idw - Informationsdienst
Wissenschaft
Bedürfnisorientierte Lösungen und Assistive Technologien für eine älter werdende Gesellschaft als Lebensthema - Sprecherin des Forschungszentrums FUTURE AGING verlässt nach 19 Jahren die Frankfurt UAS
Verantwortungsbewusst technisch-gestützte Lösungen für das Sozial- und Gesundheitswesen zu entwickeln – dieses Thema prägt seit jeher die Arbeit von Prof. Dr. Barbara Klein. Zum 1. April 2026 geht die Professorin für Organisation und Management der Sozialen Arbeit an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) in den Ruhestand.
Die in zahlreichen Fachgremien engagierte Wissenschaftlerin und langjährige Sprecherin des Forschungszentrums FUTURE AGING, die seit 2021 zudem Dekanin des Fachbereichs Soziale Arbeit und Gesundheit ist, hat 19 Jahre lang an der Frankfurt UAS gelehrt und geforscht. Ihr zentrales Anliegen war und ist es, bei der Etablierung von Robotik, Assistiven Technologien und Künstlicher Intelligenz (KI) im Healthcare-Sektor stets deren Akzeptanz und Gebrauchstauglichkeit sowie ethische Fragen miteinzubeziehen.
Anerkennung weit über die Frankfurt UAS hinaus
„Mit Prof. Dr. Barbara Klein verabschieden wir nicht nur eine Pionierin im Forschungsfeld emotionaler und sozialer Robotik, sondern eine geschätzte Kollegin, die mit Engagement und großer Expertise an unserer Hochschule viele Projekte vorangetrieben und Anerkennung weit über die Frankfurt UAS hinaus erworben hat“, so Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke, Präsident der Frankfurt UAS. „Als Studiengangsleiterin des interdisziplinären Master-Studiengangs Barrierefreie Systeme – Case Management und Mitglied des Promotionszentrums Soziale Arbeit hat sie unseren Studierenden fundiertes Wissen vermittelt und sie zugleich zu kritischer Reflexion von Chancen und Risiken technischer Innovationen befähigt. Darüber hinaus hat sie als Sprecherin unseres Forschungszentrums FUTURE AGING mit ihrem interdisziplinären Team an bedürfnisorientierten Lösungen für eine älter werdende Gesellschaft geforscht – ein Transfer in die Praxis, der allen zugutekommt.“
Erste Forschung mit Kuschelrobbe PARO
Barbara Klein arbeitete nach ihrem Studium der Soziologie an den Universitäten Mainz, Frankfurt am Main und London über 20 Jahre bei der Fraunhofer-Gesellschaft, bevor sie 2007 den Ruf an die Frankfurt UAS annahm.
Forschungsaufenthalte führten sie unter anderem als Gastprofessorin an die Northumbria-University in Newcastle (England) und an die Osaka-University in Japan. Dort begegnete sie Dr. Takanori Shibata, dem Entwickler der therapeutischen Roboter-Robbe PARO. Klein gehörte zu den ersten Forschenden an einer deutschen Hochschule, die 2009 im Rahmen eines Lehrforschungsprojekts den Einsatz von PARO zur emotionalen Ansprache von Menschen mit Demenz untersuchte.
Forschungszentrum FUTURE AGING
2018 gründete Klein zusammen mit Kolleg*innen aus allen Fachbereichen das interdisziplinäre Forschungszentrum FUTURE AGING. Als Sprecherin leitete sie das Zentrum über viele Jahre hinweg und prägte maßgeblich dessen Ausrichtung. FUTURE AGING entwickelt gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Verbänden und Institutionen im Rahmen nationaler und internationaler Forschungs- und Entwicklungsprojekte innovative Lösungen für ein selbstbestimmtes Leben von Menschen mit Funktionseinbußen.
2019 wurde Klein für ihre herausragenden Leistungen im Bereich der anwendungsorientierten Forschung mit dem Forschungspreis der Hessischen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften geehrt.
Preis für Ausstellung zum Barrierefreien Wohnen und Leben
Der Theorie-Praxis-Transfer war Klein stets ein besonderes Anliegen. 2012 entwickelte sie gemeinsam mit Bettina Rudhof die Ausstellung „Barrierefreies Wohnen und Leben“ neu und verknüpfte dabei Barrierefreiheit, Assistive Technologien und Robotik. Die Ausstellung wurde 2013 mit dem Hessischen Staatspreis für Universelles Design ausgezeichnet.
Darauf aufbauend entstand die von Klein maßgeblich mitkonzipierte Ausstellung „Hallo Freiheit! Zusammen über Barrieren“, die gemeinsam mit der Frankfurter Stiftung für Gehörlose und Schwerhörige sowie dem Sozialverband VdK Hessen-Thüringen betrieben wird.¹
Internationale Vernetzung und wissenschaftliche Wirkung
Die Soziologin ist Vice President 2024 der International Society for Gerontechnology (ISG) und war verantwortlich für den Weltkongress 2024, den sie an die Frankfurt UAS holte. Zudem ist sie Präsidentin des Austrian-German-Swiss Chapters der ISG.
Klein ist Autorin und Mitautorin von mehr als 200 Publikationen, ihre Expertise floss u.a. in den Achten Altersbericht „Ältere Menschen und Digitalisierung“ des damaligen Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (2020) ein.
Bilanz zum Ruhestand
Anlässlich ihres Ruhestandes zieht Klein Bilanz. „Ich bin sehr dankbar für die vielen Chancen, die ich an unserer Hochschule hatte. Die Zusammenarbeit mit engagierten Kolleginnen und Kollegen, unseren Studierenden und vor allem den zahlreichen Praxispartnern hat meine Arbeit entscheidend geprägt. Sie haben es möglich gemacht, verantwortungsbewusste technologische Innovationen im Sozial- und Gesundheitswesen nicht nur zu erforschen, sondern gemeinsam in die Praxis zu tragen“, so Klein. „Diese enge Kooperation zwischen Wissenschaft und Anwendung war für mich besonders wertvoll – und sie hat mich während meiner gesamten Zeit an der Frankfurt UAS begleitet und inspiriert.“
Ihr Amt als Sprecherin des Forschungszentrums FUTURE AGING übergab Barbara Klein im Rahmen einer Feierstunde an ihre Nachfolgerinnen Prof. Dr. Miriam Peters (Lehrbereich Klinische Pflege) und Prof. Dr. Lisa Schmidt (Lehrbereich Pflegewissenschaft), beide am Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit. Neuer Dekan des Fachbereichs ist Prof. Dr. Gero Lipsmeier.
¹ Die Ausstellung „Hallo Freiheit! Zusammen über Barrieren“ befindet sich seit 2020 dauerhaft im ehemaligen Museum der Frankfurter Stiftung für Gehörlose und Schwerhörige. In einer Modellwohnung werden auf 200 qm verschiedene Lebensbereiche, deren jeweilige Anforderungen an Menschen mit Beeinträchtigungen sowie entsprechende Lösungsvorschläge für ein barrierefreies und selbstbestimmtes Leben präsentiert.
https://www.frankfurt-university.de/hallofreiheit
Forschungszentrum FUTURE AGING, Prof. Dr. Miriam Peters , E-Mail: miriam.peters@fra-uas.de | Prof. Dr. Lisa Schmidt, E-Mail: lisa.schmidt@fra-uas.de
https://www.frankfurt-university.de/futureaging (Informationen zum Forschungszentrum FUTURE AGING)
Hochschulpräsident Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke und Vizepräsidentin Prof. Dr. Susanne Rägle (r.) ver ...
Quelle: Lothar Eichhorn
Copyright: Lothar Eichhorn/Frankfurt UAS
Roboter-Robbe PARO: Ihren Einsatz zur emotionalen Ansprache von Menschen mit Demenz erforschte Prof. ...
Quelle: Lothar Eichhorn
Copyright: Lothar Eichhorn/Frankfurt UAS
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, jedermann
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Informationstechnik
überregional
Personalia
Deutsch

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).