Beitrag zu Antworten auf die Fragen der Zeit zu liefern. „In einer Welt der Umbrüche und Unsicherheiten lassen wir uns weiterhin von unserem bewährten Motto Research – Relevance – Responsibility der vergangenen beiden Förderphasen leiten.“ Mit einem angepassten Slogan wird an das bestehende Motto angeknüpft und dieses neu akzentuiert: Contributing to Solutions for Global Challenges and to Societal Advancement. „Wir möchten Lösungen für globale Herausforderungen und gesellschaftlichen Fortschritt mitgestalten. Alle, die an der Universität Tübingen forschen, lehren und arbeiten, rufe ich dazu auf, gemeinsam daran mitzuwirken, dass die Universität als Ort, an dem die Grundlagen für Fortschritt erarbeitet werden, ihre Rolle als gesellschaftliche Akteurin noch intensiver wahrnimmt“, sagt die Rektorin.
Fünf Ziele in der neuen Förderphase
Die in der vergangenen Förderphase begonnenen Projekte werden fortgeführt beziehungsweise weiterentwickelt. Dabei wird die Universität Tübingen mit den Mitteln aus der künftigen Exzellenzförderung fünf Ziele verfolgen:
Exzellenz in Forschung und Lehre: Forschende werden weiterhin unterstützt, sowohl Forschung als auch forschungsbasierte Lehre auf höchstem Niveau zu betreiben. Die interdisziplinären Forschungsplattformen werden überarbeitet, um gesellschaftlich drängende Themen aufgreifen zu können. Das neue Forum für Transformative Hochschulbildung soll künftig Strategien für innovative Lehre entwickeln, unter Berücksichtigung von Querschnittsthemen wie digitale Erziehung, mentale Gesundheit, individuelle Lernunterstützung und neue Studienprogramme.
Aufbau eines integrativen und kooperativen Universitätsumfelds: Die Förderung von Erstakademikerinnen und Erstakademikern wird in die Diversitätsstrategie aufgenommen. Zur Förderung wissenschaftlicher Personen in der Anfangsphase werden die Angebote der Graduiertenakademie um weiteres Mentoring und um Karriereberatung ergänzt und neue Juniorforschungsgruppen aufgebaut. Die Universität setzt außerdem die Athene‑Programme zur Förderung von Wissenschaftlerinnen fort und stärkt Gleichstellung in Führungspositionen. Die Core Facilities, die Forschenden fächerübergreifend Zugang zu hochkomplexen Geräten ermöglichen, werden ausgebaut.
Flexibilität und Anpassungsfähigkeit in einer sich schnell verändernden Welt: Mit Blick auf den Wert freier akademischer Forschung werden die Exploration Funds in den geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen weitergeführt und der Fokus auf eine noch weiter vernetzte Zusammenarbeit verschiedener Fächer gesetzt. Die zunehmenden Aktivitäten zu Künstlicher Intelligenz sollen innerhalb des geplanten Tübingen AI Campus als Teil des Tübingen Research Campus abgestimmt werden. Mit einer Gesamtstrategie für Nachhaltige Entwicklung orientiert sich die Universität an den 17 Zielen für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.
Globales Bewusstsein und internationale Vernetzung: Globale Herausforderungen und Wechselbeziehungen zu verstehen bleibt trotz weltweiter Tendenzen zur De-Globalisierung ein Ziel der Universität Tübingen. Dazu sollen internationale Netzwerke und Partnerschaften unter anderem mit dem Globalen Süden gestärkt und ausgebaut werden, auch mit Hilfe des College of Fellows, welches internationale Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen für Forschungsaufenthalte nach Tübingen bringt. Zudem wird das Global Awareness Education Program seine Angebote zu Interkulturalität und Nachhaltigkeit erweitern.
Gesellschaftliches Engagement, Innovation und Ko-Kreation: Dazu sollen bestehende interaktive Formate durch solche erweitert werden, die über reine Wissenschaftskommunikation hinausgehen. So soll ein mobiles Open Lab für Experimente im öffentlichen Raum entstehen, und es wird ein ko-kreatives Public Engagement verfolgt, also ein noch stärker dialogorientierter Austausch mit der Zivilgesellschaft. Zudem wird eine stärkere Beratung entlang politisch-gesellschaftlicher Themen erfolgen, wie bereits beim BürgerInnenrat KI und Freiheit umgesetzt. Unternehmertum soll als Wahlfach ins Curriculum aufgenommen werden und der TechTransfer neu strukturiert werden.
„Aufgrund des Erfolges in der Exzellenzstrategie können wir mit vereinten Kräften daran arbeiten, dass die Universität Tübingen noch stärker und noch sichtbarer für moderne Forschung, exzellente Lehre und gesellschaftliches Engagement steht“, sagt die Rektorin. „Als traditionsreiche Universität, die im kommenden Jahr ihr 550-jähriges Bestehen feiert und in der Region tief verwurzelt ist, stehen wir als Exzellenzuniversität hier in Tübingen, im Land und weltweit für all das ein, was den Wert der Wissenschaft auszeichnet.“
Die Rektorin dankt allen, die mit großer Ausdauer und enormem Engagement an der Bewerbung für die Exzellenzuniversität mitgearbeitet haben. „Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und die Mitarbeitenden im Forschungsdezernat haben sehr hart gearbeitet und sich weit über das Selbstverständliche hinaus für das große Ziel engagiert“, sagt die Rektorin. „Danken möchte ich auch unserem International Advisory Board und unseren Expertinnen und Experten aus aller Welt, die uns auf diesem langen Weg zur erneuten Exzellenz mit ihrem Rat großartig zur Seite gestanden sind.“
Die Universität Tübingen wird weiter als Exzellenzuniversität gefördert.
Quelle: Heiko Heil
Copyright: Universität Tübingen
Studierende vor der Neuen Aula der Universität Tübingen.
Quelle: Alexander Ries
Copyright: Universität Tübingen
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
fachunabhängig
überregional
Wettbewerbe / Auszeichnungen, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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