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Berlin, 18. März 2026. Eine genetische Untersuchung von Gebeinen im Magdeburger und Bamberger Dom zeigt, dass es sich bei den beiden beprobten Individuen tatsächlich um die Kaiser Otto I. und Heinrich II. aus der Dynastie der Ottonen handelt. An der Studie war der Historiker Jörg Feuchter von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften beteiligt.
Otto I. der Große (912–973) und Heinrich II. (973–1024) waren Kaiser des ostfränkischen Reiches und Mitglieder der bedeutenden Ottonendynastie. Sie sind bis heute im historischen und kirchlichen Bewusstsein sehr präsent und wurden in den letzten Jahrzehnten mit großen Ausstellungen gewürdigt.
Die Herrscher ließen sich in den von ihnen gestifteten Domkirchen Magdeburg und Bamberg bestatten. Da die Kirchenbauten in den zurückliegenden über 1000 Jahren mehrfach umgebaut und die Kaisergräber geöffnet und umgestaltet wurden, war die Authentizität der sterblichen Überreste bislang jedoch nicht gesichert.
2025 konnten DNA-Proben an den in Magdeburg und Bamberg verwahrten Schädeln und weiteren Knochen genommen und analysiert werden. Die nun vorliegenden und publizierten Resultate zeigen, dass es sich in beiden Fällen tatsächlich um die sterblichen Überreste der Kaiser handelt. Es wurde dazu eine von dem beteiligten Archäogenetiker Harald Ringbauer (MPI für Evolutionäre Anthropologie, Leipzig) entwickelte Methode zur exakten Verwandtschaftsbestimmung angewendet. Danach sind die beiden beprobten Individuen aus Magdeburg und Bamberg im dritten Grad verwandt, und diese Verwandtschaft führt auch über eine volle Geschwisterbeziehung. Zudem besteht die gemeinsame Verwandtschaft über die Vorfahren in der väterlichen Linie. Dies entspricht exakt dem überlieferten Verwandtschaftsverhältnis Ottos I. und Heinrichs II.
Deshalb kann jetzt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit festgestellt werden, dass die untersuchten Überreste tatsächlich von den zwei mittelalterlichen Kaisern stammen.
Durchgeführt wurde die Untersuchung vom Landesdenkmalamt Sachsen-Anhalt und dem Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie. Zu den an der Untersuchung Beteiligten und Mitautoren der Studie gehört der Mittelalterhistoriker Jörg Feuchter, Arbeitsstellenleiter des Akademienvorhabens „Regesta Imperii – Regesten Kaiser Friedrichs III“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Die Akademie integriert das biokulturelle Erbe und insofern Fragestellungen wie Methoden der Genetic History ganz selbstverständlich in ihre Bemühungen, das vernetzte kulturelle Erbe zu erschließen, zu sichern und zu vergegenwärtigen. Mehr Informationen dazu finden Sie im Manifest „Verflochtenes kulturelles Erbe“ (2025) der Akademie.
Pressekontakt:
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Dr. Ann-Christin Bolay, Leiterin Kommunikation
Jägerstraße 22/23, 10117 Berlin
Tel. 030/20370-657, E-Mail: bolay@bbaw.de
https://www.bbaw.de
https://www.bbaw.de/files-bbaw/publikationen/Manifest_Verflochtenes_kulturelles_... - Manifest „Verflochtenes kulturelles Erbe“
https://www.bbaw.de/die-akademie/mitarbeiterinnen-mitarbeiter/feuchter-joerg
Merkmale dieser Pressemitteilung:
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