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24.03.2026 13:32

Streiterin für Demokratie und Dialog: Amy Gutman erhält Dr. Leopold Lucas-Preis

Christfried Dornis Hochschulkommunikation
Eberhard Karls Universität Tübingen

    Die US-amerikanische Wissenschaftlerin und Diplomatin Amy Gutmann wird für ihren Einsatz für pluralistische Demokratie und internationale Verständigung mit dem Dr. Leopold Lucas-Preis geehrt. Nachwuchspreis erhält der evangelische Theologe Joel Klenk.

    Die Diplomatin und Politikwissenschaftlerin Amy Gutmann erhält den diesjährigen Dr. Leopold Lucas-Preis. Der Preis der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen würdigt Gutmanns Einsatz für die pluralistische Demokratie und den internationalen Dialog.

    Die feierliche Verleihung findet statt am

    Freitag, 15. Mai 2026 um 17:15 Uhr
    in der Alten Aula der Universität Tübingen
    (Münzgasse 30, 72070 Tübingen)

    Medienvertreterinnen und -vertreter sowie die interessierte Öffentlichkeit sind herzlich eingeladen. Amy Gutmann wird die Preisrede mit dem Titel „Democracy in Danger: The Case for Civic Courage“ halten. Wir bitten um Anmeldung per E-Mail an ev.theologie@uni-tuebingen.de. Pressegespräche mit der Preisträgerin sind auf Anfrage ebenfalls möglich und können über dieselbe Adresse vereinbart werden.

    Demokratie zwischen Zerbrechlichkeit und Engagement

    Amy Gutmann zählt zu den international profiliertesten Stimmen für Demokratie und internationale Verständigung und wurde für ihr Engagement vielfach ausgezeichnet. Sie ist Professorin für Politikwissenschaften an der University of Pennsylvania, deren Präsidentin sie von 2004 bis 2022 war. Von 2022 bis 2024 amtierte sie als Botschafterin der USA in Deutschland.

    Im Zentrum von Gutmanns wissenschaftlicher Arbeit steht die Frage, wie Demokratien stark und lebendig bleiben können. Sie betont die Bedeutung eines offenen und respektvollen Dialogs über soziale, religiöse und kulturelle Grenzen hinweg. Dabei wirbt sie für Verständnis, Kompromissbereitschaft und die Berücksichtigung von Minderheiten im politischen Prozess. Zugleich weist sie auf die Zerbrechlichkeit demokratischer Ordnungen hin und unterstreicht, wie wichtig politische Bildung und kontinuierliches Engagement für den Erhalt pluralistischer Gesellschaften sind.

    In ihrer Amtszeit als Botschafterin in Berlin setzte sie starke Impulse für die deutsch-amerikanischen Beziehungen und förderte den internationalen Dialog. Angesichts der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts sind Gutmanns Beiträge zur internationalen Verständigung und zur Förderung der Demokratie von besonderer Bedeutung. „Gutmann ist eine Brückenbauerin zwischen Nationen und Völkern und steht als Wissenschaftlerin, als Universitätspräsidentin und Diplomatin für Frieden durch Verständigung in einer Zeit zunehmender Polarisierung“, urteilt die Jury unter Vorsitz von Professorin Birgit Weyel, Dekanin der Evangelisch-Theologischen Fakultät. Damit entspreche ihre Arbeit den Zielen, für die der Dr. Leopold Lucas-Preis gestiftet wurde.

    Der Dr. Leopold Lucas-Preis zeichnet Personen aus, deren wissenschaftliches Werk die Beziehungen zwischen Menschen und Völkern fördert und sich um die Verbreitung des Toleranzgedankens verdient macht. Gestiftet wurde er 1972 von Generalkonsul Franz D. Lucas, Ehrensenator der Universität Tübingen, anlässlich des 100. Geburtstages seines Vaters, des jüdischen Gelehrten Dr. Leopold Lucas. Dieser wirkte als Rabbiner in Glogau und zuletzt an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin und kam 1943 im Konzentrationslager Theresienstadt ums Leben. Der zu seinem Gedächtnis gestiftete Preis wird jährlich von der Evangelisch-Theologischen Fakultät im Namen der Universität Tübingen verliehen. Er ist mit 50.000 Euro dotiert.

    „Der Name Leopold Lucas erinnert uns daran, wie verwundbar Menschlichkeit und demokratisches Miteinander sein können – und wie stark die Verpflichtung ist, ihnen genau deswegen treu zu bleiben. Sein Lebensweg steht sinnbildlich dafür, dass Verständigung selbst unter widrigsten Umständen möglich und umso wertvoller ist. Eine Lektion, die aktuell wieder besonders wichtig ist“, sagt Professorin Dr. Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen. „Mit der Auszeichnung von Amy Gutmann wird ihr Handeln und Streben gewürdigt, das Ethos des Dr. Leopold Lucas-Preises überzeugend in unsere Zeit zu übersetzen. Ihr Engagement zeigt, wie demokratische Kultur wächst, wenn Menschen einander zuhören, Unterschiede ernst nehmen und Verantwortung füreinander übernehmen. In diesem Sinne trägt der Preis das Vermächtnis von Leopold Lucas lebendig weiter.“

    Nachwuchspreis: Wie von Gott sprechen?

    Der Dr. Leopold Lucas-Preis für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler geht in diesem Jahr an Dr. Joel Klenk. Der evangelische Theologe erhält den Preis für seine neutestamentliche Dissertation „Negative Theologie bei Paulus. Untersuchungen zur offenen Semantik in der Rede von Gott“. In seiner Arbeit untersucht Klenk, wie man unter den Bedingungen der menschlichen Endlichkeit von Gott sprechen kann, und analysiert dazu zentrale Aussagen der Paulusbriefe im Neuen Testament. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Florian Zacher
    Universität Tübingen
    Evangelisch-Theologischen Fakultät
    Telefon +49 7071 29-74902
    florian.zacher@uni-tuebingen.de


    Bilder

    Die Diplomatin und Politikwissenschaftlerin Amy Gutmann erhält den diesjährigen Dr. Leopold Lucas-Preis.
    Die Diplomatin und Politikwissenschaftlerin Amy Gutmann erhält den diesjährigen Dr. Leopold Lucas-Pr ...
    Quelle: Laurence Chaperon
    Copyright: Laurence Chaperon


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Gesellschaft, Philosophie / Ethik, Religion
    überregional
    Pressetermine, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


     

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