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20.03.2026 09:00

Steigende Energiepreise gefährden wirtschaftliche Erholung Deutschlands

Pascal Ausäderer Presse und Redaktion
ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH Mannheim

    Der eskalierende Krieg im Nahen Osten seit Anfang März 2026 erhöht die wirtschaftlichen Risiken für Deutschland deutlich. Eine aktuelle Analyse auf Basis des ZEW-Finanzmarkttests zeigt, dass insbesondere steigende Energiepreise und wachsende Unsicherheit die konjunkturelle Entwicklung belasten könnten. Während die Auswirkungen bei einer kurzen Kriegsdauer begrenzt bleiben, drohen bei einem länger anhaltenden Krieg spürbare Einbußen beim Wirtschaftswachstum sowie ein deutlicher Anstieg der Inflation.

    „Steigende Energiepreise bremsen Wachstum und verstärken zugleich den Inflationsdruck. Sollten die Beeinträchtigungen der Energieversorgung längerfristig andauern, dann wird die Preisstabilität in Deutschland gefährdet“, sagt Dr. Lora Pavlova, Leiterin des ZEW-Finanzmarkttests und Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte“. „Die massiv gestiegene Unsicherheit hält Investoren zurück und macht Haushalte sparsamer“ ergänzt Anna-Lena Herforth, Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte“.

    Drei Szenarien mit unterschiedlichen Folgen

    Die Analyse unterscheidet drei mögliche Szenarien für den weiteren Verlauf des Konflikts. Am wahrscheinlichsten ist aus Sicht der befragten Finanzmarktexpertinnen und -experten ein anhaltender Konflikt von bis zu drei Monaten. In diesem Fall bleiben die Energiepreise länger erhöht und die wirtschaftliche Unsicherheit hoch. Das Wachstum in Deutschland würde sich dadurch spürbar verlangsamen, während die Inflation auf rund 2,7 Prozent ansteigen dürfte. Ein noch längerer und intensiverer Konflikt könnte die Wirtschaft 2026 sogar in eine Phase der Stagnation führen und die Inflation deutlich über die Zielmarke treiben. Eine schnelle Deeskalation, die zunehmend als unwahrscheinlich gilt, würde indes die wirtschaftlichen Folgen deutlich begrenzen.

    Energiepreise als zentraler Belastungsfaktor

    Als wichtigste Ursache für die wirtschaftlichen Belastungen identifizieren die befragten Finanzmarktexpertinnen und -experten die stark gestiegenen Energiepreise. Diese erhöhen die Produktionskosten der Unternehmen und schwächen gleichzeitig die Kaufkraft der privaten Haushalte. Hinzu kommen Störungen von Lieferketten sowie eine sinkende Investitionsbereitschaft infolge hoher Unsicherheit. Wirtschaftspolitisch erwarten die Befragten vor allem fiskalische Maßnahmen zur Stabilisierung der Energieversorgung und zur Entlastung von Unternehmen und Haushalten. Gleichzeitig steht die Geldpolitik vor einem Zielkonflikt zwischen Inflationsbekämpfung und der Stabilisierung der Konjunktur.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Lora Pavlova
    Wissenschaftlerin im ZEW-Forschungsbereich „Altersvorsorge und nachhaltige Finanzmärkte“
    Telefon: +49 (0)621 1235-145
    E-Mail: lora.pavlova@zew.de


    Originalpublikation:

    https://www.zew.de/fileadmin/FTP/policybrief/de/pb04-26.pdf


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wirtschaftsvertreter
    Gesellschaft, Politik, Wirtschaft
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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