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20.03.2026 18:35

Irreversibler Hirnfunktionsausfall und Organspende – im Fokus der Arbeitstagung Neurointensivmedizin

Kerstin Aldenhoff Pressestelle
Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin

    Eins der zentralen Themen der modernen Intensivmedizin: der irreversible Hirnfunktionsausfall (IHA) und seiner Bedeutung im medizinisch ethischen Prozess der Organspende in Deutschland stand im Fokus der 40. Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin ANIM 2026 in Dortmund. Der europaweit größte Kongress zur Neurointensivmedizin bot damit ein wegweisendes Forum für den interdisziplinären Austausch zwischen Ärzt:innen, Pflegefachpersonen und Expert:innen aus Ethik und Recht.

    Die Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls, der sogenannte „Hirntod“, ist ein zentraler Bestandteil der Intensivmedizin. Die Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI) verfolgte auch im Rahmen ihres Jahreskongresses 2026 das Ziel, durch evidenzbasierte Abläufe, strukturierte Entscheidungsprozesse und qualitätsgesicherte Standards ein Höchstmaß an diagnostischer Sicherheit und Transparenz zu gewährleisten. Insbesondere der DGNI-Leitfaden auf essenzielle Fragen – von spinalen Reflexen über Richtwerte für Sedativa bis hin zum Nachweis zerebraler Perfusionsausfälle – wurden breit diskutiert. Ein besonderer Höhepunkt war das von Dr. med. Svitlana Ziganshyna und Dr. med. Katja Wartenberg geleitete Symposium „Brain Death and Organ Donation“, das internationale Perspektiven aus den USA, den Vereinigten Arabischen Emiraten und aktuelle rechtliche Herausforderungen zusammenführte. Seit 2019 verantwortet Dr. Ziganshyna am Universitätsklinikum Leipzig den Aufbau einer Stabsstelle für Organspende, die maßgeblich zur Optimierung von Abläufen, Kommunikation und Qualität im Organspendeprozess beigetragen hat.

    Dr. Ziganshyna betonte den hohen Wert des interdisziplinären Austauschs: „Die Arbeitstagung NeuroIntensivmedizin schafft einen einzigartigen Raum, in dem hochspezialisierte neurointensivmedizinische Expertise, ethische Fragestellungen und rechtliche Rahmenbedingungen zusammengeführt werden. Gerade für die Organspende ist dieser interdisziplinäre Austausch entscheidend, da die Qualität der Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls und die Sicherheit der klinischen Entscheidungsprozesse die Grundlage für Vertrauen, Transparenz und Akzeptanz bilden.“
    Mit Blick auf die kommenden Jahre erwartet Dr. Ziganshyna tiefgreifende Entwicklungen: „Wir werden eine stärkere Standardisierung und Digitalisierung der diagnostischen Prozesse sehen, begleitet von klareren klinischen Entscheidungspfaden. Parallel gewinnt die strukturierte, frühzeitige und multiprofessionelle Kommunikation mit Angehörigen weiter an Bedeutung. In der Spenderidentifikation wird sich der Fokus weniger auf einzelne Kennzahlen, sondern stärker auf Prozessqualität, Verlässlichkeit und interprofessionelle Zusammenarbeit verschieben.“

    Auch in der Diagnostik selbst hat sich viel bewegt – und ein dynamischer Fortschritt hält an: „In den vergangenen Jahren wurden insbesondere die diagnostischen Standards weiter präzisiert, Zusatzverfahren klarer eingeordnet und Fortbildungsstrukturen ausgebaut. Der nächste Schritt liegt in der konsequenten Umsetzung dieser Standards im klinischen Alltag, unterstützt durch strukturierte Schulungskonzepte, Simulationstrainings und eine stärkere Verankerung der Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls als Kernkompetenz der Neurointensivmedizin.“

    Neben den Schwerpunkten zur Hirnfunktionsausfalldiagnostik bot der Kongress ein breites wissenschaftliches Programm mit 21 interdisziplinären Symposien zu aktuellen Entwicklungen der Neurointensiv- und Notfallmedizin, vier ärztlichen Workshops – darunter Simulationen zur Diagnostik des irreversiblen Hirnfunktionsausfalls, Atemwegsmanagement sowie hämodynamischem Monitoring und Therapie sowie drei Pflegeworkshops zu Themen wie Monitoring in der Neurointensivpflege, Social Media in der Pflege und Crew Ressource Management. Die gelungene interprofessionelle Zusammenarbeit wird fortgesetzt bei der nächsten Jahrestagung der DGNI, der ANIM 2027 vom 21. bis 23. Januar 2027 in Berlin.


    Weitere Informationen:

    https://www.dgni.de Deutsche Gesellschaft für NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI)
    https://www.anim.de Jahreskongress der DGNI, die Arbeitstagung NeuroIntensivMedizin, kurz ANIM


    Bilder

    Dr. Katja Wartenberg, Leipzig, die das Symposium Hirnfunktionsausfall und Organspende leitete, und Prof. Dr. Matthias Klein, München, Präsident der DGNI, auf der ANIM 2026 in Dortmund
    Dr. Katja Wartenberg, Leipzig, die das Symposium Hirnfunktionsausfall und Organspende leitete, und P ...
    Quelle: Helge Schubert
    Copyright: Conventus


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin, Recht
    überregional
    Wissenschaftliche Tagungen, wissenschaftliche Weiterbildung
    Deutsch


     

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