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25.03.2026 08:05

Der Klimawandel gefährdet Dungkäfer im Amazonas

Martin Brandstätter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Steigende Temperaturen bedrohen Dungkäfer-Populationen im Amazonas. Das Beispiel zeigt einen Trend, der viele Insektenarten dort an ihre Hitzegrenze bringen könnte. Forschende aus Würzburg und Bremen haben die Studie durchgeführt.

    Mistkäfer beseitigen in Wäldern den Kot von Wildtieren und hemmen damit die Ausbreitung von Parasiten. Den Dung arbeiten sie in den Boden ein und liefern somit Nährstoffe an Pflanzen. Diese Aufgabe erfüllen sie sowohl in europäischen Wirtschaftswäldern als auch im Amazonas. Steigende Temperaturen könnten jedoch zu einem Rückgang der Artenvielfalt und der Populationsgrößen von Dungkäfern führen.

    In einer Studie im Amazonasgebiet in Peru haben Forschende der Universitäten Würzburg und Bremen herausgefunden, dass die Temperatur für die Käfer der ausschlaggebende Faktor für erträgliche Lebensbedingungen ist. Andere Bedingungen wie die Bodenfeuchtigkeit und das Nahrungsangebot spielten nur nebensächliche Rollen für die Artenvielfalt und die Anzahl der Dungkäfer.

    „Wir haben die Populationen auf Höhen von 250 bis 3.500 Meter über dem Meeresspiegel untersucht und stellten fest, dass auf einer Höhe von 500 Metern die Vielfalt und das Dungkäfer-Vorkommen am höchsten war“, so Dr. Kim Holzmann, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie am Biozentrum der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU). Für die Forschenden unerwartet, fiel die Artenzahl von Dungkäferarten zwischen 500 und 250 m Höhe rapide ab.

    Der Grund für diese Beobachtung: Auf 500 Höhenmetern sind die Temperaturen in einem Bereich, der für die Käfer ideal ist, während die höheren Temperaturen im Tiefland zu Hitzestress führen. Die Vielfalt sank wiederum in den höheren kälteren Lagen. Insgesamt sammelte das Forschungsteam knapp 5.000 Dungkäfer in Bodenfallen, die es mit Dung, Früchten und Aas als Köder bestückte. Ihre Daten erfassten die Forschenden in den Jahren 2022 und 2023.

    Viele Insektenarten im Amazonas könnten ihre Hitzegrenze erreichen

    Die Erhebung war Teil einer größeren Studie des Teams: Diese zeigt, dass bis zur Hälfte der Insekten im Amazonas-Tiefland durch den Klimawandel an ihre Hitzegrenze geraten könnten. „Rund 70 Prozent der weltweit beschriebenen Insekten kommen in den Tropen vor. Wir konnten zwar beobachten, dass Insekten in höheren Lagen ihre Hitzetoleranz kurzfristig anpassen können. Viele Tieflandarten besitzen diese Fähigkeit jedoch nicht und sind somit gefährdet“, erklärt Dr. Marcell Peters, Tierökologe an der Uni Bremen.

    Das Forschungsteam lieferte mit der Studie zu den Auswirkungen steigender Temperaturen auf Dungkäfer in unterschiedlichen Höhenlagen einen Nachweis des bereits beobachteten Gesamttrends. „Die Auswirkungen des Klimawandels sind in diesem Fall deutlich erkennbar“, sagt Holzmann. Wenn Dungkäfer gefährdet seien, gelte das vermutlich auch für andere Insektengruppen im Amazonastiefland, so die JMU-Wissenschaftlerin.


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Kim Lea Holzmann, Lehrstuhl für Tierökologie und Tropenbiologie (Zoologie III), Biozentrum, Universität Würzburg, T +49 931 31-86716, kim-lea.holzmann@uni-wuerzburg.de

    Dr. Marcell Peters, BIOM, Universität Bremen, T + 49 421 218-6348, marcell.peters@uni-bremen.de


    Originalpublikation:

    Temperature boosts and constrains dung beetle diversity along an Andean-Amazonian elevation gradient. Kim L. Holzmann, Pedro Alonso-Alonso, Yenny Correa-Carmona, Andrea Pinos, Felipe Yon, Mabel Alvarado, Adrian Forsyth, Friederike Gebert, Alejandro Lopera-Toro, Andreas Kolter, Gunnar Brehm, Alexander Keller, Ingolf Steffan-Dewenter, Marcell K. Peters. Proceedings B, 25. März 2026, https://doi.org/10.1098/rspb.2025.2792


    Weitere Informationen:

    https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/klimawande... Mehr Informationen zur Gesamtstudie


    Bilder

    Die Forschenden führten ihre Studie auf unterschiedlichen Höhenlagen im Amazonas durch.
    Die Forschenden führten ihre Studie auf unterschiedlichen Höhenlagen im Amazonas durch.
    Quelle: Kim Lea Holzmann
    Copyright: Universität Würzburg


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Meer / Klima, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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