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Gemeinsame Pressemeldung des Bosch Health Campus und des NCT Heidelberg
Das Dr. Margarete Fischer-Bosch Institut für Klinische Pharmakologie (IKP) am Bosch Health Campus in Stuttgart leitet das europaweit erste EU-Projekt, bei dem die Pharmakogenomik systematisch in molekulare Tumorboards (MTB) integriert wird. Ziel von PGxMTB ist es, genetische Faktoren von Patient:innen strukturiert in Therapieentscheidungen einzubeziehen und Krebstherapien so sicherer und wirksamer zu gestalten. Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg bringt umfassende Expertise und Daten in das Vorhaben ein.
Stuttgart/Heidelberg, 17. März 2026 – In der aktuellen Krebstherapie werden viele Medikamente gezielt auf Tumorveränderungen zugeschnitten. Allerdings treten selbst bei gut passenden Therapien oft starke Nebenwirkungen auf oder Medikamente wirken nicht wie erwartet – unter anderem, weil genetische Unterschiede der Patient:innen bislang nicht systematisch berücksichtigt werden oder auch der Tumor selbst Eigenschaften hat, die für Arzneimittel-Nebenwirkungen im Rahmen der Krebstherapie eine wichtige Rolle spielen können.
Genau diese Lücke schließt das internationale Projekt PGxMTB unter Leitung des Dr. Margarete Fischer-Bosch Instituts für Klinische Pharmakologie (IKP). Das IKP ist Teil des Bosch Health Campus, einem der Träger des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) SüdWest. Deutscher Projektpartner ist das NCT Heidelberg, das seine umfassende klinische Expertise, diagnostische Erfahrung, bioinformatische Entwicklungskompetenz sowie eine umfangreiche Datenbasis in das Vorhaben einbringt. Zum internationalen Konsortium gehören insgesamt fünf wissenschaftliche Teams – neben den beiden deutschen Partnern das Institut Gustave Roussy in Villejuif, Frankreich, das Karolinska Institut in Stockholm, Schweden, sowie das Institut für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment in Hall in Tirol, Österreich.
Ein Alleinstellungsmerkmal von PGxMTB: die aktive Patient:innenbeteiligung durch die Deutsche Sarkom-Stiftung, die zusätzlicher Partner des Konsortiums ist. Gemeinsam verfolgen alle das Ziel, pharmakogenomische Daten künftig systematisch in molekularen Tumorboards – interdisziplinären ärztlichen Fallkonferenzen, in denen komplexe Krebserkrankungen gemeinsam beraten werden – zu berücksichtigen. Analysiert werden dabei über 300 Gene, die für die Wirkung und Verträglichkeit von Krebsmedikamenten sowie unterstützenden Therapien relevant sind. Erstmals wird dabei neben dem Genom der unterschiedlichen Krebsentitäten auch das individuelle Erbgut der Patientin bzw. des Patienten berücksichtigt.
„Mit der koordinierten Integration pharmakogenomischer Daten in die klinische Praxis betreten wir Neuland – bislang existiert in Europa keine ähnliche Initiative, die das vorsieht. Dies ist ein bedeutender Schritt, um die Therapie von Krebspatient:innen spürbar weiter zu optimieren, schwere Nebenwirkungen zu reduzieren und Behandlungen effektiver zu machen. Durch die aktive Einbindung von Patientinnen und Patienten als Forschungspartner können wir deren Erfahrungswissen optimal nutzen“, sagt Prof. Dr. Matthias Schwab, Projektkoordinator und Leiter des IKP am Forschungsbereich des Bosch Health Campus sowie Geschäftsführender Direktor des NCT SüdWest.
Am NCT Heidelberg sind Stefan Fröhling, Geschäftsführender Direktor am NCT Heidelberg und Leiter der Abteilung Translationale Medizinische Onkologie am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), und Daniel Hübschmann, Leiter der Computational Oncology Group am NCT Heidelberg und der Innovation and Service Unit for Bioinformatics and Precision Medicine am DKFZ, für PGxMTB verantwortlich. Das Projekt nutzt unter anderem vorhandene Daten aus großen Präzisionsonkologie-Initiativen wie dem DKFZ/NCT/DKTK MASTER-Programm. Auf Basis dieser Daten entwickelt und erweitert das Konsortium eine bioinformatische Prozesskette.
„Wir wollen die Behandlung von Krebspatientinnen und -patienten verbessern, indem wir mit unseren Partnern eine bisher weitgehend ignorierte, aber ausgesprochen wichtige biologische Ebene erschließen. Unser Ziel ist eine individualisierte und risikoadaptierte Pharmakotherapie“, so Daniel Hübschmann.
Obwohl pharmakogenomische Tests in einzelnen Indikationen bereits etabliert sind, werden sie bislang nicht in Tumorboards mit einbezogen. PGxMTB setzt damit unter gleichzeitiger Berücksichtigung des Genoms der Patientin bzw. des Patienten sowie des Tumors neue Standards und sieht die Implementierung IT-basierter Tools exemplarisch in die molekularen Tumorboards in Heidelberg und am Institut Gustave Roussy in Villejuif vor.
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Über den Bosch Health Campus
Der Bosch Health Campus vereint alle Institutionen und Förderaktivitäten der Robert Bosch Stiftung im Bereich Gesundheit mit den vier Säulen Behandeln, Forschen, Bilden und Fördern. Mit seinen interdisziplinär vernetzten Einrichtungen und mehr als 3.600 Mitarbeitenden hat es sich der Bosch Health Campus zur Aufgabe gemacht, innovative Lösungen für die großen Herausforderungen des Gesundheitswesens anzubieten.
Zum Bosch Health Campus gehören das Robert Bosch Krankenhaus, das Dr. Margarete Fischer-Bosch Institut für Klinische Pharmakologie, das Robert Bosch Centrum für Tumorerkrankungen, das Robert Bosch Centrum für Integrative Medizin und Gesundheit, der Bosch Digital Innovation Hub, das Institut für Geschichte der Medizin, das Irmgard-Bosch-Bildungszentrum sowie das Robert Bosch Centrum für Innovationen im Gesundheitswesen.
Mehr unter https://www.bosch-health.campus.com
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Über das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
Das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg ist eine gemeinsame Einrichtung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD), der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und der Thoraxklinik Heidelberg. Ziel des NCT Heidelberg ist es, vielversprechende Ansätze aus der Krebsforschung möglichst schnell in die Klinik zu übertragen und damit den Patientinnen und Patienten zugutekommen zu lassen. Dies gilt sowohl für die Diagnose als auch die Behandlung, in der Nachsorge oder der Prävention. Die Teilnahme an klinischen Studien eröffnet den Zugang zu innovativen Therapien. Das NCT Heidelberg ist somit richtungsweisend, um neue Forschungsergebnisse aus dem Labor in die Klinik zu übertragen. Das NCT Heidelberg, gegründet 2004, ist Teil des NCT mit weiteren Standorten in Berlin, Dresden, SüdWest (Tübingen-Stuttgart/Ulm), WERA (Würzburg, Erlangen, Regensburg, Augsburg) und West (Essen/Köln).
Mehr unter https://www.nct-heidelberg.de
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Kontakt
Bosch Health Campus
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julia Eußner
presse@bosch-health-campus.com
+49 711 8101-3327
Prof. Dr. Matthias Schwab
Leiter Dr. Margarete Fischer-Bosch Institut für Klinische Pharmakologie
https://www.ikp.de/en/team/prof-dr-matthias-schwab
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Forschungsprojekte, Kooperationen
Deutsch

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